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Rundreise Indien - Saskia

Termine

Juli
  • 19. Juli, 16 Uhr, Online-Infoabend
August
  • 15. August, 18 Uhr, Infoabend in K├Âln
  • 23. August, 16 Uhr, Online-Infoabend
September
  • 20. September, 14-18 Uhr, "Neugierig auf die Welt", Hanau
  • 22. September, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse, K├Âln
  • 29. September, 10-15 Uhr, Youth Education & Travel Fair, Wien

Details und weitere Termine findest du hier!

 

Ich bin von Mitte November bis Mitte Dezember f├╝r 4 Wochen in den Norden von Indien gereist. ├ťber Auszeit-Weltweit habe ich eine Kombination aus Rundreise und Freiwilligenarbeit in Udaipur gebucht. Vor Ort wird die Reise von indischen Guides durchgef├╝hrt, die zur indischen Organisation geh├Âren.

Rundreise Dehli, Himachal Pradesh, Rajasthan

An der f├╝r 4 Wochen ausgelegten Rundreise habe ich 2 Wochen teilgenommen, um noch 2 Wochen vor Ort in Udaipur bleiben zu k├Ânnen. Dieser erste Teil der Rundreise, der mich von Neu Delhi aus in den wundersch├Ânen und f├╝r uns recht unbekannten Bundesstaat Himachal Pradesh gef├╝hrt hat und ├╝ber Agra nach Rajasthan, war unglaublich sehenswert. Ich hatte Gl├╝ck, in einer kleinen Gruppe von vier Leuten zu reisen. Der Guide war Mitte 20 und kam aus Shimla ÔÇôunserem ersten Reiseziel und Ausgangspunkt unserer 2t├Ągigen Trekkingtour. An ihn konnte man sich mit allen Anliegen wenden - ob es um den Internetzugang im Hotel, eine indische SIM-Karte, verloren gegangene Kameraobjektivdeckel oder Geld abheben am Automaten ging. Er konnte immer helfen und kannte sich sehr gut aus. Er hat alles perfekt organisiert, klug geplant und umgeplant, wenn wir so zu mehr Schlaf oder Komfort kamen. Von ihm haben wir nicht nur zu den Sehensw├╝rdigkeiten vieles erfahren, sondern auch ├╝ber das Leben und Aufwachsen in Indien und ├╝ber kulturelle und politische Hintergr├╝nde, wenn man sich daf├╝r interessierte.

Den ersten Eindruck von Indien haben wir in der gro├čen Basarstra├če von Alt Delhi gewonnen, in der unsere Unterkunft lag. Die langen Strecken w├Ąhrend der Rundreise ├╝berwindet man in Linienbussen und evt. Z├╝gen, was zu Indien geh├Ârt wie die Gew├╝rze zu den Speisen. Der Komfort dabei ist oft gar nicht schlecht. Die Fernverkehrsmittel sind nicht ├╝berf├╝llt, wie man es vielleicht schon mal von den Z├╝gen in Mumbai gesehen hat. Meine Bef├╝rchtungen um mein Gep├Ąck, die ich in Deutschland mit dem Gedanken an das m├Âgliche Chaos in ├Âffentlichen Busstationen und Bahnh├Âfen noch hatte, waren unbegr├╝ndet. Trotz der vielen Menschen ÔÇôbesonders in Neu Delhi und Agra, habe ich nie Dr├Ąngeleien oder auch nur Unh├Âflichkeiten erlebt. Wenn man sich auf die bunte Menge von Saris, Kindern, K├╝hen, H├Ąndlern, die Mittagessen, Knabbersachen oder praktische Dinge wie K├Ąmme an den Reisenden bringen, einl├Ąsst, kann jeder Moment in Indien ein Vergn├╝gen und ein Erlebnis sein. Das gilt auch f├╝r jede Tuk-Tuk-Fahrt (Autorikscha) oder das Warten in der Schlange oder z.B. f├╝r das Eintauchen in die Menge am total ├╝berf├╝llten India Gate in Neu Delhi. Das ist alles sehr viel besser als Fernsehen. ├ťbrigens kann man sich an allen Stationen ÔÇôob Bus, Zug oder Unterkunft- an kleinen, kioskartigen L├Ąden immer mit Keksen, Snickers, Chips, Bonbons oder N├╝ssen eindecken, um die langen Reisen gut zu ├╝berstehen.

