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Freiwilligenarbeit Namibia - Annabelle

 
Die Wildlife Sanctuary bei Windhoek – Ein Ort, der einen nicht mehr loslässt!

Viele Abiturienten –wie auch ich vor einigen Monaten – oder auch Menschen, die einfach mal eine Auszeit brauchen, suchen nach einer Beschäftigung, die nicht nur sinnvoll ist und bei der man helfen kann, sondern bei der man sich selber auch weiterentwickelt, über seine Grenzen hinauswachsen lernt, sich neues Wissen aneignet, wundervolle, aufregende und unvergessliche Abenteuer erlebt und auch noch vor allem jede Menge Spaß hat. Man möge meinen, solch eine Vorstellung ist utopisch, doch es gibt tatsächlich einen Ort, der all dies bietet: Die Wildlife sanctuary bei Windhoek.

Und was noch viele mehr wie ein Traum wirkt ist, wie der Alltag dort tatsächlich aussieht: Fangen spielen mit Babygeparden, Kuscheln mit Erdmännchen, mit kleinen Pavianen übernachten und ihnen als Klettergerüst zur Erprobung ihrer Turnkünste dienen, wenn man auf seinem Bett liegt plötzlich ein Kudu oder die Ziegen in sein Zimmer spazieren gehe, sich von dem Geier sein Frühstück klauen lassen und mit Vorschulkindern die Liebe und Lebensfreude erfahren, die hier alles und jeden erfasst. Drei Monate an diesem Ort zu verbringen war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, die mir immer in Erinnerung bleiben wird und von der ich weiß, dass sie mich sehr geprägt hat.

Die Farm ist in erster Linie eine Tierauffangstation, zu der Wildtiere -von kleinen Säugetieren wie Klippenschliefer oder Erdmännchen über Paviane bis hin zu großen Raubkatzen gebracht werden, wenn sie verwaist oder verletzt sind. Die Farm kümmert sich um sie und entlässt sie, wenn möglich wieder in die Freiheit, was jedoch leider oftmals nicht passieren kann, da es zum einen sehr schwierig ist, Genehmigungen zu bekommen und die Tiere sich zum anderen sehr schnell an die Menschen –die oftmals ihr größter Feind sind und sie erschießen, wenn sie zu nahe kommen- gewöhnen und so in großer Gefahr wären. In diesem Fall behält die Farm die Tiere und ermöglicht ihnen ein so schönes Leben, wie es nur geht.

Neben der Hingabe zu den Tieren haben es sich die Gründer aber auch zur Aufgabe gemacht, das oftmals unterdrückte Volk der San –das älteste Volk der Erde- zu unterstützen. Viele der Arbeiter gehören diesem Stamm an, und damit ihre Kinder die beste Bildung erhalten und von klein auf etwas lernen, bevor sie ab der Grundschule in Windhuk zur Schule gehen, wurde eine Vorschule auf der Farm erbaut, zu der bald möglicherweise noch eine Grundschule hinzugefügt wird. Man kann als Freiwilliger nicht nur mit den Tieren arbeiten, sondern sich wahlweise mal nur für einen Tag oder –wie ich es gemacht habe- für einige Wochen für die Schule eintragen und dort zusammen mit dem Lehrer mit den Kindern auf Englisch Zahlen, Buchstaben und basteln üben. Am Nachmittag kann man mit den älteren Kindern Hausaufgaben machen oder spielen. Außerdem bereitet man mit dem Lehrer die Schulstunden für die Kleinen für den nächsten Tag vor. Wenn man möchte, kann man sich auch selber kleine Projekte überlegen, zum Beispiel mit den Kindern etwas einüben oder das Schulgelände verschönern!

Nun zum Tagesablauf:
Die Farm beherbergt bis zu manchmal 70 Freiwillige, was eine Menge sein kann. Die Freiwilligen sind in Gruppen eingeteilt und es gibt einen Arbeitsplan, der etwa über 3 Wochen geht. Innerhalb dieser drei Wochen macht jede Gruppe jedes Tagesprogramm einmal. Alle Aufgaben sind sinnvoll und wichtig, doch natürlich ist die individuelle Mühe bei Aktivitäten wie dem Reinigen der Gehege, der Zubereitung von Futter, dem Bauen neuer Gehege und dem Reparieren von Zäunen noch wichtiger als „spaßige“ Aufgaben zu erledigen wie mit den Pavianen zu spazieren, die Wildtiere auf dem „Game Drive“ zu zählen und mit den Geparden Zeit zu verbringen. Mir persönlich jedoch erging es so, dass ich auch gerade diese „notwendigeren, anstrengenden“ Jobs wie das Gehege reinigen gut fand, da man dort wirklich viel Einsatz zeigen und seine Leistung sehen konnte. Der beste Tipp, den ich habe, ist: Immer mitmachen und sich immer reinhängen. So hat man meiner Meinung nach die intensivste Erfahrung, bekommt alles mit und weiß, was man getan hat! Es gibt immer etwas zu tun und nachdem ich nach einigen Wochen wusste, wie alles läuft, war das ein gutes Gefühl. Sich die Hände dreckig zu machen gehört auch zum Alltag auf der Wildlife Sanctuary, so wächst man beispielsweise bei dem Tragen von herumliegenden Pferdeköpfen, die verfüttert werden, über sich hinaus und bald werden die Dinge, die man hier niemals machen würde, zu dem normalsten Alltag, den es gibt.

