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Freiwilligenarbeit Indien - Daniela

Termine

September
  • 20. September, 14-18 Uhr, "Neugierig auf die Welt", Hanau
  • 22. September, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse, K├Âln
  • 29. September, 10-15 Uhr, Youth Education & Travel Fair, Wien
  • 10. Oktober, 18 Uhr, Infoabend bei uns in K├Âln

Weitere Termine findest du hier!

 

Bei mir ist es nun schon einige Wochen her, dass ich in Indien gewesen bin und ich kann nun auf eine unglaublich tolle, spannende und unvergessliche Zeit zur├╝ckblicken.

Ich wollte meine Semesterferien dazu nutzen, ins Ausland zu gehen und hatte mich sehr schnell f├╝r Indien als Zielland entschieden, da ich unbedingt einmal etwas ganz Anderes erleben, die Kultur, die Religionen, die Menschen dort kennenlernen wollte .
Auch wenn ich ├╝ber ÔÇ×Auszeit-weltweitÔÇť zuvor noch nichts geh├Ârt hatte, bin ich total froh, dass ich mich f├╝r diese Organisation entschieden hatte, da meine gesamte Indien-Reise von Anfang bis Ende super gelaufen ist und auch die Partner-Organisation in Indien nur zu empfehlen ist.

Mein Plan war es, 6 Wochen in Udaipur zu verbringen und nach einer Einf├╝hrungswoche dort weitere 5 Wochen in den Freiwilligenprojekten zu arbeiten.

Ich bin am Flughafen in Udaipur abgeholt worden und habe dann auf dem etwa 30 min├╝tigen Weg zum Freiwilligenhaus meine ersten Eindr├╝cke sammeln k├Ânnen. Ich war trotz eigentlicher M├╝digkeit von den ganzen Fl├╝gen pl├Âtzlich hellwach und doch ganz sch├Ân aufgeregt und gespannt darauf, was mich nun alles erwarten w├╝rde. Dass der Stra├čenverkehr in Indien absolut chaotisch, laut und anfangs etwas be├Ąngstigend sein w├╝rde, best├Ątigte sich mir direkt. Aber dennoch war schon diese erste Fahrt faszinierend f├╝r mich.

Von der Unterkunft in Udaipur war ich echt positiv ├╝berrascht, da ich nicht mit so einem sch├Ânen, gro├čen Haus und gut ausgestatteten Haus gerechnet hatte. Und auch die Koordinatoren der Partnerorganisation machten mir den Start leicht, da sie alle super freundlich und aufgeschlossen waren. W├Ąhrend meiner Einf├╝hrungswoche lernte ich die anderen Freiwilligen aus dem Haus kennen, bekam viel ├╝ber das Leben in Indien, ├╝ber die Religionen, die Geschichte des Landes und dar├╝ber erz├Ąhlt, wie man sich vor allem auch als Frau verhalten und kleiden sollte. Au├čerdem machten wir einige Ausfl├╝ge, bei denen ich verschiedene wundersch├Âne Pl├Ątze in Udaipur zu sehen bekam. Mir wurde von vielen Indern immer wieder gesagt, dass Udaipur zu den sch├Ânsten St├Ądten Rajasthans geh├Âre und tats├Ąchlich kann ich nur best├Ątigen, dass Udaipur mit den k├╝nstlichen Seen, den umgebenden Bergen, den wundersch├Ânen Palastanlagen, den vielen tollen Dachterassen-Restaurants und der verwinkelten Altstadt mich absolut begeistert hat. Ich erinnere mich noch gut an den ÔÇÜMansoon PalaceÔÇś, der ganz oben auf einer Bergspitze gelegen ist und von wo aus man beim Sonnenuntergang eine unbeschreibliche Aussicht genie├čen kann, die beeindruckende, traditionelle und farbenpr├Ąchtige Tanzvorf├╝hrung im ÔÇÜBagore-ki-HaveliÔÇś oder auch an meinen ersten Bollywood-Film im Kino. Auch nach der Einf├╝hrungswoche sind wir oft gemeinsam mit anderen Freiwilligen in die Stadt gefahren, um in den vielen kleinen L├Ąden zu bummeln, uns Henna-Tattoos malen zu lassen oder um in ein gem├╝tliches ÔÇÜRoof-top-RestaurantÔÇś zu gehen, das leckere indische Essen zu genie├čen und dabei dem Sonnenuntergang zuzuschauen.

