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Freiwilligenarbeit Namibia - Gesa

 

12 Wochen Wildlife Sanctuary Namibia, 7 Wochen Wildlife Ranch Oudtshoorn SĂŒdafrika

Da ich mich nach meinem Abitur nicht direkt in den Unialltag stĂŒrzen wollte, hatte ich mich dazu entschlossen, einige Monate in Afrika zu verbringen.

Mein erstes Projekt, in dem ich 3 Monate verbringen sollte, war die Wildlife Sanctuary in der NĂ€he von Windhoek. Schon direkt bei meiner Ankunft wurde ich super empfangen und fĂŒhlte mich auf Anhieb wohl. Ich wohnte die ganze Zeit ĂŒber in einem Vierbettzimmer mit anderen Freiwilligen. Die Zimmer sind sehr sparsam eingerichtet, jeder Bewohner hatte einen kleinen Schrank zur VerfĂŒgung (der allerdings fĂŒr meine ganzen Sachen etwas zu eng war), doch die Betten waren sehr gemĂŒtlich und ein Handtuch und BettwĂ€sche wurde gestellt.

Die Arbeit in dem Projekt ist sehr abwechslungsreich. Neben harter Arbeit (ZĂ€une reparieren, Gehege bauen, GrĂ€ben ausheben, usw.) stand die Arbeit mit den Tieren im Mittelpunkt. Besonders engen Kontakt mit den Tieren konnte man zum Beispiel beim Baboonwalk erfahren, bei dem man mit den Babypavianen bis 4 Jahren im Feld spazieren geht, damit diese sich ordentlich austoben können. Angepinkelt werden war dabei zwar unvermeidbar, aber mit den Pavianen zu spielen, sie herum zu wirbeln oder von ihnen entlaust zu werden, sind einmalige Erlebnisse, die ich bestimmt nie vergessen werde. Meine LieblingsaktivitĂ€t war allerdings der Cheetah Cub Walk. Hierbei fĂ€hrt man mit den Gepardenbabys hinaus ins Feld, um mit ihnen dort zu spielen und ihnen genĂŒgend Auslauf zu geben. Weitere Aufgaben waren Futtervorbereitung, Gehege sĂ€ubern, FĂŒtterung der Fleischfresser (Geparden, Leoparden, Löwen und Wildhunde), aber auch Recherchearbeit. Auf dem gesamten GelĂ€nde, wo Giraffen, Zebras, verschiedene Antilopen und sogar wilde Geparden leben, sind Kamerafallen aufgestellt. Diese werden regelmĂ€ĂŸig mit neuen Batterien versorgt und die Speicherkarten mĂŒssen ausgetauscht werden.
Bei regelmĂ€ĂŸigen Wanderungen durch das GelĂ€nde lernt man schnell Fußspuren und Kot den jeweiligen Tieren zuzuordnen und erfĂ€hrt viel ĂŒber die verschiedenen Tiere Namibias.

Auch wenn nach einigen Wochen eine leichte Routine in den Tagesablauf reinkommt, kann man doch immer wieder neues erleben, wenn zum Beispiel eins der Tiere wieder in die Natur ausgewildert wird oder ein neues Tier aufgenommen wird. Ich hatte das GlĂŒck mit drei anderen Freiwilligen und einem Koordinator fĂŒr drei Tage auf eine andere Farm zu fahren. Der Farmer hatte dort ein Problem mit einem wilden Leoparden auf seinem GrundstĂŒck, daher haben wir aus DornenbĂŒschen einen Schutzwall um den Auslauf der Rinder gebaut, um sie vor der Raubkatze zu schĂŒtzen.

Neben der Arbeit findet man schnell Anschluss bei den anderen Freiwilligen und lernt so Leute aus der ganzen Welt kennen. Abends haben wir oft am Lagerfeuer zusammengesessen oder in der sogenannten „Lapa“ Karten gespielt.

Nach 3 Monaten ging es dann mit dem Bus fĂŒr mich nach SĂŒdafrika. Dort habe ich fĂŒr 7 Wochen in der Wildlife Ranch bei Oudtshoorn gearbeitet. Auch hier wurde ich von Anfang an super empfangen und aufgenommen. Die Unterkunft ist sehr schön (ich habe im Haupthaus in einem Viererzimmer gewohnt) und ich fĂŒhlte mich schnell wie zuhause. Die Arbeit auf der Ranch unterschied sich deutlich von der Arbeit in Namibia, da es sich bei der Wildlife Ranch um einen richtigen Zoo handelt, der tĂ€glich von Touristen und Einheimischen besucht wird. Zu meinen Aufgaben zĂ€hlten das FĂŒttern der Tiere, SĂ€ubern der Gehege und Zubereitung des Futters. Aber neben den offensichtlichen Aufgaben, die in einem Zoo anfallen, war die Hauptaufgabe der Freiwilligen das sogenannte Enrichment. Um den Tieren in Gefangenschaft ein abwechslungsreiches Leben zu gewĂ€hrleisten und ihre Sinne und Instinkte mit neuen EindrĂŒcken zu schulen, mussten wir aus verschiedenen Dingen Spielzeuge fĂŒr die Tiere basteln. Zum Beispiel haben wir oft aus Pappmache BĂ€lle gebastelt und die mit Fleisch gefĂŒllt. Besonders die Geparden und Tiger waren immer besonders begeistert von ihren Spielzeugen und rasten hinter den BĂ€llen her durch die Gehege. Wenn man sich fĂŒr dieses Projekt entscheidet, muss einem vorher bewusst sein, dass man sehr viel Bastelarbeit leisten wird und auch meistens nur durch den Zaun hindurch die Tiere beobachten kann, wie sie mit ihren neuen GegenstĂ€nden spielen. Aber wer einmal einen Tiger gesehen hat, der mit seinen ZĂ€hen eine Melone zerbeißt, ist froh um den schĂŒtzenden Zaun :) . Trotzdem war es fĂŒr mich sehr eindrucksvoll, die riesigen Raubkatzen aus der NĂ€he beobachten zu können.

Manchmal finden auf der Ranch auch besondere Projekte statt, wie zum Beispiel die SĂ€uberung des Krokodilgeheges. Dies ist eine sehr stinkende und anstrengende Angelegenheit, aber wenn alle mithelfen und eine kleine Schlammschlacht stattfindet, ist der Spass auf jeden Fall sehr groß. Sehr gut gefallen, hat mir auch, dass alle festen Mitarbeiter im Zoo sich ĂŒber die Hilfe der Freiwillen freuen und jeden wie ein richtiges Mitglied des Teams behandeln.

Die Wochenenden sind immer frei und wir können uns aussuchen, was wir machen wollen. Verschiedene AusflĂŒge werden dann von den Hosts organisiert, an denen man teilnehmen kann. Zur Auswahl stehen zum Beispiel Skydiving, Sharkcagediving, Elefant Walk, Giraffen fĂŒttern, Strand und noch vieles mehr. Langweilig wird einem hier auf keinen Fall!

Organisatorisch hat immer alles geklappt, ich wurde immer dort abgeholt und hingebracht, wo ich sollte und bei Fragen hatte ich immer einen Ansprechpartner. Insgesamt kann ich sagen, dass mir der Aufenthalt in Afrika sehr gut gefallen hat und ich die Zeit und die Leute auf jeden Fall vermissen werde!



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