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Freiwilligenarbeit Ghana - Eike

 

Ich habe im Sommer (leider nur) einen Monat in Ghana in einem Waisenhaus verbracht. Vor der Reise wurde ich mit umfangreichem Infomaterial versorgt, sodass ich keine Schwierigkeiten beim Beantragen des Visums oder schließlich beim packen hatte. In Ghana wurde ich am Flughafen von meinem Mentor vor Ort abgeholt, den ich jederzeit hätte anrufen können, wenn ich Probleme gehabt hätte oder Fragen. Selbiger hat mich am ersten Tag dann auch zu meiner Gastfamilie gefahren und eine Sim-Card besorgt, was alleine nicht so einfach gewesen wäre, da man sich am Anfang nicht so einfach zurechtfinden kann, die Tro-Tros und sharing-Taxis als öffentliche Verkehrsmittel sind schon sehr gewöhnungsbedürftig ;)

Bei meiner Gastfamilie habe ich die ersten Tage zur Eingewöhnung ohne Arbeit verbracht, sodass ich herumgeführt werden konnte und die Familie und Nachbarn und alle erst einmal kennenlernen konnte. Meine Familie scheint verhältnismäßig wohlhabend zu sein, ich hatte mein eigenes Zimmer inklusive eigener Toilette und Dusche (natürlich nur kaltes Wasser ;) ). Wie ich später erfahren habe, hatte ich Glück, nicht alle Volonteere hatten so einen Luxus.

Nach ein paar Tagen ging es dann an die Projektarbeit. Die ersten beiden Wochen waren wir zu Viert im Waisenhaus, wobei Zwei an sich genug gewesen wären, denn bis 15 Uhr waren bis auf 2,3 Kinder alle in der Schule, sodass wir nichts zu tun hatten außer ein paar Aufgaben für die Kinder vorzubereiten, für wenn sie aus der Schule kommen, und mit den anwesenden Kinder zu spielen, was am Anfang nur die zwei kleinen Kinder der Besitzer und eine Neue im Waisenhaus, welche noch nicht zur Schule ging, waren und später noch ein kleiner Junge, nachdem dieser nicht mehr zur Schule gehen sollte, wo er immer weggelaufen war und wir haben ihm ein paar Sachen beigebracht. Ab der dritten Woche waren wir dann zu Fünft..anscheinend fand dort überhaupt keine Regulierung statt, je nachdem wann man da ist, kann man alleine sein oder halt teilweise bis zu acht Volunteere.

Aber die Arbeit mit den Kindern hat viel Spaß gemacht, die Kinder waren sehr fröhlich die meiste Zeit und selbstständig, was man von Kindern in dem Alter in Deutschland nicht erwarten kann. Insbesondere der kleine 3-Jährige Junge kam nach einer gewöhnlichen Anlaufzeit immer zu mir an und wollte mit mir spielen oder auf meinen Schoß oder Arm. Allerdings wussten die Kinder die Inkosequenz von vielen Volunteeren zu nutzen und haben immer sofort angefangen zu weinen und zu schmollen, wenn ihnen etwas nicht in den Kram passte. Wenn man das einfach ignoriert, dann hören sie schließlich auf, aber einige Volunteere kannten diese äußerst simple Erziehungsmethode offenbar nicht..

Wenn die Kinder dann aus der Schule kamen, wurde es lebendig im Waisenhaus, wenn gleich wir auch dann nicht in Arbeit versanken, da die Kinder, wie gesagt, alle sehr selbstständig waren und nur Hilfe bei ihren Hausaufgaben brauchten. So haben wir ihnen dann bei den Hausaufgaben geholfen und anschließend mussten sie dann noch extra Übungsaufgaben erledigen, die wir vorher vorbereitet hatten. Ich habe 4 Jungs unterrichtet, die 4 Älteren brauchten keine Hilfe, der Kleine wurde extra unterrichtet und die Mädchen von den anderen Volunteeren, 9 Mädchen waren es. Der Besitzer nutzte den seltenen Luxus, einen männlichen Volunteer zu haben, um die Jungs und Mädchen aufzuteilen, deshalb hatte ich nur die 4 Jungs. Die Besitzer waren, wie sowieso alle in Ghana, sehr religiös.

Nachmittags sind wir mit den Kindern ab und zu in den „Park“ gegangen, der aus einer staubigen, steinigen Fläche mit ein bisschen grün und einem Baum bestand, auf den man gut klettern konnte. Die Jungs spielten Fussball, einmal hab ich mitgespielt, hatte leider nur meine Sandalen dabei und war dann hinterher durch den Staub entsprechend schmutzig.

