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Termine

November
  • 17. November, 10-16 Uhr, Jugendbildungsmesse Bonn
Dezember
  • 5. Dezember, 18 Uhr, Infoabend in K├Âln
  • 6. Dezember, 16 Uhr, Online-Infoabend

Weitere Termine findest du hier!

 

Freiwilligenarbeit Ghana - Eike

Ich habe im Sommer (leider nur) einen Monat in Ghana in einem Waisenhaus verbracht. Vor der Reise wurde ich mit umfangreichem Infomaterial versorgt, sodass ich keine Schwierigkeiten beim Beantragen des Visums oder schlie├člich beim packen hatte. In Ghana wurde ich am Flughafen von meinem Mentor vor Ort abgeholt, den ich jederzeit h├Ątte anrufen k├Ânnen, wenn ich Probleme gehabt h├Ątte oder Fragen. Selbiger hat mich am ersten Tag dann auch zu meiner Gastfamilie gefahren und eine Sim-Card besorgt, was alleine nicht so einfach gewesen w├Ąre, da man sich am Anfang nicht so einfach zurechtfinden kann, die Tro-Tros und sharing-Taxis als ├Âffentliche Verkehrsmittel sind schon sehr gew├Âhnungsbed├╝rftig ;)

Bei meiner Gastfamilie habe ich die ersten Tage zur Eingew├Âhnung ohne Arbeit verbracht, sodass ich herumgef├╝hrt werden konnte und die Familie und Nachbarn und alle erst einmal kennenlernen konnte. Meine Familie scheint verh├Ąltnism├Ą├čig wohlhabend zu sein, ich hatte mein eigenes Zimmer inklusive eigener Toilette und Dusche (nat├╝rlich nur kaltes Wasser ;) ). Wie ich sp├Ąter erfahren habe, hatte ich Gl├╝ck, nicht alle Volonteere hatten so einen Luxus.

Nach ein paar Tagen ging es dann an die Projektarbeit. Die ersten beiden Wochen waren wir zu Viert im Waisenhaus, wobei Zwei an sich genug gewesen w├Ąren, denn bis 15 Uhr waren bis auf 2,3 Kinder alle in der Schule, sodass wir nichts zu tun hatten au├čer ein paar Aufgaben f├╝r die Kinder vorzubereiten, f├╝r wenn sie aus der Schule kommen, und mit den anwesenden Kinder zu spielen, was am Anfang nur die zwei kleinen Kinder der Besitzer und eine Neue im Waisenhaus, welche noch nicht zur Schule ging, waren und sp├Ąter noch ein kleiner Junge, nachdem dieser nicht mehr zur Schule gehen sollte, wo er immer weggelaufen war und wir haben ihm ein paar Sachen beigebracht. Ab der dritten Woche waren wir dann zu F├╝nft..anscheinend fand dort ├╝berhaupt keine Regulierung statt, je nachdem wann man da ist, kann man alleine sein oder halt teilweise bis zu acht Volunteere.

Aber die Arbeit mit den Kindern hat viel Spa├č gemacht, die Kinder waren sehr fr├Âhlich die meiste Zeit und selbstst├Ąndig, was man von Kindern in dem Alter in Deutschland nicht erwarten kann. Insbesondere der kleine 3-J├Ąhrige Junge kam nach einer gew├Âhnlichen Anlaufzeit immer zu mir an und wollte mit mir spielen oder auf meinen Scho├č oder Arm. Allerdings wussten die Kinder die Inkosequenz von vielen Volunteeren zu nutzen und haben immer sofort angefangen zu weinen und zu schmollen, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passte. Wenn man das einfach ignoriert, dann h├Âren sie schlie├člich auf, aber einige Volunteere kannten diese ├Ąu├čerst simple Erziehungsmethode offenbar nicht..

Wenn die Kinder dann aus der Schule kamen, wurde es lebendig im Waisenhaus, wenn gleich wir auch dann nicht in Arbeit versanken, da die Kinder, wie gesagt, alle sehr selbstst├Ąndig waren und nur Hilfe bei ihren Hausaufgaben brauchten. So haben wir ihnen dann bei den Hausaufgaben geholfen und anschlie├čend mussten sie dann noch extra ├ťbungsaufgaben erledigen, die wir vorher vorbereitet hatten. Ich habe 4 Jungs unterrichtet, die 4 ├älteren brauchten keine Hilfe, der Kleine wurde extra unterrichtet und die M├Ądchen von den anderen Volunteeren, 9 M├Ądchen waren es. Der Besitzer nutzte den seltenen Luxus, einen m├Ąnnlichen Volunteer zu haben, um die Jungs und M├Ądchen aufzuteilen, deshalb hatte ich nur die 4 Jungs. Die Besitzer waren, wie sowieso alle in Ghana, sehr religi├Âs.

Nachmittags sind wir mit den Kindern ab und zu in den ÔÇ×ParkÔÇť gegangen, der aus einer staubigen, steinigen Fl├Ąche mit ein bisschen gr├╝n und einem Baum bestand, auf den man gut klettern konnte. Die Jungs spielten Fussball, einmal hab ich mitgespielt, hatte leider nur meine Sandalen dabei und war dann hinterher durch den Staub entsprechend schmutzig.

