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Termine

November
  • 17. November, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse Bonn
Dezember
  • 5. Dezember, 18 Uhr, Infoabend in K├Âln
  • 6. Dezember, 16 Uhr, Online-Infoabend

Weitere Termine findest du hier!

 

Freiwilligenarbeit Mongolei - Nicolas

ANREISE:

Etwa 6 Stunden verbrachte ich in dem Taxi, das mich von Ulaanbaatar nach Erdenet bringen sollte. Eigentlich eine recht kurze Distanz, da aber die Stra├čen der Mongolei durch das raue Klima extrem ramponiert sind, ist es relativ schwierig schnell voranzukommen. Aber die Uhren in der Mongolei ticken - wie ich spa╠łter noch lernen sollte ÔÇô eh etwas anders als in Deutschland.
Abends um 18:30 nach einer weiteren Stunde Fahrt kam ich schlie├člich im Camp 60 km nordo╠łstlich von Erdenet an.
Nach einer kurzen Fu╠łhrung und einer Mahlzeit fiel ich schon um 20:00 vo╠łllig platt ins Bett; immerhin war ich mehr als einen ganzen Tag unterwegs gewesen!

Ôćĺ TIPP: Fu╠łr die Fahrt Trinken und Essen nicht vergessen! Man kann zwar zwischendurch anhalten, aber fu╠łr 7 Stunden kann man nie genug dabei haben. Auch Taschentu╠łcher (unterwegs nur Plumpsklos!) und etwas zur Bescha╠łftigung sind von Vorteil!

DAS CAMP:

Das Camp ist etwa 60 km von Erdenet an einem Hang nahe des Selenge (einem der gro╠ł├čten Flu╠łsse der Mongolei) gelegen. Auf dem gro├čen, umza╠łunten Gela╠łnde befinden sich drei Hauptgeba╠łude, wo sich die Zimmer fu╠łr die Kinder und die Sportpla╠łtze befinden. Das Bu╠łro am Eingang dient den Lehrern als Besprechungsraum und in den Unterrichtsstunden als Klassenzimmer. Weiter oben auf dem Hang ist die gro├če Kantine gelegen und etwas unterhalb davon das ÔÇ×KrankenhausÔÇť, welches nur 10 Meter vom Fu├čballplatz und den dazugeho╠łrigen Tribu╠łnen entfernt ist. Au├čerdem gibt es den sogenannten ÔÇ×ClubÔÇť, der knapp 400 Kinositze sowie eine Bu╠łhne bietet.
Das ganze Gela╠łnde ist im Gru╠łnen gelegen und sehr naturbelassen, was im Allgemeinen fu╠łr eine entspannte Atmospha╠łre sorgt. Auch la╠łdt die Na╠łhe zum Selenge zu kleineren oder gro╠ł├čeren Wandertouren ein. (TIPP: Mu╠łckenspray nicht vergessen!)
Zudem gibt es auf dem Gela╠łnde fast 40 Rehe sowie einige Pferde, und sogar 2 Kamele schauen ab und an vorbei.

CAMPLEBEN:

Die ersten Tage gingen recht entspannt zu, obwohl wir fu╠łr ca. 400 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 20 Jahren ta╠łglich ein anderes Programm erstellten. Jeder Tag hatte sein eigenes Thema und jeden Abend wurde eine andere Motto-party unter freiem Himmel organisiert.
An zwei Abenden pro Woche gab es eine Talentshow, bei der zum einen die Kinder als Gruppen gegeneinander antraten, zum anderen die Lehrer ihr Ko╠łnnen unter Beweis stellen durften.
Hierbei fiel immer wieder auf, wie viele Mongolen schon als Kinder Tanzkurse besuchen, singen und Theater spielen.
Als die Englischstunden begannen, musste ich mich weitgehend auf das Unterrichten beschra╠łnken, da bei fast 8 vollen Trainingsstunden ta╠łglich kaum mehr Zeit fu╠łr weitere Projekte blieb.

DER UNTERRICHT:

Das Englischprojekt im Camp steht erst noch am Anfang, was allerdings nicht unbedingt etwas Negatives sein muss, da dies viel Platz fu╠łr kreatives Arbeiten zula╠łsst.
Unsere Klasse setzte sich aus nur 5 Schu╠łlern unterschiedlichen Alters zusammen (zwischen 9 und 16 Jahren). Auch der Sprachlevel war unterschiedlich, obwohl das Alter hierbei keine Rolle spielte.