Die Mädchen sprangen Springseil oder kletterten auf den Baum, ebenso der Kleine, bei dem ich mich immer gut aufpassend drunter stellen musste und ihm hoch und reunterhelfen, weil er das nicht alleine schaffte und die Gefahr bestand, dass er hinunter fällt, der Baum war höher als es sicher gewesen wäre. Aber Sicherheit wird dort nicht so groß geschrieben..Es war (auch) deshalb sehr anstrengend, aber hat viel Spß gemacht und ich hab mich gefreut, dass auch die Kinder immer viel Spaß hatten, denn ohne Volunteere würden sie, wenn überhaupt, nur sehr selten in den Park gehen.

Einen „Kulturschock“ hatte ich bei zwei Dingen: dem Essen und dem Verkehr. Der Verkehr hat mich unmittelbar nach meiner Ankunft getroffen, als mit dem Taxi fahren musste. Der Verkehr ist nichts für schwache Nerven, Abstand kennt man nicht, sparend fahren auch nicht, das Gaspedal wurde immer durchgedrückt, sobald es ging, um dann in einer scharfen Bremsung zu enden ;) Außerdem scheint Hupen die einzige effektive Vorfahrtsregel zu sein, da es nur sehr wenige Ampeln gibt. Über den Zustand der Autos und der Straßen möchte man nicht nachdenken, dort fahren halt die Fahrzeuge, die in Europa vor 20 Jahren keine TÜV-Plakette bekamen und dann nach Afrika verschifft wurden. Aber wenn man das ausblendet und möglichst nicht vorne sitzt, vor allem nicht im Tro-Tro, dann ist es akzeptabel. Die Tro-Tros fahren wirklich abenteuerlich, immer Vollgas und aufgrund der vielen großen Schlaglöcher oft in Schlangenlinien.

Der zweite Schock war das Essen. Es ist nicht perse schlecht, wenn man einmal Fufu oder Banku oder so isst und genug von der scharfen Sauce hat, die immer dazugemacht wird, dann schmeckt es nicht schlecht. Aber alle verschiedenen Gerichte scheinen aus der selben Konsistenz zu bestehen, schmecken deshalb alle irgendwie gleich, und dazu gabs dann die rote, scharfe Sauce, die ich zum Glück mochte, sodass es nicht allzu schlimm war. Ich war dann aber doch froh, wenn ich am Wochenende beim Rumreisen im Hotel oder im Restaurant europäisches Essen genießen konnte.

Am Wochenende bin ich immer mit anderen Volunteeren zu verschiedenen Orten gereist, in die Hauptstadt nach Accra oder 2 Tage Sonne und Ozean genießen am Strand. Der Ozean ist allerdings mit Vorsicht zu genießen, da es eine sehr starke Strömung gibt, bei der ungeübte Schwimmer leicht weit abgetrieben werden. Eine Küstenwache gibt es natürlich nicht.

Das sicherlich eindrucksvollste Wochenende habe ich in Cape Coast verbracht. Dort habe ich den Kankun National Park besucht, sowie das Cape Coast Castle und das Elmina Castle. Die Castles sind ehemalige Festungen von den verschiedenen Kolonialmächten. In diesen Castles wurden viele Sklaven gehalten, um nach Amerika und Europa verkauft zu werden. Die Castles stehen direkt am Meer, sodass die Sklaven vom Castle direkt ins Boot gestiegen sind und nie wieder zurückkamen. Die Tür durch die sie gingen hieß daher „Door of no return“.

Der Kankun National Park ist mit dem Canopy Walkway ist die berühmte Attraktion in Ghana. Es ist eine Hängebrücke, die in Hochseilgartenart mit Plattformen an den Bäumen befestigt ist. Nur ist man nicht direkt gesichert, nur halt durch die Brücke, die am Rand eine Art Geländer hatte, die allerdings beim Schaukeln der Brücke auch mitgeschaukelt sind. Und Außerdem ist die Brücke auf geschätzt mindestens 100 Metern Höhe über dem Regenwald. Ich hatte eine grandiose Aussicht und wir war beim direkten heruntergucken schon ein wenig schummrig zumute, obwohl ich keinerlei Höhenangst habe.

Alles in allem war es eine großartige Erfahrung, die ich sicherlich noch einmal wiederholen werde, wenn möglich über einen längeren Zeitraum, da ein Monat echt wenig ist, um ein Land richtig kennenzulernen, zu einigen tollen Erfahrungen und einem guten Eindruck über das Land hat es natürlich gereicht.



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