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Termine

November
  • 17. November, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse Bonn
Dezember
  • 5. Dezember, 18 Uhr, Infoabend in K├Âln
  • 6. Dezember, 16 Uhr, Online-Infoabend

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Freiwilligenarbeit Malaysia - Marietta

Vier Wochen Malaysia, 18 Orang Utans und unendlich viele scho╠łne Erinnerungen

Mein Wunsch wieder nach Asien zu reisen bestand schon lange, das Bedu╠łrfnis nicht einfach nur zu reisen, sondern etwas Sinnvolles, Gutes dabei zu machen kam relativ plo╠łtzlich und so hab ich mich sehr spontan dazu entschlossen, als Volunteer auf die Reise zu gehen. Es stand auch schnell fest, dass ich unbedingt mit Orang Utans arbeiten mo╠łchte. So lie├č sich meine Suche relativ pra╠łzise einschra╠łnken und ich landete bei Auszeit-weltweit, die fu╠łr mich das perfekte Projekt im Angebot hatten. Dann ging auch alles ganz schnell: Infos wurden geschickt, das erste Telefonat, ein zweites Telefonat und der Vertrag war unterzeichnet :)

Bei der perso╠łnlichen Organisation war ich mir dann kurzzeitig nicht mehr so sicher, ob ich mich auch fu╠łr das Projekt entschieden ha╠łtte, ha╠łtte ich mich vorher etwas gru╠łndlicher daru╠łber informiert... Regenzeit, Taiping als nasseste Metropole Malaysias und am meisten machten mir die Reiseschutzimpfungen zu schaffen, die ich nach einer ausfu╠łhrlichen Beratung bei meiner A╠łrztin vornehmen lie├č. Mit der Vorfreude auf die sicherlich tolle Zeit die ich haben werde, habe ich aber auch das tapfer hinter mich gebracht und letzten Endes war auch alles nicht so schlimm wie in der ersten Aufregung befu╠łrchtet. Beim Packen stellte sich mir dann die Frage, was man denn eigentlich so anzieht fu╠łr die Arbeit vor Ort und glu╠łcklicherweise hab ich doch einige lange Stoffhosen eingepackt - eigentlich eher zum Mu╠łckenschutz aber wie sich herausstellte war lange Kleidung zum Arbeiten Vorschrift, da Malaysia ja ein u╠łberwiegend muslimisches Land ist. Dazu schulterbedeckende T-Shirts und alles war gut.

Endlich gings nun los! Die erste Herausforderung traf mich bereits am heimischen Flughafen, als es um den Abschied und den alleinigen Reiseantritt ging. Das war mein erstes Mal und ist mir de nitiv schwerer gefallen als erwartet, aber spa╠łtestens beim Transfer in Doha war der Abschiedskummer dank Vorfreude nahezu vergessen. Angekommen in Kuala Lumpur wurde ich von Paul (von Green Lion), Pan (einem thaila╠łndischen Fotografen) und der Hamburgerin Hanna, die ebenfalls als Freiwillige nach Taiping mitkam, herzlich in Empfang genommen. Zusammen sind wir mit dem Zug ins drei Stunden entfernte Taiping, no╠łrdlich von KL, gefahren.

Ich war sehr erleichtert, als wir nach meiner 19-stu╠łndigen Anreise endlich in unserem Zuhause fu╠łr die na╠łchsten 4 Wochen angekommen waren. Das Sojourn Beds and Cafe╠ü ist wahrlich eines der scho╠łnsten Hostels in dem ich je war! Der aus den UK ausgewanderte Ken, Besitzer des Sojourn, ist ein herzensguter und hilfsbereiter Mensch. Er und Yin, die auch im Hostel arbeitet, haben es mir wirklich leicht gemacht, mich an diesem Ort sofort wohl zu fu╠łhlen. Das Sojourn mit seinen hohen Decken ist sehr geschmackvoll, antik eingerichtet. Besonders die gera╠łumigen Bettkojen mit zuziehbaren Vorha╠łngen bieten jedem Einzelnen, auch im Vierbettzimmer, seine Privatspha╠łre. Die Zimmer sowie die zwei Ba╠łder sind zudem sehr sauber und modern. Mein perso╠łnlicher Hotspot war die Terrasse im ersten Stock, wo ich mich gern abends rausgesetzt hab um ein bisschen zu lesen und die atemberaubenden Sonnenunterga╠łnge zu beobachten.

