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Freiwilligenarbeit Sri Lanka - Mike

 

Ich habe in den ersten 5 Tagen auf Sri Lanka mehr an nachaltigen Eindruecken und tiefgehenden Emotionen erlebt, als ich es mir in den kuehnsten Traeumen haette vorstellen koennen! Und bereits am dritten Abend fuehlte ich mich schon im innersten Machtzirkel der schoenen Insel. Aber eines nach dem anderen! ;-)

Ankunft

Bereits die Ankunft in Colombo war filmreif fuer eine Komoedie! Stellt euch vor: ihr kommt alleine aus dem Exitbereich des Flughafens und vor euch stehen ca. 40 Einheimische, schoen in 2er Reihen nebeneinander auf einer Laenge von gefuehlten 20 Metern und jeder haelt eine Tafel hoch mit 1-2 Namen darauf! Ich dachte nur: das werden die laengsten 20 Meter deines Lebens, denn alle 80 Augen waren auf mich gerichtet verbunden mit dem gespannten Hoffen auf ein erloesendes Nicken meinerseits: yes, it's me! So lief ich den "Catwalk" runter und kam am Ende an, ohne dass ich meinen Namen im schnellen vorbei laufen erkannte! Das ist nicht moeglich, dachte ich mir! Ich lief langsam wieder retour in der Annahme, ich haette es uebersehen! Da sprang einer aus der Menge und rief: who are you looking for? "Auszeit" Here! rief einer und zeigte mir sein Plakat und mir war klar, warum ich es uebersehen hatte: MICHEAL KILLER!!!

Ich rief meinen richtigen Namen und fragte lachend: Do I really look like a killer!!! Ca. 20 Singhalesen mussten laut mitlachen! Mein Taxidriver war so verschaemt, dass er beim ersten Foto sein Gesicht hinter seiner Tafel versteckte! ;-))

Sumeda

Sumeda hat mich in Empfang genommen und war die ganze Woche fuer mich verantwortlich! Es ist ein sehr zuverlaessiger, herzensguter Mensch, verheiratet und Vater 2er Kinder, mit dem ich sehr freundschaftlich verkehrte. Mein Glueck war, dass ich diese Woche der einzige Volunteer auf dem Projekt war! So konnte er mir ein auf meine Beduerfnis massgeschneidertes Projekt anbieten!

Komali

So fuehrte er mich nach einem kurzen Lunch zu "meinem" Projekt: Komali. Komali, ein 2,5 Tonnen schwerer Elefant hat sich vor ueber 3 Monaten beim taeglichen Baden im Fluss oberhalb des Knies den Knochen gebrochen! Nun steht sie somit seit mehreren Monaten in ihrem "Kaefig" und darf sich einzig auf die Seite lehnen und sich auf Saegemehlsaecken ausruhen! Es war ein trauriger Anblick, der mir beinahe das Herz brach!

Zuerst dachte ich mir: das kann wohl nicht sein, dass ich eine Woche lang "nur" einen Elefanten pflegen muss, der erst noch nicht mobil ist! ;-(( aber ich habe meine Meinung relativ schnell geaendert! Nicht nur dieses Schicksal hat mich immer mehr in Bann genommen, sondern vor allem Dasjenige von Sarath, dem Mahout (Elefantenpfleger).

Sarath

Saraths Schicksal haengt direkt von Komalis' ab. Sarath kommt aus sehr armen Verhaeltnissen und hat bis zum Unfall von Komali von Elefantenausritten mit Komali gelebt. Der Elefant selber gehoert einem reichen Singhalesen, dem das Schicksal beider egal ist, Hauptsache das Geld kam rein. Kaum war Komali nicht mehr arbeitsfaehig stoppte er die Salaerzahlungen an Sarath! Zum Glueck hat sich unsere Organisation seiner angenommen und unterstuetzt ihn moralisch, mit Volunteers und auch finanziell, wo moeglich! Zudem hat sich Asela, ein reicher, offensichtlich knallharter Geschaeftsmann mit Herz der Gegend einen Teil der monatlichen Salaerzahlungen uebernommen. Ihn habe ich mit der Zeit richtig ins Herz geschlossen, obwohl wir kaum miteinander sprechen konnten, da er sehr wenig Englisch konnte! Oft gegnuegten kurze Blicke oder ein Nicken und wir wussten, was zu tun war oder wir gerade ueber Komalis Zustand dachten.

