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Freiwilligenarbeit Malaysia - Christine

 

Nachdem ich im Oktober in Bali sein durfte, h├Ątte ich nie gedacht, dass ich schon bald danach einen Monat in Malaysia verbringen w├╝rde. Und ich bin unendlich dankbar daf├╝r, dass ich diese Gelegenheit hatte.

ÔÇ×Willkommen in Taiping, der regenreichsten Region MalaysiasÔÇť, dies waren die ersten Worte von Ken, an Hanna aus Australien und mich, nachdem Yin, die zusammen mit Ken das Hostel Sojourn f├╝hrt, uns mit ihrem kleinen gelben Auto vier Stunden vom Flughafen Kuala Lumpur bis nach Taiping zu unserer Unterkunft gebracht hatte. Das ist es nun, mein neues Zuhause f├╝r die n├Ąchsten vier Wochen. Das s├╝├če Hostel am Rande der Stadt, mit hohen Decken, neuen und sauberen Badezimmern, der steilsten Treppe, die ich je gesehen habe und vielen antiken Gegenst├Ąnden, die ├╝berall liebevoll ausgestellt sind. Die W├Ąnde verziert mit den Bildern, die der nette Clive gemalt hat, ein ├Ąlterer Freund von Ken und K├╝nstler, der um die Ecke wohnt und der genauso zur ÔÇ×FamilieÔÇť im Sojourn geh├Ârt wie die Workawayer, die hier alle paar Wochen wechseln und beim Putzen Helfen.

Sitti, unsere Koordinatorin, hat uns zum Abendessen begleitet und schon ein paar Dinge f├╝r die Woche verraten. In der Nacht stie├č dann auch Sarah (ebenfalls aus Australien) zu uns. Da das Projekt noch sehr neu ist, blieb es also bei uns vier (3 freiwillige +Koordinatorin). Und wir sind gute Freunde geworden! Man k├Ânnte meinen, wenn man fast 24h auf einander rumsitzt, geht man sich irgendwann an die Gurgel, aber so ist es ├╝berhaupt nicht. Die Arbeit und das ÔÇ×gemeinsam fremd seinÔÇť schwei├čt zusammen.

Leider kann ich nicht jeden Tag detailliert beschreiben, sonst wird der Bericht zu einem Buch ;). Man f├Ąhrt jeden Tag mit dem Taxi ca. 40 min nach Lake-town und von dort aus mit der F├Ąhre ca. 15 min auf die Orang-Utan Insel. Der CEO ist der Doktor, ein ├Ąlterer Herr aus Indien, der einem am Anfang etwas furchteinfl├Â├čend vorkommt und sp├Ąter, genauso wie alle anderen die dort arbeiten, zum guten Freund wird, die man alle nicht verlassen m├Âchte. Er hat uns erkl├Ąrt, dass uns harte Arbeit erwartet und wir nicht vergessen sollen, dass wir unser Land repr├Ąsentieren. Sitti hat oft f├╝r uns ├╝bersetzt, denn z.B. die Ranger haben sich nicht getraut mit uns Englisch zu reden.
Da das Projekt noch so neu ist und wir zu wenige Volunteers waren, bestand die h├Ąrteste Arbeit darin, nichts zu tunÔÇŽoft sa├čen wir Stunden lang rum oder hatten die ÔÇ×schwereÔÇť Aufgabe zu dritt einen kleinen Gegenstand von A nach B zu bringenÔÇŽdas konnte an manchen Tagen sehr frustrierend sein, da wir doch alle gekommen waren, um wirklich zu helfen und anzupacken. Daher hatten wir es alle am liebsten, wenn wir dem G├Ąrtner helfen durften, er ist ziemlich alt und nicht mehr der fitteste und so haben wir uns beim Unkrautj├Ąten und Laubrechen erst recht ins Zeug gelegt. Wir hatten aber auch die Gelegenheit, die Mitarbeiter an sich besser kennenzulernen, sie haben uns traditionelle Spiele wie Chonka beigebracht und sind mit uns f├╝r ein Mangroven Projekt zu einem Fischerdorf gefahren, wo wir Freundinnen von ihnen kenngelernt haben, die mit uns im Schlamm gearbeitet, Krabben gefangen, zusammen gegessen und bei einem weiteren Ausflug sogar extra f├╝r uns gekocht haben. Sie schreiben jetzt noch, dass sie uns vermissen und obwohl sie fast nichts materielles besitzen, haben sie unsere ganzen Familien von Herzen bei sich zu Hause eingeladen und hoffen sehr, dass wir sie wirklich eines Tages besuchen. Das sind die Erinnerungen, die sich mir ins Herz gepr├Ągt haben und bei denen ich pers├Ânlich viel lernen durfte.

