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Freiwilligenarbeit Sri Lanka - Eli

Termine

Juli
  • 19. Juli, 16 Uhr, Online-Infoabend
August
  • 15. August, 18 Uhr, Infoabend in Köln
  • 23. August, 16 Uhr, Online-Infoabend
September
  • 20. September, 14-18 Uhr, "Neugierig auf die Welt", Hanau
  • 22. September, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse, Köln
  • 29. September, 10-15 Uhr, Youth Education & Travel Fair, Wien

Details und weitere Termine findest du hier!

 

Hallo, ich bin Eli aus Österreich und war fĂŒr 2 Wochen in Sri Lanka. Das einzige, das ich im Nachhinein sagen kann ist, dass es eine aufregende, spannende, ereignisreiche, erfahrungsvolle und vor allem lustige Zeit war, die ich nie mehr missen möchte!!!

Doch nun von Anfang an:

Ich hatte schon lange den Traum zu reisen, andere Kulturen zu erkunden, Leute aus aller Welt kennen zu lernen, eine andere Sprache zu sprechen, unterschiedliche Teile der Erde zu sehen und vor allem meinen Horizont zu erweitern; und daher packte ich meine sieben Sachen und machte mich auf die Reise.

Die ganze Organisation, sprich Anmeldung, Flug und Visum gestaltete sich recht unkompliziert und schnell. Das Auszeit Team war immer fĂŒr Fragen offen. Und so war ich, ehe ich mich versah schon in Sri Lanka.

Per Taxi wurden zwei andere Freiwillige und ich zu unserem Freiwilligenhaus nach Kandy gebracht. In den ersten paar Minuten erlebte ich regelrecht einen kleinen Kulturschock: der Verkehr spielte sich auf der „falschen“ Seite ab und dies nicht in gewohnter Manier wie in Europa, sondern es fuhr eher jeder so, wie er wollte und das Ganze wurde durch stĂ€ndiges Hupen lautstark umrahmt, dann war natĂŒrlich das viel wĂ€rmere Klima, das einen nach Luft schnappen lies und die ganzen GerĂŒche, die einen fein in der Nase kitzelten.

Doch dieser kleine „Schock“ legte sich rasch, denn dadurch, dass ich frĂŒhmorgens in Colombo landete, konnte ich schon am ersten Tag den Sonnenaufgang sehen- ein wunderschöner Anblick. Die ersten Sonnenstrahlen an diesem Tag zauberten mir ein LĂ€cheln auf die Lippen, welches ich ĂŒber die ganzen 14 Tage lang behielt.

Nach der Ankunft in Kandy bezog ich mein Zimmer, wo mich schon andere Freiwillige begrĂŒĂŸten. Mein Ankunftstag war ein Sonntag und so nutzten wir diesen freien Tag um die Gegend und Kandy ein wenig zu erkunden- natĂŒrlich sind wir mit einem Tucktuck gefahren. Fahrten mit diesem dreirĂ€drigen Verkehrsmittel sind ein MUSS fĂŒr alle die nach Sri Lanka reisen!

Zu Beginn war noch alles recht ungewohnt, da ich niemanden kannte, doch dies Ă€nderte sich sehr rasch. Noch am ersten Tag knĂŒpfte ich neue Bekanntschaften, die sich im Laufe der Reise zu richtigen Freundschaften entwickelten. :)

Am Montag starteten wir dann mit einem Einleitungstag: Dhammike, unser „Chef“, erklĂ€rte uns alles bzgl. den Projekten, den Gewohnheiten der Einwohner und der Sprache. So konnten wir ganz spontan unsere Arbeit fĂŒr die Woche aussuchen.

In den ersten zwei Tagen half ich im Projekt „Disabled Orphanage“ ich war also im Waisenhaus fĂŒr behinderte Kinder und Erwachsene. Wir halfen den Kindern sich zu waschen und zu pflegen und waren den Waisen beim Essen behilflich. NatĂŒrlich kam auch das Spielen nicht zu kurz, und so schaukelten und rutschen wir im kleinen Spielplatz. Klarerweise drehten wir auch ein paar rasante Runden mit dem Rollstuhl quer durch die SpielgerĂ€te.