Mitte der Woche habe ich mich spontan entschlossen, mit ihm in Begleitung mit Sumeda in die Stadt zu fahren in den Supermarkt und er konnte sich einen Einkaufswagen voll Grundnahrungsmittel wie 10kg Reis und Dinge des taeglichen Gebrauchs kaufen, die er sich nicht leisten konnte wie Seife, Zahnpasta, etc. - Dinge, die wir gedankenlos und mit einer Selbstverstaendlichkeit in den Warenkorb legen! Schliesslich habe ich noch fuer seine 9jhrg. Tochter einen Schulrucksack, seinen 4jhrg. Sohn ein Auto ausgewaehlt und er suchte sich noch fuer seine Frau ein gutes Duftwasser aus. Mit waessrigen Augen hat er sich bei mir bedankt. Seine Freude und tiefe Dankbarkeit war derart gross, dass er mich 2 std spaeter zu sich nach Hause und seiner Familie mit Uebernachtung einladen wollte, die notabene 4-Tuktuk Std. Weit weg wohnte (geplante Ankunft um 23 Uhr)!! In Absprache mit Sumeda blieb ich zurueck, den die Strassen sind eng und gefaehrlich, vor allem in der Dunkelheit! Ich versprach ihm aber, Komali am morgen alleine zu pflegen, damit er nicht um 5 losfahren musste und laenger bei seiner Familie bleiben, die er nur alle 2-3 Wochen sieht!

Meine Aufgaben

Ich unterstuetzte und half, wo ich konnte und durfte. Ich durfte nur von aussen mit Komali arbeiten, da sie aufgrund ihrer Situation unberechenbar sein konnte! Meine Hauptaufgaben u.a.: Kokospalmenblaetter im Dschungel holen gehen mit weiteren Leuten, fuettern, reinigen des Platzes, misten (mit dem Dung wird uebrigens an der Strasse oben Papier gemacht ;-)) ), abduschen, Medikamente kaufen (freiwillig) und assistieren des Arztes, der taeglich kam. Das war interessant. Ich musste 150 Tabletten gegen Schmerzen und Entzuendungen, Vitamine, Antibioticas in ein Kilogramm Brot stopfen und ihr danach verabreichen.

Ryan, der Barman

Ryan war nach aussen hin der klassische Barman: auf cool machend, vollbehangen mit Arm- und Halsketten, voller Oberarm-Tatooes, und wenn er wollte konnte er recht barsch wirken auf seine Klienten. Aber er hatte ein gutes Herz! Er sass immer in seinem "Kaefig", denn der Alkohol war stets streng gesichert vom Rest! Ryan hatte eine Vision: er wollte sein duerftiges Englisch derart verbessern, dass er weiter kam im Leben um nicht hinter Gitter eingehen zu muessen! Ich habe ihm anerboten, in den ruhigen Mittagsstunden, wo ich ass und Siesta machte, Englisch zu lernen und ihm einige wichtige Ausdruecke zu lehren! So haben wir uns waehrend vieler Stunden kennen und schaetzen gelernt und ich spuerte foermlich, wie er aufbluehte und mit seinem Lebensziel vor Augen hoch motiviert und unermuedlich lernte, wiederholte, nachsprach, korrigierte und sich oft ueber sich selber aufregte, weil es nicht so schnell wie nach seinen Vorstellungen lief. Ich entschloss mich am letzten Tag in die Stadt in die einzige Buchhandlung zu gehen, um ihm ein Grammatikbuch mit Uebungen und Loesungen sowie ein Practicebuch mit Begleit-CD zu kaufen.

Am letzten Mittag habe ich ihm die Geschenke ueberreicht. Was dann passierte vergesse ich mein Leben lang nie mehr und ging tief. Nachdem er realisiert hatte, was ich ihm gerade geschenkt habe kam dieser sonst hartgesottene Bursche mit waessrigen Augen auf mich zu, umarmte mich fest, lange und herzlich mit den Worten: du kannst dir nicht vollstellen, was du mir jetzt fuer ein Geschenk gemacht hast! Mein tiefster Dank aus ganzem Herzen! Nie werde ich das vergessen! Er zog sein Elefantenhaarsilberarmband ab, das er seit Jahren trug und legte es mir um. Dann verschwand er hinter seine Gitter und ich (und ich denke auch er) kaempfte mit meiner Fassung!

5 Minuten spaeter trat ein Unbekannter auf mich zu und sagte: "Mister, aus tiefstem Herzen, sie haben meine groesste Hochachtung! Ich bin Ryans bester Kollege und lehre ihm seit Monaten mit meinem bescheidenen Englisch diese Sprache! Sind sie sich bewusst, dass sie ihm das schoenste Geschenk seines Lebens gemacht haben?! Nicht einmal seine Eltern haben ihm jemals in seinem Leben eine solche Freude bereitet....!" Bumm! Da konnte ich nicht mehr und es hat mich einfach uebermannt....! Das war zuviel fuer mich!

Das ging nahe und tief nach all den emotionalen Vorgeschichten mit Komali und Sarath - Ein praegender Moment in meinem Leben! Es faellt mir heute noch schwer diese Zeilen noch klaren Kopfes zu schreiben!

So ging nun eine emotionale, aeusserst spannende und erlebnisreiche Woche vorueber und ich muss euch wohl nicht mehr erlaeutern, wie und vor allem wie schwer mir der Abschied von den in dieser kurzen Zeit liebgewonnenen Menschen (aus-)fiel....! ;-) ;-(

Weiter gehts nach Kandy, wo ich 2 Wochen verbringen werde. In der Einfuehrungswoche stehen ein paar klassische Touristenattraktionen auf dem Programm: City-Bus-Tour, Tanzvorfuehrungen, Wichtigste Sprachwendungen kennen und jenste Besuche von Factories, wo Produkte verkauft werden etc. Da bin ich ja mal gespannt. Am meisten bin ich gespannt auf das Cooking bei einer Einheimischen zu Hause und Mehr ueber den Buddhismus zu erfahren. Zudem werden wir auf unseren naechsten Einsatz in der kommenden Woche vorbereitet.