Die Projekte in Udaipur waren total interessant und haben sehr viel Spa├č gemacht. Morgens habe ich in einer Schule f├╝r taubstumme Kinder unterrichtet, eine Stunde in der vierten und eine in der f├╝nften Klasse. Ich war mir anfangs unsicher und habe deshalb zwei Tage bei einer anderen Freiwilligen zugeschaut, um einen Eindruck davon zu gewinnen, wie solch ein Unterricht aussehen kann und hatte danach auch keine Probleme damit, gleich ganz alleine vor der Klasse zu stehen. Die Kinder haben es einem leicht gemacht, mir direkt ihre Zeichensprache f├╝r das Alphabet beigebracht und haben ein gro├čes Interesse und eine gro├če Neugierde mitgebracht. Von unseren Koordinatoren konnten wir jederzeit Materialien wie etwa bunte Stifte, Papier, Schere und Kleber bekommen und in der Schule mit den Kindern nutzen. Es hat mir echt viel Spa├č gemacht und ich habe selber enorm viel davon mitgenommen.

Nach dem gemeinsamen Mittagessen ging es jeden Tag zu dem Slum-Projekt, was nur wenige Fu├čminuten entfernt war. Dort haben wir Freiwilligen jeden Tag versucht, das Lernen mit dem Spielen zu verbinden, z.B. ab und an ein Quiz vorbereitet, mathematische Spiele gemacht, gebastelt etc. Einmal haben wir auch eine Party gefeiert, etwas zu trinken und zu essen f├╝r die Kinder mitgebracht, Musik abgespielt, getanzt, getobt, mit Luftballons gespielt und eine Menge Spa├č gehabt.

Was man auf jeden Fall einmal mitmachen sollte, ist ein Wochenendtrip in die W├╝ste nach Jaisalmer. Ich hatte mich, so wie auch sonst die meisten, den Leuten vom Road-Trip angeschlossen und war mit ihnen mit dem Nachtbus nach Jaisalmer gefahren, wo wir uns ein Fort mit Palast, Tempel, Wohnh├Ąusern und verwinkelten Gassen angesehen haben und durch die Altstadt mit tollen, reich geschm├╝ckten H├Ąusern gebummelt sind. H├Âhepunkt des Trips war dann aber eindeutig die Kamelsafari in der W├╝ste. Es war ein tolles Gef├╝hl, weit und breit nur W├╝ste zu sehen, und hat sehr viel Spa├č gemacht. Dennoch muss ich zugeben, dass einem nach zwei Stunden auf dem R├╝cken eines Kamels, die eine oder andere K├Ârperstelle ganz sch├Ân wehtut. Allerdings wird man direkt damit belohnt, durch die D├╝nen laufen zu k├Ânnen. Ein weiteres Highlight ist anschlie├čend dann eigentlich eine ├ťbernachtung drau├čen in der W├╝ste, mit tollem Essen, das von den Kamelf├╝hrern zubereitet wird und Musik am Lagerfeuer, aber bei uns spielte das Wetter leider nicht mit und wir konnten nicht drau├čen schlafen.

Ich hatte das Gl├╝ck, dass w├Ąhrend meiner Zeit in Udaipur das Holi-Fest stattgefunden hat und ich dieses bunte und fr├Âhliche Treiben somit einmal komplett miterleben durfte. Am Abend vor dem eigentlichen Fest war in der Stadt direkt vor dem Tempel ein gro├čes Musik- und Tanzereignis. Auf einer B├╝hne traten verschiedene Leute auf, die von Hunderten von Menschen rundherum bejubelt wurden. Die ganze Umgebung war mit bunten Lichterketten, Luftballons und Luftschlangen geschm├╝ckt, die B├╝hne mit vielen Lichteffekten ausgestattet, zwischendurch wurde immer mal wieder Farbpulver in die Menge geschmissen und alle waren ausgelassen am feiern. Sp├Ąter am Abend wurde dann aus einem gro├čen Strohhaufen ein Feuer gez├╝ndet, in dem eine Art von B├Âllern befestigt waren, die auch rundherum um dieses Feuer auf dem Boden lagen. Wir standen recht weit vorne und mitten in der Menschenmasse und in dem pl├Âtzlich entstehenden Chaos und dem Rauch ├╝berall bekam ich leider solch einen B├Âller ab und mein T-Shirt fing Feuer. Im Nachhinein haben wir alle festgestellt, dass man als Frau bei solch einem Ereignis besser nicht mitten drin sein sollte, sondern das Spektakel lieber von etwas au├čerhalb betrachten sollte. So umgeht man die Gefahr, in der Menge von M├Ąnnern rundherum begrabscht zu werden, so wie wir es an diesem Abend leider alle erlebt haben oder auch solch einen B├Âller abzubekommen. Dieser Abend war aber das einzige Mal, dass ich indische M├Ąnner derart erlebt habe in der gesamten restlichen Zeit habe ich sie nur als sehr hilfsbereit, freundlich und keineswegs aufdringlich erlebt! So war auch der n├Ąchste Tag, das Holi-Fest, wieder ein tolles Ereignis, bei dem wir mit vielen anderen zusammen friedlich gefeiert haben, man sich gegenseitig ein ÔÇÜHappy HoliÔÇś gew├╝nscht und dabei Farbe auf die Wangen des Anderen geschmiert und sich umarmt hat. Wir waren schlie├člich von Kopf bis Fu├č kunterbunt und sind zur├╝ck nach Hause gefahren, um erst einmal gr├╝ndlich zu duschen.