Eines der Highlights war f├╝r mich das Wandern in den Bergen und W├Ąldern in Himachal Pradesh und der Homestay zwischen diesen beiden Trekkingtagen. Zu erleben, wie sich das Leben und Wuseln in der schmalen K├╝che abspielt, weil hier das Feuer prasselt, auf dem in Kesseln und Pfannen gekocht wird, und es warm ist, ist einfach wunderbar. Es ist das Heim von einem alten indischen Paar, dessen Sohn wir bei einem Chai in Shimla zuf├Ąllig kennengelernt haben.

├ťberw├Ąltigende Erlebnisse waren auch der Besuch des Taj Mahals und die Tour nach Jaisalmer ÔÇôder W├╝stenstadt, dessen riesiges rotes Fort ├╝ber der Stadt thront- und dem anschlie├čenden Trip mit Jeep und Kamelkarawane in die W├╝ste, in der man unter freiem Himmel ├╝bernachtet. Eigentlich treffe ich hier ├╝berhaupt keine Auswahl, weil jede Station der Reise ein Erlebnis und oft ein reines Vergn├╝gen war. Man bekommt auch einen der sch├Ânsten Jain-Tempel in Mount Abu zu sehen ÔÇôder Hill Station zu der man nach etwa 3 ┬Ż h Serpentinfahrt mit dem Taxi von Udaipur aus gelangt. Andere Tempel, wie der Affentempel in Shimla oder der Jagdish-Tempel in Udaipur oder der Tempel, den man auf 3300 m ÔÇôdem h├Âchsten Punkt der Trekkingtour- erreicht, oder Dharamsala ÔÇôeinem Ort voller rot gekleideter buddhistischer M├Ânche und Nonnen, die einem in den Stra├čen voller tibetischer Verkaufsst├Ąnde und im Caf├Ę als normalste Sache der Welt begegnen, geh├Âren zum berauschenden Indiencocktail wie der Besuch der Tee-Plantage, des Kangra Forts, des Stadtpalastes und des Monsoon-Palastes bei Sonnenuntergang in Udaipur.

Freiwilligenarbeit in Udaipur

Wir haben als Teil der Rundreise schon Udaipur, das Freiwilligenhaus und die beiden Projektorte kennengelernt. Von Udaipur aus erobert man Rajasthan.

Das Freiwilligenhaus hat zwei Zimmer f├╝r die Freiwilligen ÔÇôeins mit zwei Betten, Bad mit Duschm├Âglichkeit und einem sch├Ânen Balkon und eins mit 7 Betten, einem sehr gro├čen Bad und Dusche. Das Wasser zum Duschen ist immer hei├č und Zimmer und B├Ąder werden von der ÔÇ×Cleaning LadyÔÇť sauber gehalten. Im Gegensatz zu Goa ist es hier selten voll, so ist das Leben und Schlafen hier sehr komfortabel. Auch zu f├╝nft war im gro├čen Zimmer alles sehr bequem.

Man kann sich von der K├╝che im Erdgeschoss, die offen in den Aufenthaltsraum mit gro├čem Tisch, Sofa und Fernseher ├╝bergeht bis zur herrlichen Dachterrasse, die zum Sonnen und W├Ąschetrocknen hervorragend geeignet ist, frei bewegen. Am Abend bereitet eine K├Âchin das Essen zu. Grundnahrungsmittel, Obst und Wasser sind zur st├Ąndigen Verf├╝gung vorhanden.