Die kleinen und großen Menschen zu sehen, die sich nicht selbst helfen können, die regelrecht auf Hilfe, Zuwendung, ja einfach nur ein LĂ€cheln warten, ist unbeschreiblich. Es gibt ein paar Pflegerinnen, die sich um alles kĂŒmmern, aber es sind vielmehr Behinderte im Waisenhaus, sodass es noch mehr Menschen brĂ€uchte, die sich kĂŒmmern und so kommen die Freiwilligen zum Einsatz, die mit einem LĂ€cheln der Kinder und Erwachsenen belohnt werden.

An zwei weiteren Tagen beteiligte ich mich am Projekt „Temple Renovation“. Mit dem Bus begann die kleine Reise zum renovierungsbedĂŒrftigen Tempel, der sich inmitten der Teefelder auf einem HĂŒgel befand. Das letzte StĂŒck zum heiligen GebĂ€ude legten wir zu Fuß durch die malerische Landschaft zurĂŒck. Unser Koordinator erklĂ€rte uns etwas ĂŒber den Tee Anbau und wir konnten die Einwohner dabei beobachten, wie sie ihre WĂ€sche im ruhigen Bach inmitten des kleinen WĂ€ldchens reinigten.

Oben angekommen wurden wir von drei freundlichen Mönchen begrĂŒĂŸt: der erste war ein weiser Ă€lterer Mönch, der zweite war ein neugieriger, der viele Fotos knipste und sogar Facebook mit den Freiwilligen austauschte und dann gab es noch einen jungen, etwas schĂŒchternen Mönch.

Wir Freiwilligen starteten dann auch gleich mit Pinseln, Eimern und Farbe bewaffnet und strichen die Mauern des Tempels in sonnigem Gelb, erfrischendem Rot und klarem Weiß. Zwischendurch entspannten wir bei einer kurzen „Tea- Time“ mitsamt Sri Lankanischen Snacks und unterhielten uns mit den Mönchen. Man möchte meinen, dass die Mönche eher unter sich bleiben wĂŒrden, doch sie waren sehr an uns „AuslĂ€ndern“ interessiert und so auch an unserer Musik, daher spielte ich wĂ€hrend der Malerarbeiten ein paar Songs von meinem Handy ab. Es wurde fĂŒr uns gekocht und wir wurden mit selbst gemachten Avocado Drinks und Vanilleeis fĂŒr unsere BemĂŒhungen belohnt.

Im Nu war die erste Woche vorĂŒber, denn nach getaner Arbeit unter der Woche unternahmen wir am Nachmittag oder am Abend immer etwas: Zusammen mit den anderen Freiwilligen bekam ich einen Einblick in die dortige Kultur, wir sahen eine TanzauffĂŒhrung mit bunten GewĂ€ndern, rhythmischen Bewegungen und lautstarker Musik.

Ein anderes Kulturerlebnis findet jĂ€hrlich im August statt, das sogenannte „Perahera“, dies ist eine Art Zeremonie, bei der abends geschmĂŒckte Elefanten, traditionelle Musik, althergebrachte TĂ€nze und lodernde Fackeln durch die Straßen wandern. Ich hatte das GlĂŒck, dass ich genau zu dieser Zeit in Sri Lanka war, jedoch muss man ein FrĂŒhaufsteher sein, um ein geeignetes PlĂ€tzchen zu ergattern, um das ganze Spektakel zu beobachten. Doch sehenswert ist es allemal.

In Sri Lanka ist der Buddhismus die vorherrschende Religion und daher gibt es viele Tempel im ganzen Land. In Kandy steht der berĂŒhmte „Temple of the tooth“, darin befindet sich ein Zahn des Buddhas. Barfuß ging es durch die heiligen Hallen, die mit Menschenmassen gefĂŒllt waren und draußen fand man unzĂ€hlige Elefanten, die ihre prĂ€chtigen Körper zur Schau stellten.

