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Freiwilligenarbeit Kenia - Daniel

 
Bericht Kenia vom 19.12.2015 bis 04.01.2016

Am Samstag, den 19.12.15 begann meine abenteuerliche Reise nach Kenia. Von Dresden bis nach Nairobi, Kenia war ich 18 Stunden unterwegs.

Die Flüge klappten alle problemlos und ich wurde in Nairobi durch Patrick abgeholt. Er war von der Partnerorganisation und sehr freundlich, zeigte mir die Stadt, erklärte mir alles was ich wissen wollte und fuhr mich zu meinem Hotel.
Patrick war stets für mich erreichbar und hatte immer ein offenes Ohr für meine Fragen.

Im Hotel angekommen war ich erstmal auf mich alleine gestellt und nutzte die freie Zeit, um anzukommen und Nairobi zu Fuß zu erkunden. Ich begegnete in der Stadt vielen freundlichen Menschen, aber man merkt auch sofort, dass die Leute denken, nur weil ich Europäer bin, dass ich reich sei. Durch diesen Umstand habe ich viele witzige Bekanntschaften gemacht und Gespräche geführt. Für afrikanische Verhältnisse ist Nairobi eine sehr schöne und saubere Stadt.

Zum Mittag war ich dann im „Nairobi Safari Club“ essen, es war ausgezeichnet und für europäische Verhältnisse sehr günstig.
(So wie alles in Kenia, der Euro ist recht stark, daher auch die Meinung der Menschen über die Europäer, dass diese „reich“ seien.)
Überall auf den Straßen war die Polizei sehr präsent, auf Grund der vorangegangen Anschläge. Auch die Polizei war sehr freundlich und mir gegenüber sehr aufgeschlossen.

Am nächsten Tag, Sonntag, holte mich Patrick nach dem Frühstück vom Hotel ab und fuhr mich zum „Giraffe-Center“, ein Ort, an welchem sich die Giraffen unter Aufsicht vermehren und wenn die Jungtiere fitt genug sind, ausgewildert werden.
Das war ein wirklich schönes Erlebnis, man konnte den Giraffen hautnah sein und es war auch möglich sie zu füttern und zu streicheln. Und mir gelang es, einen Kuss der Giraffendame „Daisy“ zu ergattern. :)

Danach fuhr mich Patrick in das „Elephant Sanctuary“, einen Ort, an welchem Elefantenjungtiere – die mutterlos in der Wildnis aufgefunden wurden – versorgt werden, um sie anschließend wieder erfolgreich auszuwildern.
Dort wurden vor den Augen der Zuschauer circa 10 Elefantenbabys, die teilweise nur wenige Wochen alt waren, gefüttert und ein Angestellter erklärte im einwandfreien Englisch diverse Fakten über die Versorgung und die Elefanten.
Auch das war wahnsinnig interessant und lehrreich, zudem habe ich noch nie so viele Elefantenbabys auf einmal gesehen.
Am darauffolgenden Tag begleitete mich Patrick zum örtlichen „Busbahnhof“. Ziel war es, alleine mit dem Bus bis zu dem Ort „Voi“ zu fahren, an welchem mich die Ranger des „Tsavo Nationalparks“ abholen sollten.

Ab da begann das eigentliche Abenteuer: üblicherweise dauert die Reise mit dem Bus fünf Stunden, wir waren allerdings elf unterwegs.

Zuerst hatte unser Bus eine Panne am Stadtrand von Nairobi. Wir mussten zwei Stunden auf einen Ersatzbus warten. In der Zeit kam ich ins Gespräch mit Jemimah (welche mich bei der Panne mit den Worten „Welcome in Kenia“ begrüßte :)), eine Kenianerin, die mich heiraten wollte; weil sie natürlich dachte, dass ich reich sei – ich musste sie erstmal vom Gegenteil überzeugen :).
Sie lud mich für mein freies Wochenende nach „Mombasa“ ein, eine große Stadt an der Ostküste Kenias.
Mit dem Ersatzbus ging es dann weiter, allerdings wartete das nächste Abenteuer nicht lange: als sich auf der Strecke ein Stau gebildet hatte, entschied sich der Busfahrer und zahlreiche andere Autos und LKWs, eine Abkürzung durch das Gelände zu nehmen, was uns allerdings mehrere Stunden kostete. Mit dem Reisebus (!) fuhr der Fahrer über vollkommen unebene Feldwege, teilweise drohte der Bus umzukippen und nicht selten setzte er auf, so dass alle Fahrgäste aussteigen mussten.
Nach dieser langen Reise kam ich nachts in Voi an, die Ranger warteten bereits auf mich und fuhren mich in das Camp im Nationalpark.
Dort begrüßte mich Yasin, der Koch für die Freiwilligenhelfer (da ich zu dem Zeitpunkt der Einzige war, war Yasin nur für mich da). Er war super freundlich, stand mir immer mit Rat und Tat zur Seite und war auch tiefgründigen Gesprächen an den Abenden nicht abgeneigt. :)