Nach drei Wochen entschied ich mich spontan dazu, meinen Plan zu ├Ąndern und f├╝r die restlichen drei Wochen nach Goa zu wechseln, um doch noch einen ganz anderen Teil Indiens zu sehen. Auf meine Anfrage bei ÔÇ×Auszeit-weltweitÔÇť hin, bekam ich schnell eine pers├Ânliche Antwort und durch eine kurze Absprache mit der Partnerorganisation in Indien war der Wechsel ├╝berhaupt kein Problem. So habe ich schnell einen Flug gebucht und schon war ich in Goa und wurde von einem Taxifahrer vom Flughafen abgeholt und zum Freiwilligenhaus dort gefahren. Diese einst├╝ndige Fahrt war f├╝r mich erneut ein toller Moment, da ich einen total coolen Fahrer hatte, der sich viel mit mir unterhalten hat, uralte Lieder von den Backstreet Boys u.├ä laut laufen hatte und mir gleichzeitig noch erkl├Ąrte, was ich da alles so im Vorbeifahren sehen konnte. Schon zu diesem Zeitpunkt hatte ich das Gef├╝hl, die richtige Entscheidung getroffen zu haben (auch wenn ich Udaipur an sich nur ungern verlassen hatte), da die Landschaft und die Menschen so v├Âllig anders aussahen und es mir nicht mehr wie das Indien vorkam, das ich bisher kennengelernt hatte. Alles ist gr├╝n, man sieht viele hohe Palmen und andere exotische Pflanzen, ich bekam teilweise junge indische Frauen zu Gesicht, die kurze Hosen anhatten, was in Udaipur undenkbar gewesen w├Ąre und alle schienen eine ganz andere Mentalit├Ąt zu haben.

Gleich an meinem ersten Abend ging ich zusammen mit den anderen Leuten aus dem Haus zu einem Nachtbasar, der ganz in der N├Ąhe war, und absolut empfehlenswert ist. Auf diesem Basar trifft man auf so viele verschiedene und verr├╝ckte Menschen und kann richtig tolle Sachen f├╝r sich und seine Lieben daheim finden.

Auch in Goa waren vor allem die Projekte meiner Meinung nach richtig toll. Ich entschied mich daf├╝r, morgens zum ÔÇÜMorning-SlumÔÇś zu gehen und nachmittags zum ÔÇÜAfternoon-SlumÔÇś.

Morgens waren vor allem j├╝ngere Kinder in dem Projekt. Mit den ├Ąltesten von ihnen wurde jeweils einzeln gearbeitet, w├Ąhrend wir mit den j├╝ngeren Kindern eher versucht haben, spielerisch ein wenig Englisch zu lernen. Mal haben wir mit ihnen gebastelt, mal Memory gespielt, ein Kindervideo angesehen etc.

