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Freiwilligenarbeit Myanmar, Vietnam, Kambodscha - Valentina und Elisa

 
13 Wochen Freiwilligenarbeit in SĂŒdostasien (Myanmar, Vietnam, Kambodscha) - Ein Bericht von Elisa und Valentina aus Berlin

Nach reichlicher Recherche haben wir uns dazu entschlossen, 13 Wochen mit Auszeit Weltweit nach Myanmar, Vietnam und Kambodscha zu reisen, um dort in sozialen Projekten zu helfen. WĂ€hrend der Vorbereitungen standen wir mit der Agentur fortwĂ€hrend in Kontakt und Laura, unsere Betreuerin, hat versucht jede Frage umgehend und ausfĂŒhrlich zu beantworten. Auch als wir drei Tage vor Abreise plötzlich PlĂ€ne umschmeißen mussten (statt 5 Wochen Myanmar gingen doch nur 4) kĂŒmmerte sich Laura darum, dass wir eine Woche in Bangkok unterkommen wĂŒrden, bevor es weiter nach Vietnam ging. Und auch wĂ€hrend unseres Aufenthaltes in SĂŒdostasien standen wir in regem Kontakt mit Laura. Oft fragte sie nach, ob alles gut geklappt habe und versuchte uns bei Problemen zu unterstĂŒtzen. Das hat uns sehr gut gefallen und wir finden, dass sie gute Arbeit geleistet hat. :)

Start war in Myanmar im Mai 2013 – so richtig wussten wir nicht, was uns in diesem Land erwarten wĂŒrde. Wir kannten niemanden, der schon einmal dort gewesen ist und all unsere Infos entnahmen wir dem Stefan Loose ReisefĂŒhrer und der Projektbeschreibung von Auszeit. Kein Wunder, dass wir speziell vor unserer ersten Station in Asien den grĂ¶ĂŸten Bammel hatten.

Unsere EinfĂŒhrungswoche begann in Yangon mit Tom, einem Koordinator von den Partnern – es handelt sich hierbei um eine Organisation, die in 12 verschiedenen LĂ€ndern SĂŒdostasiens soziale Projekte ins Leben gerufen hat und diese betreut. Tom zeigte uns die Stadt, erklĂ€rte uns kulturelle Umgangsformen, besuchte mit uns historisch wichtige Orte und SehenswĂŒrdigkeiten (unter anderem die Shwedagon Pagoda – ein Muss!) und half uns das Leben und die Menschen in Myanmar besser zu verstehen. Wir wohnten in dieser Zeit in einem kleinen Guesthouse downtown und am Ende der Woche ging es mit dem Nachtbus (8 Stunden) nach Mandalay, wo wir in den Morgenstunden das Guesthouse erreichten.

Tom brachte uns in das christlich gefĂŒhrte Waisenhaus, in welchem wir die nĂ€chsten drei Wochen Englisch unterrichten sollten. Bevor er uns verließ stellte er uns allen vor und beantwortete noch die wichtigsten Fragen zum Projekt und der Umgebung, welche wir an den Wochenenden auf eigene Faust erkundeten.

Im Waisenhaus trafen wir auf 16 Buben im Alter von 6 bis 16, denen wir englische Vokabeln und Grammatik in spielerischer Form beibrachten. Es wurde viel gesungen und die Knaben ließen unsere Herzen mit ihrer freundlichen und respektvollen Art uns und einander gegenĂŒber höher schlagen. Die Zeit im Waisenhaus empfanden wir als ausgesprochen bereichernd. Ein toller Start in eine so andere, so fremde Welt!

Vietnam im Juni – nach einer Woche Aufenthalt in Thailand erreichten wir Hanoi. Da uns die Partnerorganisation in Saigon nur 3 Wochen betreuen konnte, beschlossen wir noch eine Woche im Norden Vietnams zu verbringen, bevor es zu unserem nĂ€chsten Projekt in den SĂŒden ging. Der Aufenthalt in Saigon begann zugegeben chaotisch, da uns niemand vom Flughafen abholte und wir notgedrungen erstmal in ein Hotel einchecken mussten, da wir ja keine Informationen hatten, wo wir untergebracht werden wĂŒrden. Schließlich schafften wir es doch noch, zu jemandem von den Partnern Kontakt aufzunehmen und Brian holte uns am Abend von unserem Hotel ab. Er brachte uns ins Saigontourist Hospitality College, wo wir die nĂ€chsten 3 Wochen wohnten. Wir teilten uns mit 5 anderen MĂ€dchen ein Dorm mit Klimaanlage und bekamen Essensgutscheine fĂŒr tĂ€glich 3 Mahlzeiten im campuseigenen Restaurant.