Um besser voranzukommen, beschlossen wir daher den eh schon kleinen Kurs nochmal aufzuteilen, sodass die Anfa╠łnger die Basics erlernen ko╠łnnen, ohne dabei die Fortgeschrittenen zu langweilen. Die 26-ja╠łhrige Ariuna erkla╠łrte sich bereit (vor allem wegen der Sprachbarriere) die Grammatik zu unterrichten, wa╠łhrend wir diese Grammatik verbunden mit weiteren Vokabellektionen, Gespra╠łchen und Spielen vertiefen und in Alltagssituationen anwenden sollten.
Mit ÔÇ×WirÔÇť meine ich au├čer mir selbst die Britinnen Emily und ihre Mutter Jane, die zusammen durch Asien als Englischlehrer reisen und mir dadurch die Arbeit deutlich erleichterten.
Von 9 Uhr morgens bis zum Mittagessen haben wir also immer mit einem Teil der Gruppe aktive Gespra╠łche geu╠łbt, wa╠łhrend der andere Teil Grammatik lernte. Nach dem Mittagessen wurde gewechselt und wieder 3-4 Stunden geu╠łbt.
Aus deutscher Sicht erscheint diese gro├če Menge an U╠łbungsstunden unangemessen fu╠łr ein Sommercamp, jedoch waren die Kinder froh diese Gelegenheit zu nutzen und nahmen erstaunlicherweise die ganze Zeit hindurch aktiv am Unterricht teil! (In Deutschland kaum vorstellbar!)

Doch dieses intensive Training machte sich auch wirklich bezahlt. Ariuna schaffte es, die komplette englische Grammatik in 2 Wochen zu erkla╠łren, und die Fortschritte in Grammatik und Wortschatz waren zum Teil enorm!
Unsere U╠łbungen waren ha╠łufig an den jeweiligen Thementag angepasst, damit man einen gewissen Bezug zwischen Unterricht und Tagesprogramm hatte. Desweiteren nutzten wir das gute Wetter so gut es ging, um drau├čen zu unterrichten oder bei kleineren Wanderungen u╠łber die Natur zu sprechen.
Um das Projekt weiter in Rollen zu bringen, organisierte Deggie, die Campleiterin, fu╠łr mich gleich zu Beginn der zweiten Woche einen spontanes Interview beim Fernsehsender der 'Erdenet Mining Corporation', da das Camp auch von diesem Konzern aufgebaut worden ist.

SONDERTHEMA 'ESSEN':

Das Essen in der Mongolei ist ein Thema fu╠łr sich!
Es ist einfach, oft fett und meistens mit viel Fleisch. So viel Fleisch um genau zu sein, dass der Magen die ersten Tage Schwierigkeiten haben kann sich anzupassen. Also sollte man auf jeden Fall Magentabletten nicht vergessen!
Als Vegetarier ist es noch schwieriger, da es wie gesagt kaum Speisen ohne Fleisch gibt.
Zudem ist es klug, sich aus der Stadt noch etwas zusa╠łtzlich mitzunehmen, da nach vier Wochen auch der geu╠łbtesten Kantine irgendwann die Variationen ausgehen.

Auch sollte man nie Leitungswasser trinken, wenn man es nicht unbedingt muss. Abgepackes Wasser gibt es u╠łberall gu╠łnstig zu kaufen.
Im Camp gibt es drei warme Mahlzeiten. Morgens eine Art Grie├č mit Milch und den beru╠łhmten Milchtee. Mittags entweder Nudeln oder Reis mit Fleisch und So├če an Sondertagen wie Naadam Nationalgerichte. Abends gibt es zwar auch Nudeln oder Reis, aber nicht dasselbe wie am Mittag. Zu den Hauptgerichten gibt es immer eine Suppe.
Mongolen jeden Alters lieben Su╠ł├čes, was sich auch in den zwei kleinen La╠łden im Camp widerspiegelt, die sich in den Hauptgeba╠łuden befinden. Dort gibt es alle erdenklichen Variationen von russischen und deutschen Schokoladen, Softdrinks aus Amerika und Gummiba╠łrchen...

Natu╠łrlich gibt es in der Mongolei auch ausgesprochen gute traditionelle Ku╠łche, deswegen lohnt sich sicherlich ein Besuch bei einem der zahlreichen ÔÇ×Modern NomadsÔÇť Restaurants in Ulaanbaatar! und versucht doch gleich bei dieser Gelegenheit mal etwas, das du sonst nicht daheim probieren wu╠łrdest wie z.B. einen ganzen Schafskopf. Die meisten Gerichte schmecken erstaunlich gut, wenn man erst die mentale Blockade los ist.