Das Freiwilligenhaus liegt in einer sehr ruhigen Wohngegend etwas au├čerhalb der Innenstadt. Die etwa 4 km bin ich aber auch 2 Mal gelaufen, um die Stadt, die sich nicht zuletzt durch die drei gro├čen Seen recht breit auff├Ąchert, besser kennenzulernen. Dank dem hervorragenden indischen Netz und Google Maps auf dem Smartphone konnte ich mich nicht verlaufen und die Innenstadt auch abseits der Sehensw├╝rdigkeiten erkunden. Hierbei muss ich betonen, dass ich mich ├╝berall sicher gef├╝hlt habe. Immer kam es zu netten Gespr├Ąchen und Begegnungen ÔÇôegal ob in den einfachen Wohngebieten fernab der Gesch├Ąfte, in den Gesch├Ąften, Tempeln oder auf den M├Ąrkten. Es hat mir nichts ausgemacht, dass die Menschen ÔÇôErwachsene wie Kinder, M├Ąnner und Frauen immer und ├╝berall auf mich zukamen, Fotos machen wollten oder selbst fotografiert werden wollten. Oft waren sie interessiert, etwas ├╝ber Deutschland zu erfahren, wie mir Indien und Udaipur gef├Ąllt, was ich hier mache und wie lange ich bleibe. Die Einladungen zum Chai habe ich immer ausgeschlagen, was stets h├Âflich angenommen wurde. Ein Nein hat nie jemand ├╝bel genommen.

Als wir in Udaipur ankamen, haben wir dort zwei M├Ądchen aus Deutschland kennengelernt, die als Freiwillige nach 4 Wochen Goa ihre letzte von 4 Wochen in Udaipur verbrachten und t├Ąglich zwei Projekte durchf├╝hrten ÔÇô vormittags Englisch-Unterricht in der Taub-Stummen-Schule, die ca. 20 Tuk-Tuk-Minuten entfernt ist und nachmittags Englisch-ÔÇ×├ťbungsstundenÔÇť f├╝r die Kinder der Nachbarschaft in der vor allem die Bediensteten wohnten.

Ich war, nachdem ich meine Gruppe nach Goa verabschiedet hatte, 1 Woche allein im Freiwilligenhaus. Eine Woche sp├Ąter hat mir ein M├Ądchen, dass die Rundreise allein machte, Gesellschaft geleistet, sofern sie gerade nicht on tour war. Ich habe nur das Projekt in der Taub-Stummen-Schule ├╝bernommen, wo es um die Versch├Ânerung der W├Ąnde in einer vierten Klasse ging. Ich habe drei gro├če Wandbilder gemalt und konnte die Kinder oft mit einbeziehen. Meine Tage als Freiwillige in Udaipur sahen meist folgenderma├čen aus:
von 6 bis 7 Uhr Yoga (im Freiwilligenhaus) gegen 9 Abfahrt zur Schule mit James, meinem Guide in Udaipur.
ca. 9.30 bis 14.00 Uhr Malen in der Schule. Gegen 12 ist gro├če Pause und Zeit f├╝rs Mittagessen, in der Sonne sitzen und den Kindern beim Spielen und Volleyball zuschauen. Die Lehrerinnen und auch der freundliche Direktor haben mich immer mal im Klassenzimmer besucht, um sich den Fortgang anzusehen. Man konnte mit ihnen ins Gespr├Ąch kommen. Auch WhatÔÇÖs App-Freundschaften haben sich daraus ergeben.

Oft habe ich gleich von der Schule aus Unternehmungen gemacht. Je nachdem, was ich mir in Udaipur anschauen wollte, hat mich unser Tuk-Tuk-Fahrer, der uns normalerweise von der Schule abgeholt h├Ątte, an meinen Ausgangspunkt gefahren. Weil es 18.00 Uhr dunkel wurde, war ich ungef├Ąhr um diese Zeit wieder zur├╝ck. Ich habe mir meist ein Tuk-Tuk genommen. Das ist unproblematisch, weil der Preis praktisch feststeht. Wenn ein Fahrer bei der Absprache vor der Fahrt mehr verlangte, hab ich ihm gesagt, ich w├Ąre gew├Âhnlich f├╝r 150 Rupien gefahren worden, worauf er immer sofort einwilligte. Den Preis wusste ich vom Guide. ├ťblich ist aber, dass unser Tuk-Tuk-Fahrer geschickt wird, um die Freiwilligen aus der Stadt abzuholen.

