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Freiwilligenarbeit Namibia - Sophie

 
Nur 6 Monate, aber unendlich viel Erinnerungen!

Bevor ich loslege, muss ich noch sagen, dass es wahnsinnig schwer ist, 6 Monate, in denen ich so viel erlebt habe, in einen kleinen Bericht zu packen. Ich werde aber mein Bestes geben, um euch einen kleinen Einblick geben zu können.

Im September 2016 startete mein Abenteuer in Namibia. Dort habe ich 11 Wochen in der Wildlife Sanctuary bei Windhoek verbracht. Von Tag 1 bis zum letzten Tag habe ich mich unglaublich wohl gefühlt, was auch daran gelegen hat, dass ich mit meinen Zimmerkolleginnen immer viel Glück hatte. Einen Kulturschock hatte ich in meinen 6 Monaten kein einziges Mal und auch wenn diese Reise die erste Auslanderfahrung für manche ist, braucht man sich wirklich keinerlei Sorgen machen, da man immer behütet und nie auf sich alleine gestellt ist.

Die Unterkünfte (Zelte zu zweit oder Räume zu viert) in Namibia waren mehr als okay und auch das Essen war gut (da ich mich vegan ernähre habe ich immer extra Essen bekommen, was die meiste Zeit auch gut funktioniert hat; falls man sich also vegan, Gluten frei, Laktose intolerant oder wie auch immer ernährt, braucht man sich keine Sorgen machen).

Die Aktivitäten hier waren echt seht abwechslungsreich. Vom Herrichten des Tierfutters bis hin zu sogenannten “Baboon“ und “Cheetah Walks“ war echt alles dabei! Bei manchen Aktivitäten kommt man den Tieren auch sehr nahe, andere erfordern hingegen auch Ausdauer und körperliche Arbeit, wobei man sich auf keinen Fall zu schade sein darf, um sich die Finger schmutzig zu machen. Die Arbeit startet um 8 Uhr morgens mit einem Meeting, wobei die täglichen Aufgaben und Neuigkeiten verkündet werden. Um 13 Uhr hat man dann eine 1 ½ h Mittagspause und um 15 Uhr geht es dann wieder los für zwei weitere Stunden Arbeit. Am Wochenende ist der Dienst unterschiedlich: Samstag immer nur halbtags und an Sonntagen wird ausgelost, wer arbeiten muss und dabei handelt es sich nur um das Tiere füttern, dass nicht viel Zeit in Anspruch nimmt. In den Pausen bzw. am Wochenende hat man also auch genug Zeit, sich am Pool sonnen zu lassen und einfach zu entspannen. Auch abends ist immer etwas los, mit Drinks die man ganz einfach bei der Bar kaufen kann wird meistens Karten gespielt, Karaoke gesungen oder auch nur gemeinsame Zeit verbracht.

Es gibt auch sehr viele Aktivitäten, die man außerhalb der Arbeit machen kann. Generell kann ich es nur empfehlen, volle 12 Wochen zu bleiben, da man dann umso mehr von Namibia sehen kann. Das Projekt selbst bietet es auch an, jeweils eine Woche in einem anderen Forschungs-Projekt zu verbringen, von welchen es drei verschiedene gibt (Forschungscamp, -basis, -station). Ich habe die ersten beiden gewählt und diese zwei Wochen waren auf jeden Fall eines meiner Highlights in Namibia! Die Aktivitäten in diesen Forschungsstellen sind unterschiedlich zu denen auf der Farm. Man wandert sehr viel, tauscht Kamerafallen aus und hat zusätzlich Präsentationen zu den jeweiligen Tieren die erforscht werden und die Methoden, die verwendet werden. Tagesausflüge gehören da natürlich auch dazu (beispielsweise zu Sanddünen in Sossusvlei oder zu natürlichen Pools in der Umgebung des Projektes).

Ich habe mich auch gewagt in Swakopmund (circa 6 Stunden von Windhoek) einen Fallschirmsprung zu machen und kann definitiv sagen, dass es eines der coolsten Erlebnisse in meinem Leben war! Wie man also lesen kann, gibt es sehr viele spannende Aktivitäten zur Freizeitgestaltung.

Meine 11 Wochen in Namibia sind auf jeden Fall viel zu schnell vergangen und ich bin mehr als froh über die Erfahrungen die ich dort sammeln konnte und vor allem auch über die Leute die ich kennenlernen durfte und die mir meinen Aufenthalt noch schöner gemacht haben.

Nach Namibia ging es für mich dann weiter nach Südafrika, wo ich zuerst eine Woche in Kapstadt verbracht habe. Kapstadt ist für mich die absolut schönste Stadt der Welt und ich kann es nur empfehlen, sich etwas Zeit zu nehmen, um die Stadt zu erkunden.

Meine Reise ging dann weiter nach Tzaneen zur Monkey Foundation bei Johannesburg, wo ich auch wieder 11 Wochen verbracht habe. Das Projekt dient als Auffangstation für verletzte und verwaiste Grünmeerkatzen (Affen). Im Gegensatz zum Projekt in Namibia gibt es hier nur die sogenannten “Vervet Monkeys” (circa 500 Affen vor Ort) und drei “Samango Monkeys”. Auch in diesem Projekt habe ich mich von Anfang an wohl gefühlt wobei dort deutlich weniger Freiwillige waren als in Namibia. Im Allgemeinen sind diese zwei Projekte sehr unterschiedlich und nicht wirklich vergleichbar.

