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Freiwilligenarbeit Tansania - Antonia

 
Jambo Deutschland,

ich heiße Antonia, bin 23 Jahre alt und startete im September 2013 zum nun schon vierten Mal ins Abenteuer Afrika. Diesmal sollte die Reise zunĂ€chst fĂŒr sieben Wochen nach Arusha/Tansania und im Anschluss direkt weiter nach Ghana fĂŒhren.

Nach einem wahren Horrorflug und 19 Stunden VerspĂ€tung mit stundenlangem Aufenthalt in Äthiopien kam ich wohlbehalten, aber unbeschreiblich mĂŒde mitten in der Nacht am Kilimanjaro Airport an. Dort wurde ich trotz der VerspĂ€tung (irgendwie war es mir möglich, von Äthiopien aus Bescheid zu geben, dass es sehr viel spĂ€ter wird) gleich in Empfang genommen und zum Freiwilligenhaus nach Arusha gefahren. Dort fiel ich erstmal vollkommen erschöpft ins Bett. Da ich bei Ankunft die einzige Freiwillige im Haus war, stand dem Ausschlafen also nichts im Wege


Der Kulturschock blieb weitestgehend aus und ich fĂŒhlte mich die ersten Tage einfach nur wohl, endlich wieder afrikanischen Boden unter den FĂŒĂŸen zu haben.

Nach und nach trudelten weitere Freiwillige ein und so unternahmen wir gleich am ersten Wochenende eine Safari in den Arusha Nationalpark, wo wir mit Elefanten, Giraffen, Zebras und Co. bereits von der faszinierenden Tierwelt verwöhnt wurden.

Innerhalb der ersten Tage ging es dann auch in mein Projekt, das Baby Waisenhaus in Njiro, in das ich jeden Morgen mit dem Motorrad (Piki Piki, Bora Bora oder auch Toyo) gebracht wurde. Die Arbeit im Baby – Waisenhaus war insgesamt sehr schön und nĂŒtzlich. Es leben immer um die 25 Babys im Alter von ein paar Tagen bis zwei Jahren dort, die entweder verstoßen, ausgesetzt oder Waisen sind. Es gab viele Freiwillige aus allen LĂ€ndern im Baby Home und wir konnten, je nach Interesse und Bedarf, die Kleinen wickeln, fĂŒttern, mit ihnen spielen, sie umziehen, mit ihnen auf dem RĂŒcken spazieren gehen, sie zum Schlafen bringen oder einfach nur stundenlang halten und fĂŒr sie da sein. Die Nannies konnten leider kaum englisch und so war die VerstĂ€ndigung mit ihnen nicht wirklich möglich, aber in Tansania lernt man sowieso mit der Zeit, sich mit HĂ€nden und FĂŒĂŸen mitzuteilen und die ersten Brocken Suaheli lernen sich auch leicht und schnell.

Nach der Arbeit trafen wir aus dem Freiwilligenhaus uns oft in der Stadt, entspannten am Pool einer Lodge oder haben den Nachmittag im Garten verbracht und uns ĂŒber die Projekte ausgetauscht. Abends gab es dann immer einheimisches Essen, das fĂŒr uns zubereitet wurde. So lernten wir also auch die Suaheli – KĂŒche etwas kennen (und lieben, zumindest manchmal ;-) ).

Am Wochenende unternahmen wir meist AusflĂŒge, z.B. eine neunstĂŒndige Wanderung entlang des Mount Meru und unberĂŒhrter Natur hin zu schönen WasserfĂ€llen. Zudem waren wir noch einmal auf Safari am Lake Manyara und im Tarangire Nationalpark. SpĂ€testens dann, wenn man die Löwen, Elefanten und Giraffen am selben Ort in freier und weiter Natur und Stille beobachten kann, weiß man doch wieder, warum man diesen Kontinent so gerne besucht! Kann es etwas Schöneres geben? Wohl kaum, aber dennoch war mein Ausflug nach Sansibar natĂŒrlich noch ein Highlight. Klar war auch dieser Flug wieder verspĂ€tet, aber: That’s Africa â˜ș Sansibar selbst ist ein Paradies: tĂŒrkisfarbenes Meer und weiße SandstrĂ€nde, das wunderschöne historische Stone Town, Sonne satt und freundliche Menschen (wie ĂŒberall in Tansania). Leider war dieser kleine Ausflug nur fĂŒnf Tage lang, aber mein persönliches sansibarisches MĂ€rchen geht ja schon ganz bald weiter


Nach sieben wunderbaren Wochen voller Erlebnisse mit sehr netten Menschen war ich einigermaßen traurig, weiterzureisen, auch wenn schon das nĂ€chste afrikanische Abenteuer in Ghana auf mich wartete. Aber die Leute wachsen einem schon sehr ans Herz und wir Freiwillige verstanden uns auch echt super.

Was wir von den Afrikanern lernen können: Freundlichkeit, Gastfreundschaft, Herzlichkeit, Offenheit und Lebensfreude! Die Menschen dort besitzen materiell nicht mal einen Bruchteil von dem, was fĂŒr uns völlig selbstverstĂ€ndlich ist, und sind uns dennoch in ihrer Art, das Leben zu meistern und mit dem Vorhandenen glĂŒcklich zu sein, meilenweit voraus. Dazu kommen noch diese einzigartigen unberĂŒhrten Landschaften und die exotische Tierwelt. Darum kehre ich immer wieder zurĂŒck. Tansania ist friedlich, die Leute sind so nett, dass sie einen sogar jedes Mal von ihrem Essen (Pflicht: immer mit der RECHTEN Hand essen) abgeben wollen, selbst wenn sie sich das eigentlich gar nicht leisten können, da der Tageslohn nicht selten nur ca. einen Euro betrĂ€gt.

Ich habe es keine Sekunde bereut, mich fĂŒr den Aufenthalt in Tansania entschieden zu haben. Die Zeit werde ich nie vergessen. Die Betreuung von Auszeit war zu jeder Zeit super und ich habe mich sehr gut aufgehoben gefĂŒhlt.

Traut euch, erwartet nichts und taucht ein in dieses wunderschöne Land!


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