Man arbeitet am Vormittag von acht bis halb eins, hat dann Mittagspause und danach geht es mit einer anderen Aktivität weiter von halb drei bis fünf. Danach hat man bis zum Abendessen Zeit für eine Dusche, was –solange es Wasser gibt, was nicht immer selbstverständlich ist, aber auch zum Abenteuer Afrika gehört- oftmals der ersehnte Höhepunkt nach einem eifrigen Arbeitstag ist! Oftmals fällt man nach dem Essen früh, aber glücklich ins Bett und wenn nicht, kann man mit den anderen Freiwilligen oder Mitarbeitern, die alle super nett sind, noch am Feuer zusammensitzen und sich bei einem Getränk aus der Bar, die sechs Mal die Woche geöffnet hat, Spiele oder Billard spielen. Am Wochenende werden nur die nötigsten Aufgaben am Vormittag erledigt und samstagnachmittags gibt es immer eine spaßige Aktivität (wie zum Beispiel Volleyball, Quizze, Minispiele,...), die sich die Koordinatoren für die Freiwilligen überlegen. Seine Freizeit kann man auch mit den Tieren in den Gehegen verbringen.
Das Tolle am Alltag auf der Farm ist, dass man jeden Morgen in freudiger Erwartung aufsteht, weil man nie weiß, was heute passiert: Kein Tag war wie der andere, immer wieder wurde der Tagesablauf durch spontane Ereignisse unterbrochen: Neue Tiere kamen, mal starb auch leider ein Tier und wir konnten bei der Autopsie zusehen, einem Leoparden musste ein GPS-Halsband angelegt werden...... Es ist einfach immer aufregend, wenn man die Augen offen hält!

Die Unterkunft und die Mahlzeiten sind gut. Man ist entweder in Zweierzelten oder in Zimmern für bis zu vier Personen untergebracht, die recht einfach gehalten, aber trotzdem schön und sauber sind. Zum Essen gibt es morgens Müsli, Toast und Joghurt und mittags und abends gibt es warme Mahlzeiten nach europäischem Standard, Wenn man eine spezielle Diät verfolgt, wird die berücksichtigt.
Tagsüber steht einem Obst und Wasser zur Verfügung, solange man Aktivitäten im Zentrum der Farm, wo alle Gebäude und die kleinen Säugetiere untergebracht sind, hat, kann man das Wasser jederzeit nachfüllen; ansonsten muss man genug für den Vormittag dabeihaben. Deshalb: Eine große Wasserflasche ist unerlässlich, vor allem, wenn es sehr heiß ist!

Das eigentliche Ziel der Farm ist es, den Konflikt zwischen Mensch und Tier einzudämmen, wofür versucht wird, möglichst viel über Tierpopulationen usw. herauszufinden. Hierfür gibt es neben der Farm drei andere Standorte in verschiedenen Regionen Namibias, wo man auch einen Teil seiner Auszeit verbringen kann.
Wenn man einmal genug von der Farm hat und das Land Namibia kennenlernen möchte, hat man auch hierfür die Möglichkeit: Von der Farm aus kann man einfach verschiedene Gruppenreisen oder auch individuelle Reisen durch Namibia und teilweise auch in Nachbarländer buchen.
Insgesamt war das Projekt für mich perfekt, da ich meine Liebe zu Kindern und zu Tieren vereinbaren konnte und noch viel mehr gelernt und erlebt habe, als ich es mir erträumt hätte. Auch die Gründer der Farm und di Mitarbeiter waren supernett, sodass man immer viel Spaß hatte. Viele Freiwillige kehren – so wie ich auf jeden Fall schnellstmöglich!- auf die Farm zurück, da man sich einfach in diesen Ort verliebt. Wenn ihr ein einmaliges Erlebnis machen möchtet, geht auf die Wildlife Sanctuary bei Windhoek!

Nun noch zwei Tipps: Nehmt viel zu Lesen mit, besonders an Sonntagen ist es oft ruhig! Und zweitens: Ich war im namibischen Frühling und Sommeranfang dort (September bis November) und im September gab es zum Teil starke Temperaturschwankungen von bis zu 25 Grad zwischen Tag und Nacht. Deswegen für diese Jahreszeit und natürlich die namibischen Winter- und Frühlingsmonate vor September warme Kleidung einpacken!



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