Meine Unternehmungen in Udaipur, die ich sehr empfehlen kann:
Ich habe fast 2 Wochen lang Privatstunden bei einer Yoga-Lehrerin genommen. Mein Guide hat sie mir auf meine Anfrage hin vermittelt. F├╝r Einzelpersonen kostet das t├Ąglich 300 Rupien (etwa 4 ÔéČ), ab drei Personen 200 f├╝r jeden. Sie vermittelt die traditionelle Version des Ashtanga-Yogas (unser ÔÇ×Power-YogaÔÇť hat daraus viel entnommen). Dazu geh├Âren nicht nur die Asanas (ÔÇ×├ťbungenÔÇť) f├╝r den K├Ârper und die Atmung, sondern auch Meditation. Sie geht sehr stark auf den Einzelnen ein und erf├╝llt Extraw├╝nsche.

Normalerweise geh├Ârt ein Besuch des Jagdish-Tempels ÔÇôder Haupttempel im Zentrum der Innenstadt- zum Rundreiseprogramm. Ich habe ihn allein aufgesucht, was zu einem Erlebnis werden kann, wenn sich dort eine Gruppe ├Ąlterer Frauen zur Einkehr trifft, oder ein Mann vollkommen versunken singend betet. Man sollte sich die Zeit nehmen, sich dem Reichtum fig├╝rlicher Darstellungen zu widmen und eingeladen zu werden, um die Glocke vor einem Schrein zum Wohlwollen eines der G├Âtter zu l├Ąuten.
Weit weniger bekannt ist, dass der Jagdish-Tempel einer von Dreien ist. Ich habe an einem Tag den Tempel weiter oben Richtung Eingangstor zum City Palace spontan besucht und war hingerissen. Die Figuren sind fast noch sch├Âner, es gibt verwinkelte Treppen an der Hinterseite des Tempels zu einer Dachterrasse, von wo man einen herrlichen Blick ├╝ber Udaipur am Pichola-See hat. Bei Sonnenuntergang ein Traum.

Saheliyon Ki Bari ist eine sch├Ân angelegte Parkanlage direkt in Udaipur oberhalb des Fateh-Sees. Am Ufer des Fateh-Sees sind kleine Cafes. In einem von ihnen sollte man unbedingt einen Eiskaffee mit Schokoladeneis nehmen. Ein Touri-Traum.
Etwas ganz Besonderes war meine Taxifahrt an einem Samstag zu den Tempelanlagen Eklingji und Sas-Bahu in Nagda. Sie sind ca. 20 und 25 km entfernt und wirklich sehenswert, wenn man den Ausflug nach Ranakpur nicht schafft, weil das noch weiter entfernt ist. Das Ordern des Taxis hat mein Guide ├╝bernommen. Es ist eine sehr bequeme Art, zu den etwas weiter entfernten Sehensw├╝rdigkeiten zu gelangen und hat mich insgesamt nur 28 ÔéČ gekostet. Der Taxifahrer wartete, w├Ąhrend ich mir alle Zeit der Welt zur Besichtigung nehmen konnte.

Eine kleine Reise in eine andere Zeit unternimmt man beim Besuch des Zoos in Udaipur. Manche der K├Ąfige sehen aus wie kleine Maharatscha-Bauten. Anfangs erinnert nichts an die Tierg├Ąrten, die man aus Deutschland kennt. Es ist nostalgisch und ziemlich in die Jahre gekommen. Die Inder gehen dort wegen der Attraktion ÔÇôeines wei├čen Pfaus hin. Ein Ort, an dem das Fotografenherz h├Âher schl├Ągt.

Kein schlechter Ort zum Einkaufen ist der Tibetische Markt unweit des Pichola Sees. Der tibetische Teil ist eher ern├╝chternd, doch der ebenso gro├če indische Teil bieten traditionelle Kleidung, S├╝├čigkeiten, Gew├╝rze, Schmuck und Tischw├Ąsche. Ein kleines Paradies mit Festpreisen, wo man sich vom sonst ├╝blichen Handeln etwas erholen kann.
├ťberw├Ąltigend sch├Ân und von allen Reiseb├╝chern und ÔÇôwebseiten untersch├Ątzt ist Ahar etwa zwei Kilometer ├Âstlich von Udipur. Dorthin bin ich mit unserem Tuk-Tuk-Fahrer gelangt. Es ist ein riesiges Arial mit ├╝ber 250 K├Ânigsgr├Ąbern in Form sogenannter Zenotaphen. Der Tuk-Tuk-Fahrer, zu dem ich inzwischen schon ein regelrecht freundschaftliches Verh├Ąltnis hatte, und ich waren dort praktisch alleine. Zenotaphen sind Marmorbaldachine, die teils klein und nicht begehbar, aber auch gro├če Bauwerke sein k├Ânnen. Ein weiteres Fotoparadies.