Nach 3 EinfĂŒhrungstagen starteten wir unsere VoluntĂ€rsarbeit in einem Waisenhaus, welches 45 Minuten mit dem Bus vom College entfernt war. In diesem leben 60 Kinder im Alter von 1 bis 17 Jahren auf engstem Raum und in hygienisch schlimmen VerhĂ€ltnissen. Wir versuchten uns einzubringen und mitzuhelfen, resignierten jedoch nach drei Tagen aufgrund der aggressiven Grundstimmung der Kinder und der Betreuerinnen. Wir hatten leider nicht das GefĂŒhl wirklich helfen zu können, da wir der Meinung sind, dass nur eine Verbesserung eintreten kann, wenn die komplette Struktur des Waisenhauses geĂ€ndert werden wĂŒrde. Vor allem eine Alterstrennung und konsequentes Einschreiten bei aggressivem Verhalten sowie das Durchsetzen einer Vorbildfunktion der Betreuerinnen. Wir sprachen mit Brian ĂŒber einen Projektwechsel und er ermöglichte uns die nĂ€chsten zwei Wochen beim Unterrichten im College und im Krankenhaus eingesetzt zu werden. Die Arbeit gefiel uns besser, wobei sich auch hier die Frage auftat, inwieweit wir wirklich eine helfende Position einnahmen. Das Unterrichten und der kulturelle Austausch mit Studenten war großartig, aber ob Studenten aus wohlhabenderen Familien wirklichen VoluntĂ€re benötigen bleibt offen. Der Einblick in ein vietnamesisches Krankenhaus war durchaus hochinteressant, jedoch blieb auch hier die Euphorie aufgrund der Sprachbarriere und der wenigen Möglichkeiten wirklich mit anzupacken leider aus. Die Wochenenden gestalteten wir mit den anderen VoluntĂ€ren in Form von AusflĂŒgen und geselligen Abenden.

Kambodscha im Juli – nachdem wir erfolgreich am Flughafen in Siem Reap aufgegabelt wurden, fuhren wir mit den anderen VoluntĂ€ren nach Samroang, einem kleinen Ort in der NĂ€he der thailĂ€ndischen Grenze. Die nĂ€chsten 4 Wochen lebten wir in 2 bis 4 Bett Zimmern auf der Farm der Familie Mister Yas. Seine Frau bekochte uns liebevoll und abwechslungsreich. Zu jeder Mahlzeit gab es Reis, GemĂŒse, Fleisch und Obst und wir bekamen kostenlos Trinkwasser gestellt. Die AtmosphĂ€re im „Blue House“ gefiel uns von Anfang an und vermittelte uns das GefĂŒhl willkommen und zu Hause zu sein. WĂ€hrend der EinfĂŒhrungswoche lernten wir Kultur und Sprache kennen, erkundeten die Umgebung und bekamen vor allem auch einen Einblick in alle Projekte, bevor wir uns fĂŒr eines entscheiden konnten. Da wir unbedingt noch eine Waisenhaus- erfahrung machen wollten, entschieden wir uns fĂŒr dieses Projekt. Jeden Tag fuhren wir 15 Minuten mit dem Fahrrad zum Waisenhaus und wurden tĂ€glich aufs Neue von strahlenden Gesichtern begrĂŒĂŸt. Im Gegensatz zu der Einrichtung in Saigon leben dort nur 10 Kinder im Alter von 2 bis 17 auf einem Bauernhof mit viel Platz zum toben und jeder Menge Tiere. Wir machten uns nĂŒtzlich, indem wir VoluntĂ€re bei der so genannten „construction work“ mithalfen und in den Pausen spielten wir mit den. An den Wochenenden fuhren wir nach Siem Reap und bestaunten unter anderem Angkor Wat. Obwohl das Projekt in Kambodscha mit Abstand das körperlich anstrengendste war, flossen hier beim Abschied die meisten TrĂ€nchen und wir nahmen ein wundervolles GefĂŒhl mit uns nach Hause.

Fazit: Myanmar beeindruckte uns als Land und von den kulturellen Eigenarten her am meisten und wir wĂŒrden jedem empfehlen, sobald wie möglich dorthin zu reisen, bevor der Tourismus wie zum Beispiel in Thailand ĂŒberhand nimmt. Angst hatten wir dort zu keinem Zeitpunkt, fĂŒhlten uns sogar teilweise sicherer als zu Hause in Berlin. Im gleichen Atemzug war unsere Zeit in Kambodscha die mit dem grĂ¶ĂŸten WohlfĂŒhlfaktor und wir können uns beide sehr gut vorstellen, noch einmal dort zu helfen.

Empfehlungen: Cholera Schluckimpfung hat sich ĂŒberaus bewĂ€hrt ;) FĂŒr Kambodscha sollte man einen großen Vorrat DEET 50% mitbringen und zu jeder Tages- und Nachtzeit auftragen. Doch auch das schĂŒtzt vor Dengue Fieber nur bedingt, wenn einen die Biester durch die dĂŒnnen Leinenhosen stechen. ImprĂ€gnieren der Kleidung ist daher auch durchaus empfehlenswert. Noch ausfĂŒhrlicher könnt ihr das alles unter www.vl-auszeit.blogspot.com nachlesen, dort auch bebildert.

Valentina und Elisa


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