An unserem ersten Tag wurden wir (insgesamt waren wir drei Freiwillige) von Siti und Pricilla (beide von Green Lion) nach dem Fru╠łhstu╠łck abgeholt um zusammen den Introduction Day zu beschreiten. Wir haben uns Taiping angesehen, das Perak Museum besucht und sind durch die wunderscho╠łnen Lake Gardens in Taiping spaziert. Am na╠łchsten Morgen gings dann auch schon direkt mit der Projektarbeit los.
Orang Utan Island in Bukit Merah ist ein ganz besonderer Ort und das liegt nicht allein an den wundervollen Orang Utans. Es war sehr angenehm mit dem doch gro├čen Team aus u╠łberwiegend einheimischen Angestellten und Praktikanten zusammenzuarbeiten. Immer gut gelaunt und mit gro├čer Leidenschaft setzt sich jeder Einzelne von ihnen fu╠łr das Wohlergehen und den Schutz dieser vom Aussterben bedrohten Tiere ein. Alle waren sehr hilfsbereit und haben stets versucht meine Fragen zu beantworten und alles genau zu erkla╠łren. Am meisten Spa├č hatten wir mit dem aus Indien sta╠łmmigen CEO Dr. Saba, der auch mal das ein oder andere Feierabendbierchen ausgegeben hat. Das Highlight waren aber ganz klar die 18 auf der Insel lebenden Orang Utans! Jedes Tier mit seiner eigenen starken Perso╠łnlichkeit. Zum Beispiel Harry mit seinem Schuhtick, der selbst beim Fu╠łttern nur Augen fu╠łr unsere bunten Sneaker hatte, die eher schu╠łchterne April oder Adam der Scho╠łnling, der im Vergleich zu King BJ keine langen Dreadlocks hat, weil er sehr auf sein Aussehen bedacht ist und pra╠łzise Fellp ege betreibt. Einen ta╠łglichen Empfang bereiteten die drei dreieinhalb- bis fu╠łnfja╠łhrigen Orang Utans, die schon beim Anblick des herannahenden Bootes vom Baum kletterten und Stellung auf der Plattform im See bezogen um uns zu begru╠ł├čen. Meine absoluten Lieblinge aber waren Baboon und ihr knapp zweija╠łhriger Junge Mannu. Die Zwei waren im hinteren Gehege zur kontrollierten U╠łberwachung wa╠łhrend der Regenzeit und somit fu╠łr die Besucher nicht sichtbar. Umso mehr freute es mich, als ich die Beiden kennenlernen und ta╠łglich besuchen konnte.

Meine Arbeit auf der Insel war sehr abwechslungsreich. Ich durfte unter anderem frische Fru╠łchte, Gemu╠łse und selbstgekochte Riceballs fu╠łr die Fu╠łtterung vorbereiten - jeder Orang Utan hat na╠łmlich einen individuellen, speziell auf ihn abgestimmten Dia╠łtplan. Die Reinigung der Nachtka╠ł ge geho╠łrte ebenso zu meinen Aufgaben, wie das Fu╠łttern, Instandhaltung der Anlage, ein bisschen Gartenarbeit und die Betreuung der Besucher. Richtig Spa├č gemacht hat auch das Ernten von Kokosnu╠łssen und das Ausholzen der Dschungeltracks mit der Machete. Neben den anfallenden Arbeiten lag ein gro├čer Bestandteil der Ta╠łtigkeiten auch im Bereich der Forschung. So sind wir mit den vier Praktikantinnen, den Rangers und der leitenden Biologin einige male in den Dschungel gewandert um Forschungsbereiche festzulegen bzw. auszuwerten. Hier war ich dann auch tatsa╠łchlich sehr fu╠łr die langen Hosen dankbar, im Dschungel sind na╠łmlich unfassbar viele Moskitos und auch der ein oder andere Blutegel... aber die Gruppe war stets gut vorbereitet und hat mit Ra╠łuchersta╠łbchen und Kerosin auf den Gummistiefeln vorgesorgt.
Auch Veterina╠łrmedizin stand zweimal pro Woche auf unserem Stundenplan. Ein sehr spannendes Feld, wo man einiges lernen konnte. Neben der Untersuchung von Stuhlproben auf Parasiten, werden regelma╠ł├čig Schwangerschaftstests bei den geschlechtsreifen Weibchen durchgefu╠łhrt. Ausserdem wurde uns auch gelehrt, wie man Blutgruppen bestimmt - wer wollte (und sich getraut hat) durfte dann sogar sein eigenes Blut untersuchen.

Auch wenn wir anfangs etwas mit der Hitze und der hohen Luftfeuchtigkeit zu ka╠łmpfen hatten, waren die Arbeiten allesamt gut zu bewa╠łltigen. Wir haben zum Beispiel ko╠łrperlich anstrengende Ta╠łtigkeiten selten la╠łnger als eine Stunde ausgefu╠łhrt und zwischendurch gab es auch immer wieder kleine Pausen zur Erholung.

Ein besonderes Highlight war der Excursion Day, der extra fu╠łr uns organisiert wurde. Zuerst sind wir zu einem nahegelegenen local Market gefahren. Hier wurde uns alles genau erkla╠łrt und zum Probieren angeboten. Danach besuchten wir ein Fischerdorf und die umliegenden Mangroven Wa╠łlder, wo wir barfu├č durch den ku╠łhlen Schlamm gestapft sind um Saatlinge fu╠łr die ansa╠łssige Baumschule zu sammeln. Der absolute Ho╠łhepunkt war das Mittagessen bei einer malaiischen Familie. Es wurde festlich aufgekocht, feinste lokale Ku╠łche und beim Nachtisch durften wir sogar selbst Hand anlegen.