Geschlafen hat man in Tzaneen in Holzhütten, die man sich zu zweit geteilt hat. Das einzige negative an den Lebensbedingungen in der Monkey Foundation waren die Sanitäranlagen. Es gibt nur WCs ohne Spülung und auch die Duschen sind nicht mehr als Duschköpfe zwischen zwei Holzwänden. Auch vor kleinen (und großen) Kriechtieren darf dabei man keine Angst haben.

Die Verpflegung war mehr als zufriedenstellend wobei man wissen sollte, dass es sich um ein veganes Projekt handelt und somit Lebensmittel tierischer Herkunft nicht erlaubt sind.

Auch die Arbeitszeiten waren sehr unterschiedlich in der Monkey Foundation. Da ich in der Mitte der Baby-Saison und somit in der arbeitsintensivsten Zeit des Jahres gekommen bin, habe ich auch dementsprechend viel gearbeitet. (Die Arbeitszeiten in der Baby-Saison unterscheiden sich von denen des restlichen Jahres.) In der Regel beginnt der Tag um 7 Uhr morgens und endet um 19 Uhr. Dabei hat man eine Stunde Mittagspause und auf den Tag verteilt 2-3 kleine Pausen zwischen den Arbeitsschichten. Abgesehen von den normalen Arbeitszeiten gibt es auch Früh-, Spät- und Nachtschichten. Realität ist 12 h am Tag 5 ½-mal die Woche zu arbeiten. (Montag bis Freitag hat man einen Tag frei und am Wochenende bekommt man einen halben Tag frei.) Auch nach einer Nachtschicht muss man am nächsten Tag arbeiten, der einzige Unterschied ist, dass man erst um 10 Uhr morgens beginnt, was einem dann 3 h zum Ausruhen gibt, bevor man wie gewohnt zu arbeiten beginnt.
Prinzipiell gibt es verschiedene Arbeitsaufgaben wie zum Beispiel das Herrichten des Tierfutters, der Wassertausch aller Wasserschüsseln der verschiedenen Gehege, das Verteilen von Gras und Früchten als extra Snack und natürlich das Baby-sitten der Äffchen. Oft ist es so, dass man dieselbe Aktivität relativ lange macht. Ich habe zum Beispiel sehr viel Zeit mit den Baby-Affen verbracht, was teilweise einfacher klingt als es ist, da die meisten Waisen sehr traumatisiert sind und wenn sie ankommen daher weder trinken noch schlafen möchten, was die Nachtschichten natürlich noch komplizierter macht.
Wer also nicht bereit ist, sich mehr oder weniger (entschuldigt den Ausdruck) den Arsch abzuarbeiten, ist definitiv am falschen Ort gelandet.

Für jede Woche die man in der Monkey Foundation verbringt bekommt man zusätzlich einen Touring Tag, den man dazu nützen kann, um in den Kruger National Park oder zum River Blyde Canyon zu fahren, wobei man dabei immer ein Auto mieten muss, da es keine Taxis oder Shuttles in der Umgebung gibt. An seinen freien Tagen unter der Woche kann man entweder in die Lodge fahren, die circa 20 min entfernt ist, oder in eine Shopping-Mall. Mitgenommen wird man dabei immer von Angestellten der Fundation, wenn sie Erledigungen machen. Die Freizeitmöglichkeiten in Tzaneen sind also durchaus begrenzt.

Auch wenn man sehr viel arbeitet und die Freizeit nur an 2.Stelle steht, ist es auf jeden Fall eine gute Erfahrung, man erlebt viel und die Liebe, die man von den Affen zurück bekommt, ist mehr wert als alles andere.

Was man unbedingt (in beiden Projekten) braucht ist Sonnenschutz, Kappe oder Hut, eine große Trinkflasche, gutes Schuhwerk und eine Taschenlampe. Für Südafrika würde ich auch Moskitosprays und ein Moskitonetz empfehlen, falls man nicht von Mücken oder Kakerlaken aufgeweckt werden möchte. Verreist man in der Regenzeit braucht man definitiv auch eine gute Regenjacke und eventuell einen Regenschirm.

Mittlerweile ist es März und ich sitze schon wieder im kalten Österreich. Rückblickend war diese Reise das Beste, das ich nach der Matura machen konnte und das einzige, dass ich bereue ist, mir nicht mehr Zeit genommen zu haben, um frei herum zu reisen. Ich bin extrem dankbar für unendlich viele, tolle Erlebnisse und neue Freunde auf der ganzen Welt.

(Für mich persönlich ist es auch noch wichtig zu erwähnen, dass der Kontakt zu verschiedenen Wildtieren nur notwendig ist, da diese verletzt oder verwaist in den Projekten ankommen und man sie deswegen mit der Flasche aufziehen muss, um ihr Überleben zu versichern. Durch diesen Kontakt zum Menschen müssen sie ihr Leben lang in Gefangenschaft gehalten werden, da sie sonst zwangsläufig erschossen werden, wenn sie den Kontakt zu Menschen suchen, die nichts von ihrem Schicksal wissen. Wer sich dazu entscheidet ein Projekt mit Tieren zu machen, sollte dies auf keinen Fall mit der Intention machen, dort mit Affen oder Geparden kuscheln zu können. Wildtiere bleiben im Endeffekt Wildtiere und sollten unter keinen Umständen aus Vergnügen oder reinem Egoismus in Gehegen (wie groß auch immer) gehalten werden!)



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