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Freiwilligenarbeit Kenia - Meike

 

Kenia upendo wangu!

Freiwilligeneinsatz in Kenya

Kenia war einfach wunderbar. Desto länger ich Zuhause bin, desto mehr fehlt es mir. Ganz besonders einige neugewonnene Freunde fehlen mir unendlich doll.

Meine Reise begann am 31.08.2013. Etwa 3-4 Monate vorher entschied ich mich, über Auszeit-weltweit nach Kenia zu gehen. Zuerst meldete ich mich für ein Wildlife-Projekt im Tsavo Nationalpark an. Als sich nach Kontakt zu einem ehemaligen Teilnehmer des Tsavo-Projektes herausstellte, dass es in diesem Projekt eine Zeit lang einige Schwierigkeiten gab und außerdem neben mir keine anderen Freiwilligen während meines geplanten Aufenthaltes vor Ort sein sollten, fragte ich Mariana von Auszeit-weltweit, ob ich das Projekt wechseln und sie mir ein anderes Tierprojekt in Kenia vermitteln könnte.

Hier zeigte sich die wirklich gute Betreuung durch Auszeit-weltweit, da innerhalb weniger Tage ein neues Projekt für mich gefunden wurde und es keinerlei Ärgernisse über meinen Wunsch, das Projekt wechseln zu wollen, gab. Auch bei allen anderen Fragen stand mir das Team von Auszeit-weltweit immer hilfreich und freundlich zur Seite und war schnell und unkompliziert zu erreichen.

Und dann ging es am 31.08. endlich los. Ich war ziemlich rührselig bei der Verabschiedung von meiner Familie und Freunden, da dies meine erste Reise sein sollte, die ich alleine bestreiten würde.

Doch die Vorfreude auf das Unbekannte überwog die Rührseligkeit und ungehalten stieg ich in das Flugzeug. Mein Flug, mit Umstieg in Amsterdam, dauerte etwa 13 Stunden. Als ich in Nairobi landete, war es halb sieben Uhr morgens. Die kenianische Sonne begrüßte mich strahlend am blauen Himmel und mein Koordinator Patrick erwartete mich bereits am Ausgang des Flughafengeländes. Er war sehr freundlich und fast immer am lachen.
Während wir in seinem Auto durch Nairobi fuhren, war ich völlig überwältigt, von dem, was ich sah. So viele neue Eindrücke schon nach den ersten Minuten und alles sah ganz anders aus, als in deutschen Großstädten. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Patrick ist mit mir zu einer kleinen Aussichtsplattform gefahren, von wo aus ich Nairobi anschauen konnte. Anschließend hat er mich für einen kurzen Stopp zu meiner Gastfamilie gefahren. Der erste Eindruck war sehr nett, doch ich war so müde von dem langen Flug, dass ich nicht wirklich viel von den auf mich einprasselnden Eindrücken aufnehmen konnte. Ich hätte gerne zunächst einmal geduscht und mich ein paar Stunden schlafen gelegt, denn im Flugzeug konnte ich nicht wirklich gut schlafen.

Doch um ca. 08:30 Uhr ging es direkt weiter zum Giraffe Centre. Küsse von Giraffen zu kriegen ist echt ein Erlebnis und den Tieren auf Augenhöhe zu sein, sie streicheln und füttern zu können, ebenfalls. Ich liebe Giraffen, schon mein Leben lang gehören sie zu meinen absoluten Lieblingstieren, weshalb der Besuch im Giraffe Centre zu meinen absoluten Highlights gehört. Leider konnte ich ihn nicht so auskosten, wie ich es gerne gewollt hätte, da Patrick, welcher diesen Ausflug schon etliche Male gemacht hat, mir etwas ungeduldig erschien und mich regelrecht durch die Giraffenstation schob. So verließen wir das Giraffe Centre leider nach nicht einmal einer halben Stunde. Das war sehr schade. Ich hätte gerne einige Stunden dort verbracht, mich einfach hingesetzt und diese wunderschönen Tiere in Ruhe beobachtet.