Tag 1: generelle Einfuehrung (Sprache, dos and don'ts, Geld wechseln, SIM Karte etc.).

Tag 2: Oshadi, ein Guide hat uns zu sich nach Hause eingeladen, ca. 2 Std. Im Hinterland von Kandy! Das war sehr eindruecklich, konnten wir zusammen mit ihrer Schwester und Mutter das Mittagessen zubereiten! Gleichzeitig sahen wir, wie ein typischer Mittelstandhaushalt aussah!

Tag 3: Wir besuchten die heiligste Wallfahtsstaette von Sri Lanka und den Buddhisten: den Temple of Tooth! Der Eckzahn Buddhas wurde der Ueberlieferung zu Folge nach seinem Tod ca. 500 Jahre vor Christus aus der Asche des Erleuchteten geborgen und von Indien nach Sri Lanka gebracht!

Am Nachmittag besuchten wir ein Buddhistenkloster, wo 2 Nonnen aus England und Deutschland lebten! Sehr interessant ihre Ausfuehrungen ueber den Buddhismus, welches mehr eine Lebensweisheit denn eine dogmatische Religion ist. Ich war aber froh, wieder ins weltliche Leben zurueckzukehren, um die Weisheiten in den Alltag einbringen zu koennen!

Tag 4: Heute war der Besuch der 30m hohen Buddhastatue hoch ueber Kandy angesagt mit einer persoenlichen Fuehrung des Stv. Moenchs, Buddhadaththa! Eine faszinierende Persoenlichkeit, die eine innere Ruhe sondergleichen ausstrahlt!

Heute habe ich mich entschieden, nicht das Englishteachingprojekt weiter zu verfolgen, sondern noch die letzte Woche an der Beach suedlich von Colombo zu verbringen mit Body&Mind (Meditation, Yoga & Massage) sowie dem Wasserschildkroetenprojekt!

Das Ayurveda-Center ist eine Oase am Rande des Zentrums von Ambolangoda direkt am Meer 5 Min. von meinem Hotel! Eine dicke Mauer und ein unscheinbares Tor mit einem Waechter trennt die beiden Extremwelten voneinander: hier der Laerm, Dreck und die stickige Luft der von Menschen ueberfuellten Strasse, da die Ruhe, Reinheit und Wohlfuehloase fuer Koerper, Geist und Seele fuer eine handvoll wohlhabender Menschen aus dem Westen, unbezahlbar fuer die meisten Einheimischen!
Krasser koennten die Gegensaetze nicht sein! Ich bin wirklich auf der Sonnenseite des Lebens, das wurde mir hier einmal mehr bewusst!

Das war fuer mich so ein Moment, wo ich mich ernsthaft fragte, ob Reisen in Laender mit grosser Armut wirklich sinnvoll sind.

Ich bin jedoch ueberzeugt, dass ein nachhaltiger Tourismus, der die Bevoelkerung aktiv miteinbezieht und am Kuchen teilhaben laesst und der auf die kulturellen Gegebenheiten und lokalen Ressoucen Ruecksicht nimmt fuer beide Seiten nachhaltig gewinnbringend sein kann

Eindruecklich war fuer mich der Besuch einer Wasserschildkroetenfarm, die unmittelbar an der Kuestenstrasse liegt und von der 10m Tsunami-Welle voll getroffen wurde. Der Inhaber schildert uns eindruecklich, wie er seine ganze Familie verloren hat und er nun mit seinem 12jaehrigen Enkel, der neben ihm als Einziger ueberlebt hat, nun versucht, die Station wieder aufzubauen! Er finanziert es durch Spenden und Touristen, die junge Schildkroeten, die auf der Farm auf die Welt kommen, an der Beach in die Freiheit entlassen, so wie ich dies auch gemacht habe...;-)) (

Gleichzeitig pflegt er solche, denen von ruecksichtslosen Fischern die Beine.abgetrennt wurden, da sie sich in den Netzen verfangen haben. Die Reparatur des Netzes kaeme ihnen zu teuer zu stehen...;-((

Am letzten Tag fuhren wir noch zu einem aeusserst sympathischen Moenchen, der uns in die Welt der Meditation einfuehrte. Anschliessend durfte ich mit dem goldenen Schluessel das Tor zu seinem bestgehueteten Schatz oeffnen: der laengste liegende Buddha in Suedostasien.

Meine 3 Wochen Freiwilligenarbeit sind nun offiziell vorueber. Rueckblickend muss ich sagen, dass ich dank dieses Programmes einen sehr tiefen Einblick in das Land mit seinen Menschen und ihrer Kultur erhalten habe und ich als normaler Tourist niemals derart persoenliche Kontakte haette knuepfen koennen.


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