NAADAM (10.-13. Juli):

Naadam ist das allja╠łhrlich stattfindende Nationalfest der Mongolei als Erinnerung an die Unabha╠łngigkeitserkla╠łrung von 1921.
Zu diesem Anlass werden die sogenannten ÔÇ×DeelsÔÇť getragen; wunderscho╠łne Gewa╠łnder aus Seide oder Wolle, die auch u╠łber die Herkunft und sozialen Status Auskunft geben.
Traditionell gibt es Wettka╠łmpfe in drei Kategorien: Bogenschie├čen, Ringen und Pferderennen, bei denen im Prinzip jeder teilnehmen kann! (Ringkampf ist allerdings den Ma╠łnnern vorbehalten!)
Am ersten Naadam-Tag gab es im Camp eine Ero╠łffnungszeremonie und danach durfte jeder der wollte selbst versuchen mit Pfeil und Bogen Flaschen abzuschie├čen, seinen Gegner im Ringkampf zu besiegen oder beim Steckenpferd-Rennen der Schnellste zu sein (echte Pferde wa╠łren zu gefa╠łhrlich).
Zu jenen besonderen Tagen im Jahr werden auch traditionelle Speisen wie Chuuschuur (mit Fleisch gefu╠łllte, frittierte Teigtaschen) und Airag (fermentierte Pferdemilch, die nach leicht sa╠łuerlichem Bier schmeckt) serviert, was eine willkommene Abwechslung auf der Speisekarte bedeutete.
Am zweiten Tag bekamen Emily, Jane und ich die Gelegenheit nach Erdenet zu fahren, um Naadam im gro├čen Ma├čstab zu erleben. Wir konnten dort Bogenschie├čen, die Ringka╠łmpfe im Stadion sehen und dem gro├čen Pferderennen auf der Leinwand folgen.
Rings um das Stadion wurden die traditionellen Jurten aufgeschlagen, die sogenannten ÔÇ×GersÔÇť. Dort werden die Zuschauer mit verschiedenen Speisen und Getra╠łnken versorgt.
Zudem gibt es eine Art Jahrmarkt mit kleinen Buden mit Andenken, Obst oder Glu╠łcksspielen, au├čerdem Kamelreiten und verschiedene Geschicklichkeitsspiele.
An diesem Tag hab ich das Bild von dem springenden Pferd aufgenommen, das wohl zu meinen besten Aufnahmen dieser Reise geho╠łrt!
Am dritten Tag wurden die Camp-Mitarbeiter und wir drei Ausla╠łnder vom Vorsitzenden der Organisation eingeladen, mit ihm zu essen und an kleineren Wettka╠łmpfen, wie Tauziehen, teilzunehmen.
Generell ist zu sagen, dass es sich allein wegen Naadam lohnt, im Juli in die Mongolei zu kommen, um dieses sehr alte Volksfest hautnah mitzuerleben!

FAZIT ZUR REISE:

Das du╠łrfte fu╠łr viele wohl der wichtigste Teil dieses Berichts sein, also komme ich gleich zum Punkt!

Die Reise war fantastisch!

Ich habe noch nie so viel Verschiedenes in so kurzer Zeit gesehen, erlebt und gelernt. Angefangen mit dem Waschen meiner Wa╠łsche von Hand, u╠łber den Zusammenbau eines russischen Gewehrs AK-47 (als das Milita╠łr im Camp zu Besuch war), das Essen eines Schafkopfs, das Reiten von Kamelen bis hin allgemein offener und spontaner zu sein. Als ich das Camp nach 4 Wochen verlassen musste, habe ich erst festgestellt, wie viele neue Freunde ich gefunden habe! Wie Ariuna und ihren Freund Shaba, die mich gleich eingeladen haben, die na╠łchsten 10 Tage in Ulaanbaatar bei ihnen zu verbringen, damit ich Hotelkosten spare und jemanden habe, an den ich mich bei Problemen wenden kann.

Die Reise hat sich wirklich fu╠łr mich gelohnt, weil ich nicht nur mehr Wissen angeha╠łuft habe, sondern mich auch perso╠łnlich weiterentwickeln konnte!

Nicolas Po╠łhlmann



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G├╝ltig f├╝r das Programm inkl. 1 ├ťbernachtung in Kapstadt sowie inkl. Orientierungswoche in Kapstadt und f├╝r das Programm inkl. 1 ├ťbernachtung in Windhoek sowie inkl. Einf├╝hrungstage in Windhoek. Der Rabatt wird auf der Rechnung abgezogen.