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Unsere Kambodscha-Reportage auf
 

Freiwilligenarbeit Kenia - Friedemann

Mein Aufenthalt in Kenia (3 Wochen)

Ich habe mich ziemlich kurzfristig fu╠łr eine Reise nach Kenia entschieden. So meldete ich mich erst 4 Wochen vor der Abreise bei Auszeit Weltweit. Dort wurde ich super beraten und erhielt schon 2 Tage spa╠łter meine Zusage fu╠łr das Kenia Wildlife Sanctuary Projekt in Lumo. Jetzt fehlte nur noch mein Flug. Ich entschied mich fu╠łr die billigste Variante, die A╠łthiopien Airlines. Am Anfang war ich bei dieser Airline noch etwas skeptisch, aber ich war total u╠łberrascht und zufrieden, als ich in einem nagelneuen Boeing Dreamliner sa├č. Die Airline ist echt zu empfehlen! Auch danach ging wieder alles super schnell. Ich erhielt meine gesamten Projektunterlagen innerhalb weniger Tage. So hatte ich noch etwas Zeit mich auf meine Reise vorzubereiten. Ich war auch noch beim Arzt und habe mir Malariaprophylaxe verschreiben lassen. Ob das wirklich no╠łtig war, wei├č ich nicht. Ich hatte keinen einzigen Stich ;-)

Als ich in Nairobi die Flughafenhalle verlassen habe, stand drau├čen schon Patrick und wartete auf mich. Ein echt witziger und sympathischer Typ. Wir haben uns gleich gut verstanden und hatten auf der Fahrt nach Nairobi viel zu lachen. Auf dem Weg hatten wir eine Reifenpanne und wir wechselten ihn am Stra├čenrand mitten in der City. Gleich mein erstes Kontrastprogramm zu Deutschland ;-)

Er fuhr mich dann direkt ins Hotel, da es schon zu spa╠łt fu╠łr die Ausflu╠łge in Nairobi war. Das Hotel entsprach natu╠łrlich nicht dem deutschen Standard, aber es war absolut okay und ich habe mich dort sehr wohl gefu╠łhlt. Den Ausflug zum Giraffen Center und der Elefanten Auffangstation machten wir dann am na╠łchsten Tag, wo ich dann die ersten Kontakte zu Afrikas Tierwelt hatte.

Aber auch die Stadt Nairobi an sich ist sehr interessant. Ein lautes und buntes Treiben auf den Stra├čen machte den Kulturschock perfekt. Zwischen Autos dra╠łngen sich auch Eselskarren oder Menschen mit Ku╠łhen vor sich durch die Hauptstra├čen. Ein echt interessanter Anblick ;-)

An Tag 3 ging es dann morgens mit dem Bus los nach Lumo. Patrick hatte das Busfahrticket schon am Tag zuvor besorgt und er setzte mich nur noch in den richtigen Bus. Er hat sich wirklich sehr um mich geku╠łmmert und war immer u╠łberpu╠łnktlich im Hotel um mich abzuholen.

Ab jetzt begann dann mein eigentlicher Aufenthalt im Projekt. Und vorab mo╠łchte ich sagen, dass es u╠łberwa╠łltigend war und ich jede Sekunde genossen habe. Die Unterkunft war zwar echt einfach, aber viel sauberer als erwartet. Fu╠łr mich war es auch wichtig mal zu erleben wie es sich unter einfachen Verha╠łltnissen und fernab von unserem bekannten Luxus lebt. Ich war sehr u╠łberrascht wie schnell man sich dran gewo╠łhnt, dass warmes Wasser nicht aus der Leitung kommt sondern erst u╠łber der Flamme warm gemacht werden muss oder dass Strom nicht allgegenwa╠łrtig vorhanden ist. U╠łber eine normale Toilette mit Spu╠łlung war ich dennoch froh ;-)

Auch was das Essen angeht war ich absolut positiv u╠łberrascht. Jeden Morgen machte mir Yasin Omelette zum Fru╠łhstu╠łck und ab und zu gab es sogar Pfannkuchen. Auch die anderen Mahlzeiten waren sehr abwechslungsreich und haben immer hammer geschmeckt. Manchmal habe ich auch bei der Zubereitung geholfen.

Jeder Tag begann immer mit dem Fru╠łhstu╠łck und direkt danach machte ich mich mit den Rangern auf den Weg in den Busch. Entweder waren wir mit dem Auto unterwegs oder zu Fu├č. Und hier bekam ich wirklich alles geboten was man von der Landschaft und Tierwelt in Afrika erwartet. Die unglaublich weite Sicht bis nach Tansania und auf den Kilimanjaro versetzte mich immer wieder aufs Neue in Staunen.

Von gro├čen Elefanten - sowie Zebraherden u╠łber Giraffen, Lo╠łwen bis hin zu Kobras und anderen Schlangen bekam ich alles zu sehen.
Auf Grund der Schlangen war ich froh mir doch noch hohe Stiefel gekauft zu haben. Bei diesen Ausfahrten lernte ich viel u╠łber die Tierwelt und das Zusammenleben mit den angrenzenden Do╠łrfern und welche Schwierigkeiten sich dadurch ergeben. An manchen Tagen geschah nichts ÔÇ×Au├čergewo╠łhnlichesÔÇť und ich konnte die Safari voll und ganz genie├čen. Aber wir fanden ab und an auch Antilopenfallen die wir entfernen mussten oder erwischten Leute die illegalerweise Ba╠łume im Naturschutzgebiet fa╠łllten um Holzkohle zu machen. Auch gelegte Feuer, die die Wildtiere von den knappen Wasserressourcen fernhalten sollten galt es wieder zu lo╠łschen, was einmal auch in einen richtigen Buschbrand ausartete.

