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Freiwilligenarbeit Kenia - Meike

Termine

Oktober
  • 24. Oktober, 15-18 Uhr, „Nix wie weg!“, Hamburg
November
  • 8. November, 16 Uhr, Online-Infoabend
  • 10. November, 9-16 Uhr, Bildungsmesse Göppingen
  • 17. November, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse Bonn

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Kenia upendo wangu!

Freiwilligeneinsatz in Kenya

Kenia war einfach wunderbar. Desto lÀnger ich Zuhause bin, desto mehr fehlt es mir. Ganz besonders einige neugewonnene Freunde fehlen mir unendlich doll.

Meine Reise begann am 31.08.2013. Etwa 3-4 Monate vorher entschied ich mich, ĂŒber Auszeit-weltweit nach Kenia zu gehen. Zuerst meldete ich mich fĂŒr ein Wildlife-Projekt im Tsavo Nationalpark an. Als sich nach Kontakt zu einem ehemaligen Teilnehmer des Tsavo-Projektes herausstellte, dass es in diesem Projekt eine Zeit lang einige Schwierigkeiten gab und außerdem neben mir keine anderen Freiwilligen wĂ€hrend meines geplanten Aufenthaltes vor Ort sein sollten, fragte ich Mariana von Auszeit-weltweit, ob ich das Projekt wechseln und sie mir ein anderes Tierprojekt in Kenia vermitteln könnte.

Hier zeigte sich die wirklich gute Betreuung durch Auszeit-weltweit, da innerhalb weniger Tage ein neues Projekt fĂŒr mich gefunden wurde und es keinerlei Ärgernisse ĂŒber meinen Wunsch, das Projekt wechseln zu wollen, gab. Auch bei allen anderen Fragen stand mir das Team von Auszeit-weltweit immer hilfreich und freundlich zur Seite und war schnell und unkompliziert zu erreichen.

Und dann ging es am 31.08. endlich los. Ich war ziemlich rĂŒhrselig bei der Verabschiedung von meiner Familie und Freunden, da dies meine erste Reise sein sollte, die ich alleine bestreiten wĂŒrde.

Doch die Vorfreude auf das Unbekannte ĂŒberwog die RĂŒhrseligkeit und ungehalten stieg ich in das Flugzeug. Mein Flug, mit Umstieg in Amsterdam, dauerte etwa 13 Stunden. Als ich in Nairobi landete, war es halb sieben Uhr morgens. Die kenianische Sonne begrĂŒĂŸte mich strahlend am blauen Himmel und mein Koordinator Patrick erwartete mich bereits am Ausgang des FlughafengelĂ€ndes. Er war sehr freundlich und fast immer am lachen.
WĂ€hrend wir in seinem Auto durch Nairobi fuhren, war ich völlig ĂŒberwĂ€ltigt, von dem, was ich sah. So viele neue EindrĂŒcke schon nach den ersten Minuten und alles sah ganz anders aus, als in deutschen GroßstĂ€dten. Ich wusste gar nicht, wo ich zuerst hinschauen sollte. Patrick ist mit mir zu einer kleinen Aussichtsplattform gefahren, von wo aus ich Nairobi anschauen konnte. Anschließend hat er mich fĂŒr einen kurzen Stopp zu meiner Gastfamilie gefahren. Der erste Eindruck war sehr nett, doch ich war so mĂŒde von dem langen Flug, dass ich nicht wirklich viel von den auf mich einprasselnden EindrĂŒcken aufnehmen konnte. Ich hĂ€tte gerne zunĂ€chst einmal geduscht und mich ein paar Stunden schlafen gelegt, denn im Flugzeug konnte ich nicht wirklich gut schlafen.

Doch um ca. 08:30 Uhr ging es direkt weiter zum Giraffe Centre. KĂŒsse von Giraffen zu kriegen ist echt ein Erlebnis und den Tieren auf Augenhöhe zu sein, sie streicheln und fĂŒttern zu können, ebenfalls. Ich liebe Giraffen, schon mein Leben lang gehören sie zu meinen absoluten Lieblingstieren, weshalb der Besuch im Giraffe Centre zu meinen absoluten Highlights gehört. Leider konnte ich ihn nicht so auskosten, wie ich es gerne gewollt hĂ€tte, da Patrick, welcher diesen Ausflug schon etliche Male gemacht hat, mir etwas ungeduldig erschien und mich regelrecht durch die Giraffenstation schob. So verließen wir das Giraffe Centre leider nach nicht einmal einer halben Stunde. Das war sehr schade. Ich hĂ€tte gerne einige Stunden dort verbracht, mich einfach hingesetzt und diese wunderschönen Tiere in Ruhe beobachtet.