Einige praktische Tipps:

Eine indische SIM-Karte ist sehr preiswert und sehr komfortabel, da man in Indien offenbar ├╝berall Empfang hat und so auch auf dem h├Âchsten Tempel im Himalaya-Vorgebirge und in der tiefsten Ein├Âde und W├╝ste direkt Bilder und Gr├╝├če versenden kann. Will man darauf verzichten, gibt es in jeder Unterkunft gutes Netz, so dass man ├╝ber den heimischen Mobilfunk-Vertrag oder das Hotel-W-LAN-Netz tageweise gut angebunden ist. Mit der Heimat telefoniert man am besten ├╝ber skype. Die indische SIM-Karte m├╝sste sonst man in Bezug auf Anrufe ins Ausland etwas besser best├╝cken.

In Goa im Freiwilligenhaus, muss das Netz sehr zu w├╝nschen ├╝brig lassen. Goa ist beliebt und dementsprechend oft ziemlich belegt. Von drei verschiedenen Volunt├Ąren habe ich mir sagen lassen, dass in Udaipur die Aufenthalts- und Projektbedingungen deutlich komfortabler sind. In Goa ist ein eigenes Moskitonetz hilfreich. In Udaipur ist es in den Wintermonaten unn├Âtig.
Geld abheben hat sich im Ausland mit der DKB-Kreditkarte absolut bew├Ąhrt. In Indien fallen dennoch geringe Geb├╝hren an. Die Guides wissen, welche Bank die geringsten Geb├╝hren einzieht. Insgesamt braucht man in Indien unglaublich wenig Geld. Der Aufenthalt als Freiwilliger ist mit allen Unterk├╝nften und Mahlzeiten so gut organisiert, dass man praktisch nur noch seine t├Ąglichen Wasserflaschen kaufen muss, was ebenfalls sehr preiswert ist (15 oder 20 Rupien).

Der Schlafsack, den ich eigentlich nur f├╝r die ├ťbernachtung in der W├╝ste mitgenommen hatte, hat mir auch sonst gute Dienste geleistet. In Shimla und Daramshala war es im November schon sehr kalt und die Unterk├╝nfte sind, wie in Indien allgemein ├╝blich, nicht beheizt. Auch im Nachtbus kann das eine kuschelige Alternative sein. Ich habe es mir mit einem aufblasbaren Reisekissen, einem dicken Tuch um den Hals, einer kleinen Decke und Hausschuhen im Handgep├Ąck gem├╝tlich machen k├Ânnen. Diesbez├╝glich war ein Sammelsurium von Musik und H├Ârb├╝chern im Smartphone, ein extra-Akku und Kopfh├Ârer ein wahrer Segen. Dies, ein Arsenal an Ohrenst├Âpsel und eine Augenklappe sorgten daf├╝r, dass ich praktisch ├╝berall schlafen konnte.
Gut zu wissen ist au├čerdem, dass man immer die M├Âglichkeit hat, ein bisschen Handw├Ąsche zu machen. Waschen und Trocknen hat prima geklappt, so dass man wirklich nicht so viel Gep├Ąck ben├Âtigt. Gerade auf der Rundreise ist leichtes Gep├Ąck (also maximal 15 kg) sehr viel angenehmer.