Die M├Ądchen sprangen Springseil oder kletterten auf den Baum, ebenso der Kleine, bei dem ich mich immer gut aufpassend drunter stellen musste und ihm hoch und reunterhelfen, weil er das nicht alleine schaffte und die Gefahr bestand, dass er hinunter f├Ąllt, der Baum war h├Âher als es sicher gewesen w├Ąre. Aber Sicherheit wird dort nicht so gro├č geschrieben..Es war (auch) deshalb sehr anstrengend, aber hat viel Sp├č gemacht und ich hab mich gefreut, dass auch die Kinder immer viel Spa├č hatten, denn ohne Volunteere w├╝rden sie, wenn ├╝berhaupt, nur sehr selten in den Park gehen.

Einen ÔÇ×KulturschockÔÇť hatte ich bei zwei Dingen: dem Essen und dem Verkehr. Der Verkehr hat mich unmittelbar nach meiner Ankunft getroffen, als mit dem Taxi fahren musste. Der Verkehr ist nichts f├╝r schwache Nerven, Abstand kennt man nicht, sparend fahren auch nicht, das Gaspedal wurde immer durchgedr├╝ckt, sobald es ging, um dann in einer scharfen Bremsung zu enden ;) Au├čerdem scheint Hupen die einzige effektive Vorfahrtsregel zu sein, da es nur sehr wenige Ampeln gibt. ├ťber den Zustand der Autos und der Stra├čen m├Âchte man nicht nachdenken, dort fahren halt die Fahrzeuge, die in Europa vor 20 Jahren keine T├ťV-Plakette bekamen und dann nach Afrika verschifft wurden. Aber wenn man das ausblendet und m├Âglichst nicht vorne sitzt, vor allem nicht im Tro-Tro, dann ist es akzeptabel. Die Tro-Tros fahren wirklich abenteuerlich, immer Vollgas und aufgrund der vielen gro├čen Schlagl├Âcher oft in Schlangenlinien.

Der zweite Schock war das Essen. Es ist nicht perse schlecht, wenn man einmal Fufu oder Banku oder so isst und genug von der scharfen Sauce hat, die immer dazugemacht wird, dann schmeckt es nicht schlecht. Aber alle verschiedenen Gerichte scheinen aus der selben Konsistenz zu bestehen, schmecken deshalb alle irgendwie gleich, und dazu gabs dann die rote, scharfe Sauce, die ich zum Gl├╝ck mochte, sodass es nicht allzu schlimm war. Ich war dann aber doch froh, wenn ich am Wochenende beim Rumreisen im Hotel oder im Restaurant europ├Ąisches Essen genie├čen konnte.

Am Wochenende bin ich immer mit anderen Volunteeren zu verschiedenen Orten gereist, in die Hauptstadt nach Accra oder 2 Tage Sonne und Ozean genie├čen am Strand. Der Ozean ist allerdings mit Vorsicht zu genie├čen, da es eine sehr starke Str├Âmung gibt, bei der unge├╝bte Schwimmer leicht weit abgetrieben werden. Eine K├╝stenwache gibt es nat├╝rlich nicht.

Das sicherlich eindrucksvollste Wochenende habe ich in Cape Coast verbracht. Dort habe ich den Kankun National Park besucht, sowie das Cape Coast Castle und das Elmina Castle. Die Castles sind ehemalige Festungen von den verschiedenen Kolonialm├Ąchten. In diesen Castles wurden viele Sklaven gehalten, um nach Amerika und Europa verkauft zu werden. Die Castles stehen direkt am Meer, sodass die Sklaven vom Castle direkt ins Boot gestiegen sind und nie wieder zur├╝ckkamen. Die T├╝r durch die sie gingen hie├č daher ÔÇ×Door of no returnÔÇť.

Der Kankun National Park ist mit dem Canopy Walkway ist die ber├╝hmte Attraktion in Ghana. Es ist eine H├Ąngebr├╝cke, die in Hochseilgartenart mit Plattformen an den B├Ąumen befestigt ist. Nur ist man nicht direkt gesichert, nur halt durch die Br├╝cke, die am Rand eine Art Gel├Ąnder hatte, die allerdings beim Schaukeln der Br├╝cke auch mitgeschaukelt sind. Und Au├čerdem ist die Br├╝cke auf gesch├Ątzt mindestens 100 Metern H├Âhe ├╝ber dem Regenwald. Ich hatte eine grandiose Aussicht und wir war beim direkten heruntergucken schon ein wenig schummrig zumute, obwohl ich keinerlei H├Âhenangst habe.

Alles in allem war es eine gro├čartige Erfahrung, die ich sicherlich noch einmal wiederholen werde, wenn m├Âglich ├╝ber einen l├Ąngeren Zeitraum, da ein Monat echt wenig ist, um ein Land richtig kennenzulernen, zu einigen tollen Erfahrungen und einem guten Eindruck ├╝ber das Land hat es nat├╝rlich gereicht.



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