đŸ”„ >>> AKTIONEN! <<<
Vorbereitungsseminare For ALL European citizens!
Katalog anfordern
Telefon: 0221 67780490
Mail: info@auszeit-weltweit.de


Freiwilligenarbeit Namibia - Annabelle

 
Die Wildlife Sanctuary bei Windhoek – Ein Ort, der einen nicht mehr loslĂ€sst!

Viele Abiturienten –wie auch ich vor einigen Monaten – oder auch Menschen, die einfach mal eine Auszeit brauchen, suchen nach einer BeschĂ€ftigung, die nicht nur sinnvoll ist und bei der man helfen kann, sondern bei der man sich selber auch weiterentwickelt, ĂŒber seine Grenzen hinauswachsen lernt, sich neues Wissen aneignet, wundervolle, aufregende und unvergessliche Abenteuer erlebt und auch noch vor allem jede Menge Spaß hat. Man möge meinen, solch eine Vorstellung ist utopisch, doch es gibt tatsĂ€chlich einen Ort, der all dies bietet: Die Wildlife sanctuary bei Windhoek.

Und was noch viele mehr wie ein Traum wirkt ist, wie der Alltag dort tatsĂ€chlich aussieht: Fangen spielen mit Babygeparden, Kuscheln mit ErdmĂ€nnchen, mit kleinen Pavianen ĂŒbernachten und ihnen als KlettergerĂŒst zur Erprobung ihrer TurnkĂŒnste dienen, wenn man auf seinem Bett liegt plötzlich ein Kudu oder die Ziegen in sein Zimmer spazieren gehe, sich von dem Geier sein FrĂŒhstĂŒck klauen lassen und mit Vorschulkindern die Liebe und Lebensfreude erfahren, die hier alles und jeden erfasst. Drei Monate an diesem Ort zu verbringen war eine der besten Entscheidungen meines Lebens, die mir immer in Erinnerung bleiben wird und von der ich weiß, dass sie mich sehr geprĂ€gt hat.

Die Farm ist in erster Linie eine Tierauffangstation, zu der Wildtiere -von kleinen SĂ€ugetieren wie Klippenschliefer oder ErdmĂ€nnchen ĂŒber Paviane bis hin zu großen Raubkatzen gebracht werden, wenn sie verwaist oder verletzt sind. Die Farm kĂŒmmert sich um sie und entlĂ€sst sie, wenn möglich wieder in die Freiheit, was jedoch leider oftmals nicht passieren kann, da es zum einen sehr schwierig ist, Genehmigungen zu bekommen und die Tiere sich zum anderen sehr schnell an die Menschen –die oftmals ihr grĂ¶ĂŸter Feind sind und sie erschießen, wenn sie zu nahe kommen- gewöhnen und so in großer Gefahr wĂ€ren. In diesem Fall behĂ€lt die Farm die Tiere und ermöglicht ihnen ein so schönes Leben, wie es nur geht.

Neben der Hingabe zu den Tieren haben es sich die GrĂŒnder aber auch zur Aufgabe gemacht, das oftmals unterdrĂŒckte Volk der San –das Ă€lteste Volk der Erde- zu unterstĂŒtzen. Viele der Arbeiter gehören diesem Stamm an, und damit ihre Kinder die beste Bildung erhalten und von klein auf etwas lernen, bevor sie ab der Grundschule in Windhuk zur Schule gehen, wurde eine Vorschule auf der Farm erbaut, zu der bald möglicherweise noch eine Grundschule hinzugefĂŒgt wird. Man kann als Freiwilliger nicht nur mit den Tieren arbeiten, sondern sich wahlweise mal nur fĂŒr einen Tag oder –wie ich es gemacht habe- fĂŒr einige Wochen fĂŒr die Schule eintragen und dort zusammen mit dem Lehrer mit den Kindern auf Englisch Zahlen, Buchstaben und basteln ĂŒben. Am Nachmittag kann man mit den Ă€lteren Kindern Hausaufgaben machen oder spielen. Außerdem bereitet man mit dem Lehrer die Schulstunden fĂŒr die Kleinen fĂŒr den nĂ€chsten Tag vor. Wenn man möchte, kann man sich auch selber kleine Projekte ĂŒberlegen, zum Beispiel mit den Kindern etwas einĂŒben oder das SchulgelĂ€nde verschönern!

Nun zum Tagesablauf:
Die Farm beherbergt bis zu manchmal 70 Freiwillige, was eine Menge sein kann. Die Freiwilligen sind in Gruppen eingeteilt und es gibt einen Arbeitsplan, der etwa ĂŒber 3 Wochen geht. Innerhalb dieser drei Wochen macht jede Gruppe jedes Tagesprogramm einmal. Alle Aufgaben sind sinnvoll und wichtig, doch natĂŒrlich ist die individuelle MĂŒhe bei AktivitĂ€ten wie dem Reinigen der Gehege, der Zubereitung von Futter, dem Bauen neuer Gehege und dem Reparieren von ZĂ€unen noch wichtiger als „spaßige“ Aufgaben zu erledigen wie mit den Pavianen zu spazieren, die Wildtiere auf dem „Game Drive“ zu zĂ€hlen und mit den Geparden Zeit zu verbringen. Mir persönlich jedoch erging es so, dass ich auch gerade diese „notwendigeren, anstrengenden“ Jobs wie das Gehege reinigen gut fand, da man dort wirklich viel Einsatz zeigen und seine Leistung sehen konnte. Der beste Tipp, den ich habe, ist: Immer mitmachen und sich immer reinhĂ€ngen. So hat man meiner Meinung nach die intensivste Erfahrung, bekommt alles mit und weiß, was man getan hat! Es gibt immer etwas zu tun und nachdem ich nach einigen Wochen wusste, wie alles lĂ€uft, war das ein gutes GefĂŒhl. Sich die HĂ€nde dreckig zu machen gehört auch zum Alltag auf der Wildlife Sanctuary, so wĂ€chst man beispielsweise bei dem Tragen von herumliegenden Pferdeköpfen, die verfĂŒttert werden, ĂŒber sich hinaus und bald werden die Dinge, die man hier niemals machen wĂŒrde, zu dem normalsten Alltag, den es gibt.