In dem Nachmittagsprojekt waren gr├Â├čtenteils Jungen im Alter von 5-10 Jahren und hier ging es etwas wilder zu. Nachdem wir etwa raushatten, welches Kind auf welchem Niveau war, haben wir jeweils kleine Gruppen gebildet und vorbereitete Aufgaben mit ihnen gel├Âst. Nach ca. einer Stunde ÔÇÜUnterrichtÔÇś war dann immer noch genug Zeit zum Spielen. Einige haben es geliebt, jeden Tag Volleyball mit uns zu spielen und uns dabei immer Anweisungen zu geben (ÔÇ×Teacher, take! ÔÇô Teacher, leave!ÔÇť :D). Au├čerdem war Badminton angesagt, Fangen spielen, an uns Hochklettern, Huckepack getragen werdenÔÇŽ bei ├╝ber 30┬░ ist man anschlie├čend wirklich ausgepowert, dreckig von oben bis unten und freut sich auf die Dusche und das Abendessen. Es hat aber richtig gut getan, jeden Tag so viel Spa├č zu haben und hinterher kaputt zu sein. Wer einmal bei diesen Projekten dabei gewesen ist, wird die Kids lieben und nicht mehr weggehen wollen!

An einem Wochenende sind wir an den Palolem-Beach gefahren, der im S├╝den Goas liegt, um dort zwei Tage lang zu entspannen. Wir haben in kleinen, total gem├╝tlichen 2-Personen-H├╝tten ├╝bernachten, sind im Meer geschwommen, haben im Beach-Restaurant gem├╝tlich gegessen und getrunken, haben am Strand Frisbee gespielt und all solche urlaubstypischen Dinge getan.

In meiner letzten Woche bin ich leider krank geworden und hatte an einem Morgen pl├Âtzlich Ausschlag am ganzen K├Ârper. Daraufhin bin ich mit unserem Koordinator zu einer ├ärztin gefahren, die mir sofort mitteilte, dass ich ÔÇÜChicken PoxÔÇÖ, also Windpocken, h├Ątte. Da hatte ich mich vor meiner Reise gegen alles M├Âgliche impfen lassen, aber h├Ątte niemals damit gerechnet in Indien Windpocken zu bekommen, zumal ich als Kind schon einmal eine schwache Form von Windpocken hatte. Keine schlimme Krankheit zum Gl├╝ck, aber dennoch war es einfach Pech, dass dadurch die Projektarbeit und die Zeit mit den anderen Freiwilligen pl├Âtzlich f├╝r mich zu Ende war. Um niemanden anstecken zu k├Ânnen, kam ich f├╝r meine restliche Zeit bis zum Abflug in ein Krankenhaus. Bis auf schlimme Langeweile war dort alles in Ordnung, ich bekam jeden Tag Besuch von unserem Koordinator, der mir immer etwas Leckeres zum Essen mitbrachte und so ging auch meine letzte Woche vor├╝ber, wenn auch anders als vorgestellt.

Zur├╝ck in Deutschland habe ich nun neben einer kleinen Brandnarbe von Holi und den noch sichtbaren Narben der Windpocken vor allem aber ganz, ganz viele tolle, unvergessliche Erinnerungen an meine Zeit in Indien! Ich habe einfach ein bisschen Pech gehabt, aber all die Dinge, die ich gesehen und erlebt habe, machen das wieder wett!

Sowohl die Organisation, als auch die Betreuung vor Ort waren super, was ich auch nochmals besonders gemerkt habe, als ich im Krankenhaus war. Und wie schon oben beschrieben, sind insbesondere die Projekte sowohl in Udaipur, als auch in Goa richtig toll. Wer den Umgang mit Kindern liebt, wird ebenso begeistert davon sein.

All die Vorurteile, dass es als Frau in Indien viel zu gef├Ąhrlich sei, man keinem Mann in die Augen schauen, sich am besten gar nicht erst mit M├Ąnnern unterhalten d├╝rfe etc. kann ich auf keinen Fall best├Ątigen. Ich habe (bis auf diesen einen Abend in Udaipur) durchweg positive Erfahrungen mit allen Indern gemacht. Mir wurde immer sofort weitergeholfen, meist sogar, ohne dass ich darum bitten musste, ich wurde nie bl├Âd angesprochen oder angefasst, nur weil ich eine Frau bin oder ├ähnliches.
Ich w├╝rde jederzeit dorthin zur├╝ckwollen & habe f├╝r mich bereits entschieden, dass ich definitiv irgendwann noch einmal nach Indien kommen werde, um dort zu reisen und noch mehr von diesem faszinierenden und bunten Land zu erleben!



Termine

September
  • 20. September, 14-18 Uhr, "Neugierig auf die Welt", Hanau
  • 22. September, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse, K├Âln
  • 29. September, 10-15 Uhr, Youth Education & Travel Fair, Wien
  • 10. Oktober, 18 Uhr, Infoabend bei uns in K├Âln

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