Die Orang Utans sind wunderbar! Sie sind wilde Tiere und kein Spielzeug (was manche Menschen leider nicht verstehen und als Touristenattraktion w├╝nschen, was einer der gro├čen Gr├╝nde ist, warum sie vom Aussterben bedroht sind) von daher sind sie nicht zum Knuddeln da. Allerdings sind diese Tiere sehr intelligent und man kommt ihnen doch recht nah (meist dennoch durch Elektroz├Ąune getrennt),so dass man zu jedem eine Beziehung aufbaut. Sie haben uns immer einzeln am Geruch wieder erkannt, manchmal sogar geklatscht und auf ihre Weise mit uns kommuniziert. Das ist ein ÔÇ×once in a lifetimeÔÇť Erlebnis und erf├╝llt mich mit gro├čer Dankbarkeit. Ich bin auch den Rangern sehr dankbar, die sich um sie k├╝mmern, denn da die Organisation von Spenden lebt, bleibt der Lohn in manchen Monaten aus. Was wir f├╝r die Orang Utans gemacht haben, war dass wir beim Schneiden der Fr├╝chte (auch beim Probieren ;) ) geholfen haben. K├Ąfige reinigen, K├Ąfige neu streichen, und anfallende Arbeiten an den gro├čen Gehegen erledigen. Und manchmal haben wir einfach durch den Zaun hindurch mit ihnen gespielt.

F├╝r das Mittagessen sind wir immer mit der F├Ąhre zur├╝ck nach Lake town und haben dort im Resort gegessen. Das war sehr zeitaufwendig, darum haben sie das in meiner letzten Woche ge├Ąndert. Dort haben wir mit den Rangers zusammen gegessen. Was sehr sch├Ân ist und sie freuen sich, allerdings sollten Vegetarier sich darauf einstellen, dass sie so keine Auswahl mehr haben. Das Essen bestand immer aus Reis, Fleisch oder Fisch und ein bisschen Gem├╝se. Das Fr├╝hst├╝ck im Sojourn ist Toast mit drei Sorten Marmelade. Wir haben uns selber immer noch Erdnussbutter und Fr├╝chte gekauft um Abwechslung zu haben. Das Abendessen kam manchmal von den Koordinatoren als take away bestellt oder man geht als Gruppe gemeinsam in eins der lokalen Restaurants essen, was immer ein Erlebnis ist. (Probiert die Indische K├╝che!!sehr lecker!!)

Taiping hat gute Bus,- und Bahnverbindungen. Also kann man am Wochenende auch gut irgendwo hinfahren z.B. Ipoh oder Penang. Die Bahn ist top modern und g├╝nstig. Wer noch g├╝nstiger reisen will, nimmt den Bus. Allerdings sind die meisten Busse sehr alt und man geht ein gewisses Sicherheitsrisiko ein. Aber ich bin an einem Wochenende mit Sitti nach Kuala Kengsar gefahren, ca. 1 Stunde Busfahrt, und fand die Reise eigentlich sehr aufregend und authentisch. Kuala Kengsar kann ich auch nur empfehlen =)! Es ist die Stadt des Sultans von Perak und bietet unter anderem eine der sch├Ânsten Moscheen von Malaysia.

Aber auch in Taiping selbst haben wir viel unternommen. Man kann auf Maxwell Hill die Aussicht genie├čen, in den Taiping Zoo oder spazieren gehen in den Taiping Lake Garden. Abends sind wir manchmal in die Mall und haben einen Film im Kino geschaut. Das kostet nur ca. 11 RM und ist vor allem ein Erlebnis, wenn man sich an Chinese New Year einen chinesischen Film ansieht. Freitag, Samstag und Sonntagabends gibt es auch immer einen kleinen Nightmarket gleich um die Ecke vom Sojourn, wo wir uns Frucht Drinks und Eis gekauft und dann den Kindern beim Rollerbladen auf dem gro├čen Taiping Platz zugeschaut haben. Es wird auf jeden Fall nicht langweilig. Und eure Koordinatoren sowie Ken und Yin vom Sojourn stehen alle immer gerne f├╝r Rat und Tat bereit =)



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