Man arbeitet am Vormittag von acht bis halb eins, hat dann Mittagspause und danach geht es mit einer anderen AktivitĂ€t weiter von halb drei bis fĂŒnf. Danach hat man bis zum Abendessen Zeit fĂŒr eine Dusche, was –solange es Wasser gibt, was nicht immer selbstverstĂ€ndlich ist, aber auch zum Abenteuer Afrika gehört- oftmals der ersehnte Höhepunkt nach einem eifrigen Arbeitstag ist! Oftmals fĂ€llt man nach dem Essen frĂŒh, aber glĂŒcklich ins Bett und wenn nicht, kann man mit den anderen Freiwilligen oder Mitarbeitern, die alle super nett sind, noch am Feuer zusammensitzen und sich bei einem GetrĂ€nk aus der Bar, die sechs Mal die Woche geöffnet hat, Spiele oder Billard spielen. Am Wochenende werden nur die nötigsten Aufgaben am Vormittag erledigt und samstagnachmittags gibt es immer eine spaßige AktivitĂ€t (wie zum Beispiel Volleyball, Quizze, Minispiele,...), die sich die Koordinatoren fĂŒr die Freiwilligen ĂŒberlegen. Seine Freizeit kann man auch mit den Tieren in den Gehegen verbringen.
Das Tolle am Alltag auf der Farm ist, dass man jeden Morgen in freudiger Erwartung aufsteht, weil man nie weiß, was heute passiert: Kein Tag war wie der andere, immer wieder wurde der Tagesablauf durch spontane Ereignisse unterbrochen: Neue Tiere kamen, mal starb auch leider ein Tier und wir konnten bei der Autopsie zusehen, einem Leoparden musste ein GPS-Halsband angelegt werden...... Es ist einfach immer aufregend, wenn man die Augen offen hĂ€lt!

Die Unterkunft und die Mahlzeiten sind gut. Man ist entweder in Zweierzelten oder in Zimmern fĂŒr bis zu vier Personen untergebracht, die recht einfach gehalten, aber trotzdem schön und sauber sind. Zum Essen gibt es morgens MĂŒsli, Toast und Joghurt und mittags und abends gibt es warme Mahlzeiten nach europĂ€ischem Standard, Wenn man eine spezielle DiĂ€t verfolgt, wird die berĂŒcksichtigt.
TagsĂŒber steht einem Obst und Wasser zur VerfĂŒgung, solange man AktivitĂ€ten im Zentrum der Farm, wo alle GebĂ€ude und die kleinen SĂ€ugetiere untergebracht sind, hat, kann man das Wasser jederzeit nachfĂŒllen; ansonsten muss man genug fĂŒr den Vormittag dabeihaben. Deshalb: Eine große Wasserflasche ist unerlĂ€sslich, vor allem, wenn es sehr heiß ist!

Das eigentliche Ziel der Farm ist es, den Konflikt zwischen Mensch und Tier einzudĂ€mmen, wofĂŒr versucht wird, möglichst viel ĂŒber Tierpopulationen usw. herauszufinden. HierfĂŒr gibt es neben der Farm drei andere Standorte in verschiedenen Regionen Namibias, wo man auch einen Teil seiner Auszeit verbringen kann.
Wenn man einmal genug von der Farm hat und das Land Namibia kennenlernen möchte, hat man auch hierfĂŒr die Möglichkeit: Von der Farm aus kann man einfach verschiedene Gruppenreisen oder auch individuelle Reisen durch Namibia und teilweise auch in NachbarlĂ€nder buchen.
Insgesamt war das Projekt fĂŒr mich perfekt, da ich meine Liebe zu Kindern und zu Tieren vereinbaren konnte und noch viel mehr gelernt und erlebt habe, als ich es mir ertrĂ€umt hĂ€tte. Auch die GrĂŒnder der Farm und di Mitarbeiter waren supernett, sodass man immer viel Spaß hatte. Viele Freiwillige kehren – so wie ich auf jeden Fall schnellstmöglich!- auf die Farm zurĂŒck, da man sich einfach in diesen Ort verliebt. Wenn ihr ein einmaliges Erlebnis machen möchtet, geht auf die Wildlife Sanctuary bei Windhoek!

Nun noch zwei Tipps: Nehmt viel zu Lesen mit, besonders an Sonntagen ist es oft ruhig! Und zweitens: Ich war im namibischen FrĂŒhling und Sommeranfang dort (September bis November) und im September gab es zum Teil starke Temperaturschwankungen von bis zu 25 Grad zwischen Tag und Nacht. Deswegen fĂŒr diese Jahreszeit und natĂŒrlich die namibischen Winter- und FrĂŒhlingsmonate vor September warme Kleidung einpacken!



🌈 Sei mehr als ein Tourist, hinterlasse Spuren! 📾
Triff uns