Im Anschluss an das Giraffe Centre fuhren wir zum David Sheldrick Elephant Trust, wo wir uns die Babyelefanten hautnah anschauen konnten, deren Fütterung gesehen und viele Informationen von einem der Elefanten-Ziehväter bekommen haben. Es war einfach unglaublich!!! Doch Patricks fehlende Ausdauer drängte uns auch hier relativ schnell zum Gehen. Vielleicht wäre es sinnvoller, diese Ausflüge nicht immer direkt am Ankunftstag direkt nach dem Flug zu machen, sondern zusammen mit anderen Freiwilligen an einem im Vorfeld für alle Teilnehmer die zu sich überschneidenden Zeiten in Kenia sind festgelegten Tag. Dann würde man sich als Freiwilliger nicht so unwohl fühlen, wenn Patrick einen durch die Gegend fährt, man hätte junge Leute, die mit einem zusammen diese Ausflüge genießen und Patrick würde etwas entlastet sein, weil er nicht hundert Mal mit jedem einzelnen Freiwilligen zu diesen Ausflugszielen fahren müsste. Dies nur als kleiner Verbesserungsvorschlag. Diese Idee habe ich einer anderen Freiwilligen erzählt, und da auch sie ähnliche Erfahrungen an ihrem Begrüßungstag in Nairobi gemacht hatte, fand sie diese Idee sehr sinnvoll.

Nach dem Sheldrick wurde ich dann in meine Gastfamilie gebracht und bin erst einmal ein paar Stunden schlafen gegangen. Am Montag 01.09. dann wollte Patrick mit um 09:30 Uhr abholen und zum Wildlife-Projekt bringen, wo ich nun vier Wochen lang arbeiten sollte. Leider hat er es nicht so mit Pünktlichkeit. Er kam dann erst um kurz vor elf, was ich ziemlich doof fand, da ich pünktlich startklar war und er sich, als er dann endlich kam, nicht mal dafür entschuldigt hat, so spät zu sein. Im Projekt mussten wir dann einen Büromarathon durchmachen, der sich als ziemlich schwierig erwies, da ich meinen Versicherungsschein hätte mitbringen müssen und auch einen Letter vom Projekt den Patrick mir vor meiner Anreise in Kenia per eMail geschickt hatte. Aus seiner eMail wurde aber nicht klar, dass ich diesen Letter ausdrucken und mit bringen sollte. Auch, dass ich einen Overall und Gummistiefel für die Arbeit im Animal Orphanage brauchte, wurde mir vor meiner Anreise nicht gesagt, weshalb ich leider am Montag ziemlich doof da stand. Hier wäre eine präzisere Beschreibung der benötigten Utensilien (welche Papiere als Kopie mit genommen werden müssen, welche Arbeitskleidung man genau braucht – in der Projektbeschreibung stand nur, man muss angemessene Kleidung tragen) wünschenswert, um nachkommenden Freiwilligen den Stress zu ersparen, den ich in den ersten zwei Arbeitstagen durchleben musste. Denn ich war ja noch nicht mal richtig angekommen, da musste ich mich Dienstagabend nach meinem ersten Arbeitstag im Dunkeln in einer mir völlig unbekannten Stadt auf den Weg machen, um mir Gummistiefel und einen Overall zu besorgen. Das war wirklich nicht so schön. Wenn ich nicht noch eine deutsche Mitbewohnerin in meiner Gastfamilie gehabt hätte, wäre ich niemals an meinem zweiten Abend in Nairobi (wo einem alle davon abraten, sich nachts alleine herum zu treiben) losgezogen, um einkaufen zu gehen. Diesen Vorwurf mache ich allerdings nicht Auszeit-weltweit, sondern dem Projekt. Da ihr Informationsletter einfach nicht aussagekräftig genug war und an dieser Stelle verbesserungswürdig ist.

Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten erlebte ich aber eine unvergessliche Zeit in Kenia. Die Arbeit im Wildlife-Projekt mit den Tieren war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht, auch wenn oftmals leider nicht so viel zu tun war. So kam es nicht selten vor, dass man nach dem morgendlichen Gehegeputzen einige Stunden Leerlauf auf einen warteten, ehe es an das Futtervorbereiten und die Fütterung ging. Überbrückt wurden die Wartezeiten mit Gesprächen mit netten Leuten, die schnell zu neuen Freunden für mich wurden und mit dem Spielen mit den verwaisten Tierkindern. „Leider“ waren während meines vierwöchigen Aufenthalts nicht so viele verwaiste Tierbabies im Orphanage. Was natürlich einerseits gut war, denn desto weniger Tierbabies wir im Orphanage haben, desto mehr können in den Nationalparks in ihrer natürlichen Umgebung unter ihres Gleichen aufwachsen, denn nur verwaiste Tiere kommen in das Orphanage. Trotzdem hatten wir im Orphanage und dem dazugehörenden „Zoo“ etliche Tiere. Allein 22 Löwen (darunter ein Löwenbaby), etliche Geparden, Affen, Zebras, Antilopen, Vögel, Servale, Giraffen, ein Nashorn, Hyänen, Büffel, usw. usw. Also an Artenreichtum mangelt es dem Projekt nicht. Auch jetzt habe ich noch Kontakt mit Freunden die dort arbeiten. Gestern erst wurde mir erzählt, dass es dort nun zwei neue verwaiste Löwenbabies, zwei neue Gepardenbabies und ein Giraffenkalb gibt. Jetzt wäre also die ideale Zeit um dort zu arbeiten und Tierbabies hautnah aufziehen zu können. Leider habe ich gerade nicht das Geld, sonst würde ich sofort wieder hinfliegen. ;-)

Aber auch die Arbeit mit den ausgewachsenen Tieren (die leider zum Teil nicht ausgewildert werden können) war sehr spannend. Meine Lieblinge waren die Löwen. Ihnen so nah zu sein, war einfach atemberaubend. Am liebsten hatte ich drei ausgewachsene Löwenbrüder, die immer sofort an den Zaun kamen und sich dagegen geworfen haben, damit ich sie streichele, wenn ich in ihre Nähe kam. Sie waren wunderschön und ziemlich groß, da hatte man trotz des Zaunes (ein dünner Maschendrahtzaun, die Besucher des Zoos waren nochmal hinter einem richtigen Holzzaun abgetrennt) ziemlichen Respekt. Aber wann bekommt man schon mal die Chance, ein ausgewachsenes Löwenmännchen zu streicheln?!

Neben der Arbeit war ich auch mit einer neugewonnenen Freundin ein Wochenende in Mombasa am Strand. Mombasas Strände (vor allem die im Süden) sind wunderschön und bestechen durch ihren schneeweißen Sand und das türkisblaue Meer. Dromedarreiten, Ponyreiten, Schnorcheln uvm. gehören einfach dazu, wenn man in Mombasa Urlaub macht. Und natürlich Souvenirs kaufen. Dazu muss man Geschick im Handeln vorweisen, sonst nehmen einen die Händler gnadenlos aus, obwohl jeder dir sagt „Best price! Best price!“ Mit meinen Swahilikenntnissen war ich da natürlich im Vorteil und handelte sehr gute Preise für meine Souvenirs aus. Aber auch auf Englisch kann man sehr gute Preise erzielen. Nur nicht nachgeben, setzt euch im Kopf einen Preis, den ihr maximal bezahlen wollt, fangt viel niedriger an mit eurem ersten Gebot und falls der Händler partout nicht auf euch eingehen will, geht einfach davon, dann kommt er euch in den meisten Fällen nachgelaufen und gibt euch das Stück für euren gewünschten Preis. ;-)

Auch in Nairobi kann man tolle Souvenirs kaufen. Die beste Adresse dafür ist der Massai Market, der täglich seinen Platz wechselt und durch die Stadt zieht. Hier muss man sich allerdings gegen aufdringliche Verkäufer wappnen, um sich nicht an jedem Stand etwas aufschwatzen zu lassen. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist dass die Verkäufer auch wenn du nichts kaufen möchtest, immer freundlich bleiben. Auch auf der Straße kommt es nicht selten vor, dass du von Passanten angesprochen wirst, die einfach interessiert sind, woher du kommst und wer du bist. Da kann man ruhig mal stehen bleiben und sich ein wenig unterhalten. Das freut die Kenianer und verbessert das Licht der Touristen in Kenia.

