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Freiwilligenarbeit Ghana - Pascal

 
Hallo allerseits!

Vor meiner Abreise wusste ich ziemlich wenig über meine genauen Bedingungen, wo ich wohne, Angaben zur Gastfamilie oder Informationen zur Arbeit. So liess ich mich einfach auf das Abenteuer ein. Was ich wirklich wissen musste konnte ich aber selber bei Auszeit weltweit nachfragen, wie zum Beispiel, ob ich abends am Flughafen abgeholt werde.

Vor Ort war alles sehr gut organisiert. Ich wurde am Flughafen abgeholt, obwohl mein Flieger verspätet ankam, und ins Hotel geführt. Am nächsten Morgen gab es eine kleine Einführung in das Land und zur Organisation. Man half mir auch mein nicht mitgeliefertes Gepäck wiederzuerlangen. Während des Aufenthaltes fragte meine Mentorin Faith regelmässig nach meinem Wohlbefinden.

Meine Gastfamilie war eher wohlhabend und die Unterkunft entsprechend nicht zu bemängeln. Auch wenn mindestens einmal am Tag die Wasserversorgung ausfiel kam ich immer zu einer Dusche. Improvisation ist ein zentrales Stichwort in Ghana. Die Familie war sehr um mein Wohlergehen bemüht, auch als ich in der ersten Woche durch die Umstellung Durchfall hatte. Andere Volontäre fühlten sich jedoch weniger willkommen und mehr als Geldgeber.

Die Arbeit auf der Farm fand ich sehr schön. Klar das Highlight war das Graben eines Brunnens, den wir aber leider nicht beenden konnten. Voller Enthusiasmus durfte immer einer von uns vier Volontären im Loch unten sein um mit aller Energie die Erde weich zu pickeln. Mit einer selbst gebauten Konstruktion holten wir die Erde in einem Kessel an die Oberfläche. Einmal gingen wir sogar an einem arbeitsfreien Tag zum Graben. Am Tag vormeiner Rückreise, am Sonntag, gingen wir nochmals auf die Farm und stiessen tatsächlich auf das erste Wasser. Das war grosses Erfolgserlebnis nach all der Anstrengung.

Ausserdem haben wir 2ha Mais von Hand gesät und einen anderen Mais geerntet und in einen Lagerraum transportiert. Weiter wurden Karotten und Gurken angepflanzt.

Insgesamt ist das Farmprojekt aber noch in den Kinderschuhen und ist erst im Aufbau. Bis zu unserem gewünschten Gespräch mit dem Projektleiter wurden wir über den Sinn und Zweck der Sache etwas im Dunklen gelassen. Im Gespräch mit Henry konnten wir aber immer unseren Wissensdrang stillen. Das eigentliche Ziel des Projektes soll es sein die Landflucht zu verringern. Also die Leute zu motivieren auf dem Land zu bleiben und sich der Landwirtschaft zu widmen statt in den städtischen Slums zu landen. Dazu soll die Farm aufgebaut werden um später die Bevölkerung dort zu schulen. Diese Zielsetzung finde ich sehr sinnhaft, doch wie die Umsetzung genau aussehen soll ist mir noch nicht ganz klar.

Zum Thema Kulturschock. Als ich das erste Mal in der Stadt herumlief war ich mit all den sinnlichen Reizen echt überfordert. Es war nicht möglich all die Musik, Begrüssungen, Gerüche, Abfall und der ganze Verkehr zu fassen. Erst mit der Zeit findet man sich gut mit allem zurecht. In Ghana wird man als Weisser wie ein Star behandelt. Damit muss man umgehen können. Die Leute sind aber ausserordentlich nett und vor allem die Kinder herzig. Man ist überall sehr willkommen. Kriminalität meistens kein Thema. Ihre uns entgegengebrachte Wertschätzung beruht aber wie ich finde auch vor allem darauf, dass wir relativ gesehen viel Geld haben. Für uns nicht einsehbar, dass man als Person nur wegen seines Geldbesitzes mehr Wert hat. Das Streben nach Reichtum ist aber in Ghana das oberste Lebensziel vieler und Kontakt nach Europa sehr begehrt.

Beeindruckt hat mich auch, was ein Ghanaer alles auf sich nahm, um mir mein verlorenes Handy wiederzubringen.

Ich kann allen empfehlen sich mal in eine für uns Westeuropäer fremde Kultur einzuleben. Das ist nicht dasselbe ist wie ein 2-wöchiger Ferienaufenthalt. Nur durch einen längeren Aufenthalt sieht man wie die Leute wirklich leben und denken. So können Vorurteile abgebaut und kulturelle Eigenheiten (vielleicht) verstanden werden.



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