Im Anschluss an das Giraffe Centre fuhren wir zum David Sheldrick Elephant Trust, wo wir uns die Babyelefanten hautnah anschauen konnten, deren FĂŒtterung gesehen und viele Informationen von einem der Elefanten-ZiehvĂ€ter bekommen haben. Es war einfach unglaublich!!! Doch Patricks fehlende Ausdauer drĂ€ngte uns auch hier relativ schnell zum Gehen. Vielleicht wĂ€re es sinnvoller, diese AusflĂŒge nicht immer direkt am Ankunftstag direkt nach dem Flug zu machen, sondern zusammen mit anderen Freiwilligen an einem im Vorfeld fĂŒr alle Teilnehmer die zu sich ĂŒberschneidenden Zeiten in Kenia sind festgelegten Tag. Dann wĂŒrde man sich als Freiwilliger nicht so unwohl fĂŒhlen, wenn Patrick einen durch die Gegend fĂ€hrt, man hĂ€tte junge Leute, die mit einem zusammen diese AusflĂŒge genießen und Patrick wĂŒrde etwas entlastet sein, weil er nicht hundert Mal mit jedem einzelnen Freiwilligen zu diesen Ausflugszielen fahren mĂŒsste. Dies nur als kleiner Verbesserungsvorschlag. Diese Idee habe ich einer anderen Freiwilligen erzĂ€hlt, und da auch sie Ă€hnliche Erfahrungen an ihrem BegrĂŒĂŸungstag in Nairobi gemacht hatte, fand sie diese Idee sehr sinnvoll.

Nach dem Sheldrick wurde ich dann in meine Gastfamilie gebracht und bin erst einmal ein paar Stunden schlafen gegangen. Am Montag 01.09. dann wollte Patrick mit um 09:30 Uhr abholen und zum Wildlife-Projekt bringen, wo ich nun vier Wochen lang arbeiten sollte. Leider hat er es nicht so mit PĂŒnktlichkeit. Er kam dann erst um kurz vor elf, was ich ziemlich doof fand, da ich pĂŒnktlich startklar war und er sich, als er dann endlich kam, nicht mal dafĂŒr entschuldigt hat, so spĂ€t zu sein. Im Projekt mussten wir dann einen BĂŒromarathon durchmachen, der sich als ziemlich schwierig erwies, da ich meinen Versicherungsschein hĂ€tte mitbringen mĂŒssen und auch einen Letter vom Projekt den Patrick mir vor meiner Anreise in Kenia per eMail geschickt hatte. Aus seiner eMail wurde aber nicht klar, dass ich diesen Letter ausdrucken und mit bringen sollte. Auch, dass ich einen Overall und Gummistiefel fĂŒr die Arbeit im Animal Orphanage brauchte, wurde mir vor meiner Anreise nicht gesagt, weshalb ich leider am Montag ziemlich doof da stand. Hier wĂ€re eine prĂ€zisere Beschreibung der benötigten Utensilien (welche Papiere als Kopie mit genommen werden mĂŒssen, welche Arbeitskleidung man genau braucht – in der Projektbeschreibung stand nur, man muss angemessene Kleidung tragen) wĂŒnschenswert, um nachkommenden Freiwilligen den Stress zu ersparen, den ich in den ersten zwei Arbeitstagen durchleben musste. Denn ich war ja noch nicht mal richtig angekommen, da musste ich mich Dienstagabend nach meinem ersten Arbeitstag im Dunkeln in einer mir völlig unbekannten Stadt auf den Weg machen, um mir Gummistiefel und einen Overall zu besorgen. Das war wirklich nicht so schön. Wenn ich nicht noch eine deutsche Mitbewohnerin in meiner Gastfamilie gehabt hĂ€tte, wĂ€re ich niemals an meinem zweiten Abend in Nairobi (wo einem alle davon abraten, sich nachts alleine herum zu treiben) losgezogen, um einkaufen zu gehen. Diesen Vorwurf mache ich allerdings nicht Auszeit-weltweit, sondern dem Projekt. Da ihr Informationsletter einfach nicht aussagekrĂ€ftig genug war und an dieser Stelle verbesserungswĂŒrdig ist.