Ein besonderes Abenteuer stellen die Matatus in Nairobi dar, die wohl 90% der öffentlichen Verkehrsmittel ausmachen. Wer mit diesen Kleinbussen fahren möchte, sollte sich im Vorfeld durch Passanten über die Fahrpreise informieren lassen, damit die sogenannten Moneyboys (die, die in den Matatus das Geld eintreiben) einen nicht gnadenlos über den Tisch ziehen. Hilfreich ist auch sich im Vorfeld aus dem Internet einige Matatu-Fahrpläne von Nairobi auszudrucken, damit man weiß, welches Matatu wo hält. Neben den Matatus sind naürlich Taxen für Touristen die zwar teurere, aber auch wesentlich sicherere Variante. Hier hatte ich allerdings eine unschöne Erfahrung an meinem letzten Tag in Nairobi. Ich bin alleine mit dem Taxi in die Innenstadt zum Massai Market gefahren (ich wohnte ca. 30 Minuten außerhalb des Zentrums). Der Taxifahrer fragte mich dann, ob er auf mich warten solle, dass wäre für ihn kein Problem. Ich empfand das als nette Geste und bejahte diese Frage, sagte ihm aber, dass er auch Fahrten machen könne, ich bräuchte ihn erst in 2-3 Stunden um zurückzufahren. Als er mich dann später wieder vor meinem Wohnhaus abgesetzt hat, wollte er allein für die Wartezeit pro gewartete Stunde 1.000 Kenia Schilling, also knapp 10€ haben. Was an sich bestimmt gerechtfertigt ist, ich aber nicht bereit war zu zahlen, da er mir dies im Vorfeld nicht gesagt hatte, obwohl ich ihn nach dem Preis für die Fahrt gefragt hatte und er die Chance gehabt hätte, mir zu sagen, dass ich auch für die Wartezeit bezahlen müsse. Hier muss man echt aufpassen. Bei Fahrten in die Innenstadt lohnt es sich keinesfalls, das Taxi warten zu lassen, da man problemlos an jeder Ecke ein Taxi finden kann.

Am 29.09. war meine Zeit in Kenia dann schon zu Ende. Patrick sollte mich um 18:30 Uhr abholen, um mich zum Flughafen zu bringen. Doch leider behielt er seine Unpünktlichkeit bei und kam erst 45 Minuten später. Das gibt meiner vor-Ort-Betreuung in Kenia einen sauren Beigeschmack. Denn obwohl Patrick sehr nett war, fand ich seine Unpünktlichkeit unverschämt. Wenn er einen Job ausführt, in dem er europäische Freiwillige in seinem Land betreuen will, dann muss er sich auch an ihre Maßstäbe halten und pünktlich sein, statt sie nach kenianischen Sitten zu behandeln. Denn immerhin wird er dafür bezahlt und wenn ich meinen Flug kriegen möchte, dann hat er mich gefälligst pünktlich abzuholen. Auch eine andere Freiwillige, die von ihm betreut wurde, wurde viel zu spät abgeholt um zum Flughafen gebracht zu werden, ich war also kein Einzelfall.

Meine Gastfamilie war im übrigen super. Sehr nette Leute, viele Kinder, super leckeres Essen, Spaß und Freude den ganzen Tag im Haus. Und auch meine Unterbringung war toll. Ich wohnte in einem großen Haus, mit (meistens ;-) ) fließend Wasser und (meistens – wenn es nicht regnete) Strom und Internet.
Es gäbe noch so vieles mehr, was ich erzählen könnte. Doch ich denke, das beste ist, wenn man sich selbst auf den Weg macht und diese Erfahrungen sammelt. Solange man mit Bedacht und einem gewissen Maß an Vorsicht, trotz ausgereifter Abenteuerlust nach Kenia startet, ist einem unvergesslichen Erlebnis vorprogrammiert.
Im Fazit ist für mich zu sagen, dass die Entscheidung, trotz des relativ hohen Preises, meinen ersten Keniaaufenthalt über Auszeit-weltweit zu bestreiten, richtig war. Ich wusste, dass ich mich jederzeit an meine Ansprechpartner sowohl in Kenia (wenn auch die Pünktlichkeit mangelhaft war), als auch in Deutschland hätte wenden können.

Vielen Dank, für dieses Erlebnis und die tolle Betreuung. Ein besonderer Dank an Dich, liebe Mariana, für deine Hilfe in allen Fragen und dein Engagement, mich in einem neuen Projekt unterzubringen.

Liebe Grüße, Meike


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