Den „ Kandy Lake“ sollte man auch nicht verpassen, ein wunderschönes PlĂ€tzchen Natur, das zum gemĂŒtlichen Spaziergang um das kĂŒhle Nass einlĂ€dt. Wenn man dann seinen Blick gen Himmel richtet, erblickt man hoch oben eine wunderbare, riesige Buddhastatue. Diese ist kurzerhand mit einem Tucktuck erreichbar und je nĂ€her man ihr kommt, desto grĂ¶ĂŸer wird sie. Erklimmt man die Statue, so hat man eine unbeschreibliche Aussicht auf ganz Kandy; wir mischten uns ganz ungeniert unter die GlĂ€ubigen und lauschten den Gebeten zu Ehren Buddhas wĂ€hrend wir am Abend den Sonnenuntergang genossen.

Den ganzen MĂ€rkten kann man in dieser Kulturstadt auch nicht entkommen, denn an jeder Ecke gibt es Obst, GewĂŒrze oder Kleidung zu kaufen- ein Shoppingerlebnis der Sonderklasse. Auch ein Shopping Center steht mitten in Kandy, in dem man wie in der westlichen Welt seine Erledigungen machen kann.

Am Wochenende hatten wir frei und so entschieden ein paar Freunde und ich uns dafĂŒr, in den SĂŒden zu fahren, um eine Safari Tour im „Yala Nationalpark“ zu machen organisierte alles fĂŒr uns, von der Taxifahrt ĂŒber die Übernachtung im Hotel bis zur Safari. Allein die Taxifahrt von Kandy beginnend, durch die hĂŒgelige Teelandschaft, bis zu den ebenen Dörfern war wunderschön. Hin und wieder stoppten wir, um ein paar Fotos zu machen oder etwas zu essen.

Als wir dann am Hotel ankamen, war ich wiederum begeistert, denn es lag inmitten von Palmen mit KokosnĂŒssen, gelegen an einem See mit Krokodilen und Schlangen, die nachts von GlĂŒhwĂŒrmchen beleuchtet wurden. In HĂ€ngematten konnte man seine Seele baumeln lassen, wĂ€hrend der Wind ruhig die Gedanken umwehte.

Um 05:00 Uhr morgens begann die Safari, so fuhren wir im Jeep dem Sonnenaufgang entgegen. Wir bekamen Elefanten, Rehe, Krokodile, Hasen, Vögel, Wildscheine, Pelikane und Affen zu Gesicht. Die Tiere in ihrer natĂŒrlichen Umgebung zu beobachten war ein tolles Erlebnis.

Nach der 7- stĂŒndigen Safari ging es mit dem Taxi weiter nach Ambalangoda, einer Stadt am Meer, wo sich ein weiterer Green Lion Standort befindet. Diese Taxifahrt war einzigartig, wir fuhren entlang wunderschöner SandstrĂ€nde und durch mitten von belebten StĂ€dten und Dörfern.

In der zweiten Woche unterstĂŒtzte ich das „Turtle Project“ am Strand. So war ich also tĂ€glich am Meer, daher begrenzte sich meine „Arbeitskleidung“ auf einen Bikini. Wir arbeiteten alle zusammen: Schildkröten fĂŒttern und putzen, die Tanks reinigen und das Wasser wechseln, neuen Sand vom Strand holen und den MĂŒll entfernen. Wir reinigten auch die Umgebung, indem wir das verwilderte GestrĂŒpp, sowie das Unkraut und die Steine entsorgen und das Gebiet mit Sand begehbar machten. Kleine Malerarbeiten, sowie Bilder und Unterschriften auf den WĂ€nden machen das kleine HĂ€uschen zu einem Blickfang in der Gegend.