Abgesehen von diesen Startschwierigkeiten erlebte ich aber eine unvergessliche Zeit in Kenia. Die Arbeit im Wildlife-Projekt mit den Tieren war sehr interessant und hat viel Spaß gemacht, auch wenn oftmals leider nicht so viel zu tun war. So kam es nicht selten vor, dass man nach dem morgendlichen Gehegeputzen einige Stunden Leerlauf auf einen warteten, ehe es an das Futtervorbereiten und die FĂŒtterung ging. ÜberbrĂŒckt wurden die Wartezeiten mit GesprĂ€chen mit netten Leuten, die schnell zu neuen Freunden fĂŒr mich wurden und mit dem Spielen mit den verwaisten Tierkindern. „Leider“ waren wĂ€hrend meines vierwöchigen Aufenthalts nicht so viele verwaiste Tierbabies im Orphanage. Was natĂŒrlich einerseits gut war, denn desto weniger Tierbabies wir im Orphanage haben, desto mehr können in den Nationalparks in ihrer natĂŒrlichen Umgebung unter ihres Gleichen aufwachsen, denn nur verwaiste Tiere kommen in das Orphanage. Trotzdem hatten wir im Orphanage und dem dazugehörenden „Zoo“ etliche Tiere. Allein 22 Löwen (darunter ein Löwenbaby), etliche Geparden, Affen, Zebras, Antilopen, Vögel, Servale, Giraffen, ein Nashorn, HyĂ€nen, BĂŒffel, usw. usw. Also an Artenreichtum mangelt es dem Projekt nicht. Auch jetzt habe ich noch Kontakt mit Freunden die dort arbeiten. Gestern erst wurde mir erzĂ€hlt, dass es dort nun zwei neue verwaiste Löwenbabies, zwei neue Gepardenbabies und ein Giraffenkalb gibt. Jetzt wĂ€re also die ideale Zeit um dort zu arbeiten und Tierbabies hautnah aufziehen zu können. Leider habe ich gerade nicht das Geld, sonst wĂŒrde ich sofort wieder hinfliegen. ;-)

Aber auch die Arbeit mit den ausgewachsenen Tieren (die leider zum Teil nicht ausgewildert werden können) war sehr spannend. Meine Lieblinge waren die Löwen. Ihnen so nah zu sein, war einfach atemberaubend. Am liebsten hatte ich drei ausgewachsene LöwenbrĂŒder, die immer sofort an den Zaun kamen und sich dagegen geworfen haben, damit ich sie streichele, wenn ich in ihre NĂ€he kam. Sie waren wunderschön und ziemlich groß, da hatte man trotz des Zaunes (ein dĂŒnner Maschendrahtzaun, die Besucher des Zoos waren nochmal hinter einem richtigen Holzzaun abgetrennt) ziemlichen Respekt. Aber wann bekommt man schon mal die Chance, ein ausgewachsenes LöwenmĂ€nnchen zu streicheln?!

Neben der Arbeit war ich auch mit einer neugewonnenen Freundin ein Wochenende in Mombasa am Strand. Mombasas StrĂ€nde (vor allem die im SĂŒden) sind wunderschön und bestechen durch ihren schneeweißen Sand und das tĂŒrkisblaue Meer. Dromedarreiten, Ponyreiten, Schnorcheln uvm. gehören einfach dazu, wenn man in Mombasa Urlaub macht. Und natĂŒrlich Souvenirs kaufen. Dazu muss man Geschick im Handeln vorweisen, sonst nehmen einen die HĂ€ndler gnadenlos aus, obwohl jeder dir sagt „Best price! Best price!“ Mit meinen Swahilikenntnissen war ich da natĂŒrlich im Vorteil und handelte sehr gute Preise fĂŒr meine Souvenirs aus. Aber auch auf Englisch kann man sehr gute Preise erzielen. Nur nicht nachgeben, setzt euch im Kopf einen Preis, den ihr maximal bezahlen wollt, fangt viel niedriger an mit eurem ersten Gebot und falls der HĂ€ndler partout nicht auf euch eingehen will, geht einfach davon, dann kommt er euch in den meisten FĂ€llen nachgelaufen und gibt euch das StĂŒck fĂŒr euren gewĂŒnschten Preis. ;-)

Auch in Nairobi kann man tolle Souvenirs kaufen. Die beste Adresse dafĂŒr ist der Massai Market, der tĂ€glich seinen Platz wechselt und durch die Stadt zieht. Hier muss man sich allerdings gegen aufdringliche VerkĂ€ufer wappnen, um sich nicht an jedem Stand etwas aufschwatzen zu lassen. Was mir allerdings aufgefallen ist, ist dass die VerkĂ€ufer auch wenn du nichts kaufen möchtest, immer freundlich bleiben. Auch auf der Straße kommt es nicht selten vor, dass du von Passanten angesprochen wirst, die einfach interessiert sind, woher du kommst und wer du bist. Da kann man ruhig mal stehen bleiben und sich ein wenig unterhalten. Das freut die Kenianer und verbessert das Licht der Touristen in Kenia.