Insgesamt waren alle Ranger total freundlich und hilfsbereit. Es war mit den Menschen dort eine echt schöne Zeit, vor allem zu sehen wie sie leben und ihre Ansichten auf die Welt zu erfahren.
Meine zwei Wochen im Camp habe ich von früh gegen 08 Uhr bis Nachmittags 17 Uhr mit den Rangern auf Patrouille verbracht. Zwischendurch gab es eine großzügige Mittagspause. In der freien Zeit konnte ich mich hervorragend im Nationalpark entspannen oder habe etwas mit den Rangern unternommen. Oft sind die wegen Besorgungen in die Nachbardörfer gefahren, bei welchen ich sie gerne begleitete. Eines Abends lud ich alle Ranger zu einem Bier im Lions Bluff Hotel ein (ein Hotel auf einem Hügel im Nationalpark), von welchem man ein wunderschönen Panoramablick auf den Nationalpark hat.
Inklusive eines unbeschreiblichen Sonnenunterganges mit Blick auf dem Kilimandscharo.

Die Patrouillen waren sehr aufregend, ob zu Fuß oder mit dem Fahrzeug; ich habe sehr viel über die Tiere und ihr Verhalten sowie Fährten gelernt und auch sehr viele gesehen: Giraffen, Elefanten, Büffel, Zebras, Antilopen, Schlangen und sogar Mini-Schildkröten.

Einmal sind wir sogar direkt an einer Elefantenherde vorbeigefahren und nur der beherzte Gasfuß des Fahrers konnte verhindern, dass uns eine Elefantenkuh, welche ihr kleines Baby schützen wollte, umrannte. Allgemein war es nicht selten, dass Giraffen oder Zebras direkt auf der Straße standen und erst durch vorsichtiges Heranfahren Platz machten. Leider habe ich während meines zweiwöchigen Aufenthaltes keine Katzen gesehen. Dass ist der Zeit geschuldet, in welcher ich dort war. Die Tiere kommen erst mit Beginn der Trockenzeit (ab Januar) aus benachbarten Gebieten zurück.

Die Temperaturen waren sehr angenehm warm, die Luft ist im Nationalpark sehr trocken, was es so angenehm macht. Allerdings brennt die Sonne stark, was aber selbst für mich als sehr Hellhäutigen mit Sonnencreme und Hut kein Problem darstellte.
Gefährlich war auch der starke Wind, welcher auf Grund des Klimawechsels (von Regenzeit zu Trockenzeit) wehte. Ein Halstuch sollte auf jeden Fall bei Wind getragen werden!

Das Essen war ausgezeichnet, Yasin ist ein Meister seines Handwerkes, das Essen war immer frisch und es gab lokale Früchte, auch die Unterkunft war vollkommen ausreichen. Aufgrund der Stille im Nationalpark (abgesehen von lachenden Hyänen nachts) habe ich traumhaft geschlafen. Allerdings gab es kein Strom. Einzig in einem Gebäude, welches 2 Minuten zu Fuß entfernt war, befanden sich Steckdosen um die Geräte zu laden. Das war aber kein Problem. Es gab fließendes Wasser, eine Dusche und eine Toilette für die Freiwilligenhelfer. Alles war sauber und funktionierte tadellos.

Mein freies Wochenende verbrachte ich in Mombasa und habe dort Jemimah und ihre Freunde besucht. Das war ein sehr interessanter Ausflug, den ich selber organisiert habe. Mike brachte mich nach Voi und von da an fuhr ich mit einem „Matatu“ (ein afrikanischer Taxi-Kleinbus) nach Mombasa. In einem eben solchen fuhr ich auch wieder zurück. Da es sehr warm in Mombasa war (auf Grund der höheren Luftfeuchte) besuchte ich erst Abends den Strand und den Indischen Ozean, was sich dennoch vollkommen gelohnt hat. Es gibt dort tolle Strandbars.

Meine Rückreise funktionierte auch tadellos. Patrick holte mich wieder vom Bus in Nairobi ab und ich schlief wieder eine Nacht im Hotel, bevor ich dann in mein Flugzeug stieg.
Insgesamt war es ein sehr schöner Urlaub, der Nationalpark und die Tiere sind unglaublich schön; keine Videos oder Bilder können diesen traumhaften Anblick wiedergeben.
Die Kenianer sind sehr hilfsbereit und freundlich; dennoch gibt es ein paar Gauner, die es nur auf das Geld abgesehen haben, das war aber eher die Minderheit.

Der „Kulturschock“ traf mich eher wieder zurück in Deutschland, als ich von einem schlechtgelaunten Deutschen an einer Info im Frankfurter Flughafen zurückgewiesen wurde. Das wäre bei den hilfsbereiten Kenianern undenkbar gewesen.


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