Nach getaner Arbeit wurde immer die sogenannte „swimming time“ ausgerufen, bei der wir alle zusammen in die Wellen des lauwarmen Meeres stĂŒrmten, um uns abzukĂŒhlen. Der menschenleere Strand lud wirklich zum TrĂ€umen ein, ein paar einheimische Fischer, die nur mit Lendenschurz bedeckt und einem Speer bewaffnet waren, gingen auf Beutefang und machten so das Ganze Bild zu etwas Besonderem.

Auch die StĂ€dte am Strand haben einiges zu bieten, so waren wir einen ganzen Tag lang in Galle, einer Stadt, die berĂŒhmt fĂŒr ihre Mauern ist, die die Altstadt umgeben. So wanderten wir auf den alten GemĂ€uern am Meer entlang mit Blick auf die schön erhaltene Downtown, in der es viele kleine Shops und CafĂ©s gibt- perfekt um nach netten Souvenirs Ausschau zu halten.

Wie schon erwĂ€hnt ist Sri Lanka das Land der Tempel und so konnten wir uns auch im SĂŒden die Tempel nicht entgehen lassen- in der NĂ€he von Ambalangoda gibt es einen Tempel, der den grĂ¶ĂŸten, liegenden Buddha von ganz Asien beherbergt.

Am letzten Tag vor unserer Abreise fuhren wir am Nachmittag nach Hikkaduwa um zu shoppen und dann zu Abend zu essen, um unsere Zeit in Sri Lanka bei einem gemĂŒtlichen Zusammensein ausklingen zu lassen. Ein kleiner Tipp, fĂŒr alle die einmal dahin kommen wĂ€re das Restaurant „Top Secret“ oder „Refresh“, beide direkt am Strand gelegen; in einer grandiosen AtmosphĂ€re kann man dem Rauschen der Wellen lauschen. Die letzten Sonnenstrahlen beleuchteten unsere Erinnerungsfotos, die wir am Strand machten; und so verloren sich die Strahlen der Sonne bald im Dunkel des Meeres aber dafĂŒr stieg der helle Schein des Mondes am Horizont empor und glĂ€nzte alsbald mit tausenden Sternen um die Wette.

Als Freiwillige/r sollte man weltoffen, engagiert und kontaktfreudig sein, dann gibt es ĂŒberhaupt keine Probleme, sich in einer neuen Umgebung einzuleben. Doch man muss auch VerstĂ€ndnis und vor allem Respekt fĂŒr die Einheimischen sowie deren Kultur und Gewohnheiten haben. Man kann das Leben dort nicht mit der westlichen Welt vergleichen. Doch entgegen der Form des Landes, die einer TrĂ€ne gleicht, haben die Menschen immer ein LĂ€cheln auf den Lippen und sie scheinen zufrieden mit ihrem Leben zu sein; und von dieser Zufriedenheit und Lebensfreude könnte man sich sehr wohl was abschauen, denn wir in Europa haben wesentlich bessere Lebensbedingungen, wissen diese aber anscheinend oft nicht zu schĂ€tzen. Daher sollte man immer im Hinterkopf haben, dass es Menschen gibt, denen es weitaus schlechter geht, die aber zufrieden damit sind, so wie sie leben.

Ich bin enorm dankbar fĂŒr all die Erlebnisse und Erfahrungen die ich im Ausland machen durfte. Ich konnte meine Zeit, meinen Einsatz, meine UnterstĂŒtzung und mein Lachen teilen; und ich bekam dafĂŒr enorm viel zurĂŒck. Nicht nur die BestĂ€tigung, das richtige getan zu haben, sondern vor allem auch das wohltuende GefĂŒhl, ĂŒberall auf der Welt ein zweites kleines zu Hause zu finden, indem man neue Freundschaften aufbaut. So habe ich wundervolle Menschen getroffen, mit denen ich sonst nie in Kontakt gekommen wĂ€re. Wir haben so viel zusammen unternommen und hatten extrem viel Spaß, sodass ich mich jederzeit wieder auf die Reise machen wĂŒrde, um ein weiteres Kapitel in meinem Leben zu schreiben.

„The world is a book, and those who do not travel, read only one page.“


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