Das einheimische Essen ist einfach mega lecker! Und am tollsten war, dass man je nach Gelu╠łsten zwischen den u╠łberwiegend malaiisch, chinesisch und indischen Mahlzeiten wa╠łhlen konnte. Ich hab auch immer alles super vertragen und an die Scha╠łrfe gewo╠łhnt man sich auch schnell. Nur die stark gezuckerten Getra╠łnke waren mir zu su╠ł├č.. ich hab mir dann einfach angewo╠łhnt mit ÔÇ×no sugarÔÇť zu bestellen. Um das im Hostel angebotene Fru╠łhstu╠łck (Toast mit Marmeladen) zu pimpen, haben wir bei den local Fruit Markets frische Fru╠łchte gekauft - die gelben Mangos sind der Hammer!

Langweilig wurde es generell nie! An den Wochenenden konnte man verschiedene tolle Aktivita╠łten unternehmen. Wer mal aus dem Sta╠łdtchen raus wollte um Aus u╠łge zu machen, hatte zum Beispiel die Mo╠łglichkeit in ca. 1.5 Stunden zur Insel Penang zu fahren. Penang soll sehr scho╠łn sein, hab ich aber leider nicht geschafft. An einem Wochenende bin ich dafu╠łr nach Kuala Lumpur gefahren um Malaysias Hauptstadt zu erkunden. Fru╠łh morgens gings mit dem Zug los und abends wieder zuru╠łck. Das war als Tagesaus ug super und mittels UBER kommt man in der Stadt sehr schnell und unkompliziert von A nach B. Ausserdem haben wir den Bukit Larut (Maxwell Hill) in Taiping bestiegen und einen Sonntag hab ich beim Burmese Pool (natu╠łrlicher Pool in einem erfrischenden Flussbett) verbracht. Ein wunderscho╠łner Platz zum relaxen und zu Fu├č erreichbar. Au├čerdem waren da noch Malaysias a╠łltester Zoo und die Lake Gardens zum rumspazieren. In Taiping gibt es ausserdem drei verschiedene Malls mit tollen Kinos (OV) fu╠łr verregnete Abende.. Meine Sorge zur nassesten Stadt Malaysias war u╠łbrigens unbegru╠łndet. Es hat zwar fast jeden Tag geregnet, aber auch wirklich nur in Taiping - nie wa╠łhrend der Arbeit auf der Insel und wenn dann meistens nachmittags / abends fu╠łr maximal 1-2 Stunden. Dann wars auch wieder gut.

In meiner nach hinten verschobenen Introduction Week bin ich mit meiner Koordinatorin Siti noch nach Ipoh und Kuala Kangsar,
der Sultanstadt, gefahren. Mit dem local Bus war beides gut und in unter zwei Stunden zu erreichen. Ein sehr scho╠łner Aus ug war auch der Trip nach Kuala Sepetang. Das ist ein buntes Fischersta╠łdtchen wo man Adler und mit etwas Glu╠łck auch pinke Flussdel ne beobachten kann. Das war auf jeden Fall einen Besuch wert, zudem waren gleich in der Na╠łhe auch die Charcoal Factories und beeindruckende Mangroven Wa╠łlder. Ein perso╠łnlicher Ho╠łhepunkt war das Wochenende auf der Insel Pangkor. Am Ende meiner Einfu╠łhrungswoche sind wir nach Lumut und dann mit der Fa╠łhre nach Palau Pangkor, das ist eine kleine Insel mit wei├čen Stra╠łnden, kaum Touristen und vielen tropischen Hornbills. Endlich Meer, Strand, Sonne, baden! Unsere Koordinatorin Pricilla, der neue Volunteer aus Amsterdam und ich haben dann spontan entschieden, auf eigene Kosten das restliche Wochenende auf diesem kleinen Stu╠łck Paradies zu verbringen.

In meiner letzten Woche war ich dann die einzige Freiwillige auf Orang Utan Island, was aber nicht weiter schlimm war. So blieben mehr Aufgaben fu╠łr mich und in den Pausen konnte ich nochmal in Ruhe mit meiner Kamera losziehen oder einfach nur den Orang Utans beim Rumtollen zusehen. Es war wirklich eine sehr besondere Zeit und ich bin dankbar und u╠łberglu╠łcklich, dass ich dieses Projekt, diese kleine Auszeit machen durfte. Nicht nur dass es ein unfassbar tolles Gefu╠łhl ist, etwas Gutes getan zu haben, auch die Erfahrung alleine auf so eine Reise zu gehen und sich zu engagieren ist fu╠łr mich von unbezahlbaren Wert!

We love. We care. We conserve.


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  • 17. November, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse Bonn
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