Dann ging es zuru╠łck zum Mittagessen und der anschlie├čenden Siesta ;-) Mittags mussten an manchen Tagen frisch gepflanzte Ba╠łume gegossen werden oder wir mussten Wasser von einem Bohrloch in einigen Kilometern Entfernung holen. Aber es gab nicht jeden Mittag etwas zu tun und so vertrieb ich mir die Zeit mit Lesen oder Karten spielen mit den anwesenden Studenten aus Kenia. Oder wir schlugen Pflanzen und Tiere in ihren Schulbu╠łchern nach. Aber nach ein paar Tagen war es mir mittags leider etwas langweilig, da mir auch langsam der Lesestoff ausging. Als ich das aber meinem zusta╠łndigen Betreuer Mikel sagte, ku╠łmmerte er sich sofort darum, dass mir von da an immer Bescheid gegeben wurde, wenn eine Fahrt in die anliegenden Do╠łrfer anstand. So hatte ich das Glu╠łck auch Leute innerhalb der anliegenden Do╠łrfer kennen zu lernen. Sei es beim Einkaufen oder bei Besuchen von den ungewo╠łhnlichsten Bars die ich bis dahin gesehen habe. Hierbei habe ich viel Zeit mit Mikel verbracht, mit dem ich mich super verstanden habe und viel Spa├č hatte und auch bis heute noch Kontakt halte. Aber auch alle anderen Camp-Bewohner waren sehr nett und wirklich darauf aus mir etwas beizubringen und mir einen scho╠łnen Aufenthalt zu bescheren. Nach dem Abendessen verbrachte ich meistens noch etwas Zeit am Lagerfeuer bei einem oder mehreren Tuskar (Bier) unter einem meist atemberaubend klaren Sternenhimmel, der aufgrund von null Lichtverschmutzung viel gewaltiger aussieht als bei uns in Deutschland. Oder ich verbrachte den Abend mit den Rangern im kleinen Camp-Shop wo es auch Su╠ł├čigkeiten, Limo, Zigaretten Bier usw. zu kaufen gab.

An den Wochenenden waren die Patrouillenga╠łnge nicht so ausfu╠łhrlich wie unter der Woche, daher war Eigeninitiative gefragt um die Freizeit sinnvoll zu nutzen. Ich hatte den Wunsch einen der anliegenden Berge zu besteigen. Also ku╠łmmerte sich der Manager sofort darum, dass einer der Ranger der sich in den Bergen auskennt mit mir und den Studenten eine Wanderrung unternimmt. So starten wir Fru╠łhmorgens, um noch bei ku╠łhleren Temperaturen den Aufstieg zu schaffen. Bei jedem zuru╠łckgelegten Ho╠łhenmeter wurde die Vegetation immer gru╠łner und gru╠łner und so bekam ich nochmal einen ganz anderen Eindruck von der Pflanzenwelt in Kenia. Auf einem Bergru╠łcken erreichten wir auch ein kleines Farmerdorf, wo die Einwohner ziemlich u╠łberrascht waren einen muzungu (Wei├čer/Europa╠łer) in ihrem Dorf zu sehen. Als uns auf dem Weg durch das Dorf eine ganze Kinderschar hinterher rannte und mir Gru╠ł├če zuriefen und mir die Hand geben wollte war das echt ein u╠łberwa╠łltigendes Erlebnis, welches ich nie wieder vergessen werde.

An einem anderen Wochenende waren wir auf den Spuren der Geschichte des ersten Weltkriegs unterwegs. Da genau in Lumo ein gro├čes Schlachtfeld zwischen den Deutschen und den Briten im ersten Weltkrieg war, kannten sich die Ranger sehr gut aus. So konnte ich beim begehen der Schu╠łtzengra╠łben auch noch was von ihnen u╠łber meine Geschichte lernen ;-)

Zum Abschied schmiss ich noch eine Abschiedsparty mit Musik, Getra╠łnken und Grillen, wo wir noch bis spa╠łt in die Nacht zusammen sa├čen und feierten. Das machte den Abschied natu╠łrlich noch schwerer, aber es war auch noch eine weitere Erfahrung die ich nicht vergessen werde.

In meiner Zeit in Kenia konnte ich viel u╠łber die Menschen, sowie Tiere im Land lernen. Natu╠łrlich ist die Armut allgegenwa╠łrtig und viele Menschen sind auf Hilfe von anderen angewiesen. Dennoch habe ich die Kenianer als sehr stolzes und fro╠łhliches Volk erlebt. Und wenn jemand Hilfe brauchte, wie z.B. bei einer Autopanne, gab es einfach niemanden der einfach vorbei gefahren ist, sondern es wird sofort angehalten und geholfen. Das hat mich sehr beeindruckt. Auch dass Menschen die selber so wenig Geld verdienen sich so fu╠łr den Naturschutz engagieren finde ich der Wahnsinn. Die Fro╠łhlichkeit, Lockerheit, aber auch Einfachheit haben mich schwer beeindruckt und ich hoffe, dass ich mir in Deutschland noch lange eine Scheibe von deren Mentalita╠łt abschneiden kann.

Ich bin sehr froh diesen Trip gemacht zu haben, er war jeden Cent wert!



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