Ein besonderes Abenteuer stellen die Matatus in Nairobi dar, die wohl 90% der öffentlichen Verkehrsmittel ausmachen. Wer mit diesen Kleinbussen fahren möchte, sollte sich im Vorfeld durch Passanten ĂŒber die Fahrpreise informieren lassen, damit die sogenannten Moneyboys (die, die in den Matatus das Geld eintreiben) einen nicht gnadenlos ĂŒber den Tisch ziehen. Hilfreich ist auch sich im Vorfeld aus dem Internet einige Matatu-FahrplĂ€ne von Nairobi auszudrucken, damit man weiß, welches Matatu wo hĂ€lt. Neben den Matatus sind naĂŒrlich Taxen fĂŒr Touristen die zwar teurere, aber auch wesentlich sicherere Variante. Hier hatte ich allerdings eine unschöne Erfahrung an meinem letzten Tag in Nairobi. Ich bin alleine mit dem Taxi in die Innenstadt zum Massai Market gefahren (ich wohnte ca. 30 Minuten außerhalb des Zentrums). Der Taxifahrer fragte mich dann, ob er auf mich warten solle, dass wĂ€re fĂŒr ihn kein Problem. Ich empfand das als nette Geste und bejahte diese Frage, sagte ihm aber, dass er auch Fahrten machen könne, ich brĂ€uchte ihn erst in 2-3 Stunden um zurĂŒckzufahren. Als er mich dann spĂ€ter wieder vor meinem Wohnhaus abgesetzt hat, wollte er allein fĂŒr die Wartezeit pro gewartete Stunde 1.000 Kenia Schilling, also knapp 10€ haben. Was an sich bestimmt gerechtfertigt ist, ich aber nicht bereit war zu zahlen, da er mir dies im Vorfeld nicht gesagt hatte, obwohl ich ihn nach dem Preis fĂŒr die Fahrt gefragt hatte und er die Chance gehabt hĂ€tte, mir zu sagen, dass ich auch fĂŒr die Wartezeit bezahlen mĂŒsse. Hier muss man echt aufpassen. Bei Fahrten in die Innenstadt lohnt es sich keinesfalls, das Taxi warten zu lassen, da man problemlos an jeder Ecke ein Taxi finden kann.

Am 29.09. war meine Zeit in Kenia dann schon zu Ende. Patrick sollte mich um 18:30 Uhr abholen, um mich zum Flughafen zu bringen. Doch leider behielt er seine UnpĂŒnktlichkeit bei und kam erst 45 Minuten spĂ€ter. Das gibt meiner vor-Ort-Betreuung in Kenia einen sauren Beigeschmack. Denn obwohl Patrick sehr nett war, fand ich seine UnpĂŒnktlichkeit unverschĂ€mt. Wenn er einen Job ausfĂŒhrt, in dem er europĂ€ische Freiwillige in seinem Land betreuen will, dann muss er sich auch an ihre MaßstĂ€be halten und pĂŒnktlich sein, statt sie nach kenianischen Sitten zu behandeln. Denn immerhin wird er dafĂŒr bezahlt und wenn ich meinen Flug kriegen möchte, dann hat er mich gefĂ€lligst pĂŒnktlich abzuholen. Auch eine andere Freiwillige, die von ihm betreut wurde, wurde viel zu spĂ€t abgeholt um zum Flughafen gebracht zu werden, ich war also kein Einzelfall.

Meine Gastfamilie war im ĂŒbrigen super. Sehr nette Leute, viele Kinder, super leckeres Essen, Spaß und Freude den ganzen Tag im Haus. Und auch meine Unterbringung war toll. Ich wohnte in einem großen Haus, mit (meistens ;-) ) fließend Wasser und (meistens – wenn es nicht regnete) Strom und Internet.
Es gĂ€be noch so vieles mehr, was ich erzĂ€hlen könnte. Doch ich denke, das beste ist, wenn man sich selbst auf den Weg macht und diese Erfahrungen sammelt. Solange man mit Bedacht und einem gewissen Maß an Vorsicht, trotz ausgereifter Abenteuerlust nach Kenia startet, ist einem unvergesslichen Erlebnis vorprogrammiert.
Im Fazit ist fĂŒr mich zu sagen, dass die Entscheidung, trotz des relativ hohen Preises, meinen ersten Keniaaufenthalt ĂŒber Auszeit-weltweit zu bestreiten, richtig war. Ich wusste, dass ich mich jederzeit an meine Ansprechpartner sowohl in Kenia (wenn auch die PĂŒnktlichkeit mangelhaft war), als auch in Deutschland hĂ€tte wenden können.

Vielen Dank, fĂŒr dieses Erlebnis und die tolle Betreuung. Ein besonderer Dank an Dich, liebe Mariana, fĂŒr deine Hilfe in allen Fragen und dein Engagement, mich in einem neuen Projekt unterzubringen.

Liebe GrĂŒĂŸe, Meike


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