Eine gro├če Sorge galt der M├Âglichkeit Kamera und Handy regelm├Ą├čig aufladen zu k├Ânnen. Mit jeweils einem Extraakku f├╝r beide Ger├Ąte war ich schon ausreichend ausgestattet, da man wirklich jeden Tag Steckdosenzugang hat. Mein Akkupad f├╝r unterwegs habe ich nicht einmal benutzt. Mein Reisestecker hat mir gute Dienste geleistet, weil er Platz f├╝r zwei Stecker bot. Ganz ohne Reisestecker geht es meistens auch. Nur im Flughafen in Neu Delhi war ohne Reisestecker nichts zu machen.
Das Essen ist abwechslungsreich und wirklich lecker. In den ersten Tagen habe ich auch alles gut vertragen. Im Laufe der Zeit habe ich immer mal mit Unterbauchschmerzen und Durchfall k├Ąmpfen m├╝ssen. Mein Hausarzt meinte mal dazu, dass wir manche asiatische Nahrungsmittel einfach nicht gut verstoffwechseln k├Ânnen. Mir ging es immer schnell wieder besser, wenn ich so wenig wie m├Âglich Gew├╝rze zu mir nahm und auf die Fladenbrote verzichtete. Ein M├Ądchen aus der Gruppe hat offensichtlich das sehr leckere Gericht ÔÇ×Spinat-PaneerÔÇť nicht vertragen. Aber keine Angst! Einfach einlassen! Meistens gibt es keine Probleme.

Die wichtigsten Medikamente waren f├╝r mich Reisetabletten f├╝r die langen Busreisen (Mir wird eigentlich nicht so schnell schlecht, aber in Indien war ich froh, dass ich sie hatte. Sie helfen ebenfalls gegen Durchfall.) und Tannacomp ÔÇô ein Medikament gegen Durchfall und leichte Lebensmittelvergiftungen, das mir von einem Weltreisenden empfohlen wurde und beispielsweise vor langen Bus- und Zugfahrten vorsorglich bei kleinsten Anzeichen von Unwohlsein genommen werden kann und gut vertragen wird. Gegen Schmerzen und bei Erk├Ąltung habe ich die Ibuprofen-Variante Eudorlin Extra mitgenommen, die mir in Deutschland auch bei Migr├Ąne geholfen hat. Ununterbrochen genutzt wurde das kleine Fl├Ąschchen fl├╝ssiges Sagrotan zum ÔÇ×H├ĄndewaschenÔÇť. Ansonsten brauchte ich au├čer Pflaster und Antisept nichts aus meiner umfangreichen Reiseapotheke.

Geimpft habe ich mich praktisch gegen alles, was als M├Âglichkeit auf der betreffenden Internetseite des Ausw├Ąrtigen Amtes steht. Im Nachhinein halte ich (neben dem in Deutschland ├╝blichen Standardimpfschutz, wozu auch Wundstarrkrampf und Typhus z├Ąhlt) die Tollwutimpfung und Hebatitis A+B f├╝r zwingend. Japanische Enzephalitis und Meningitis C ist besonders in den Wintermonaten in Udaipur nur etwas f├╝r besonders Vorsichtige.

Zum Thema Sicherheit: Die Organesation vor Ort macht seinem Anspruch auf ÔÇ×Eco and Green TourismÔÇť alle Ehre. Man lebt und reist wirklich auf Tuchf├╝hlung mit der indischen Bev├Âlkerung. Doch egal ob an ├╝berf├╝llten Seightseeing-Places in Neu Delhi, in gut gef├╝llten ├ťberlandbussen und Z├╝gen oder in den menschenleeren W├Ąldern w├Ąhrend der Trekkingtour gab es nie auch nur einen Augenblick der Besorgnis oder Unwohlseins. ├ťberall, auch auf meinen Touren durch Udaipur, wo ich die Stadt im Alleingang erkundete, ist mir ausschlie├člich ausgesprochene Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Zur├╝ckhaltung entgegen gebracht worden. Auch wenn ich Einladungen ausschlug oder der Bitte nach einem gemeinsamen Foto mal nicht nachgab, blieben die Inder immer freundlich und herzlich. F├╝r das Bild, das man z.Z. von indischen M├Ąnnern in Deutschland hat, habe ich in den 4 Wochen kein best├Ątigendes Beispiel gefunden.

In den 4 Wochen in Indien bin ich h├Âchstens 5 bettelnden Menschen begegnet. Es ist jedem selbst ├╝berlassen, ob man etwas gibt oder wie man damit umgeht. Nur soviel: 10 Rupien sind schon viel Geld in Indien. Das sind 13 cent.



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