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Farmarbeit Schweiz - Elischa

 

Als ich meine Unterlagen an Auszeit-weltweit verschickt hatte und nach einer Woche schon eine Rückmeldung bekommen hatte,war ich sehr überrascht. Ich hätte ebenfalls nicht erwartet, dass gleich die erste Familie zu mir passen würde, aber es wurde auf alle meine Wünsche bezüglich des Bauernhofes eingangen und das auch noch in kürzester Zeit.

Die restliche Zeit vor der Farmarbeit vergang wie im Fluge und so war ich schon auf dem Weg zu meiner Gastfamilie.
Den Hinweg wurde ich von meinen Eltern gebracht, mit denen ich auch eine Nacht vorher im Hotel in Martigny übernachtete und den nächsten Tag noch in Zermatt war, bevor wir zu meiner Gastfamilie fuhren.

Auf einmal spürte ich auch die Aufregung vor den drei Wochen in einer anderen Familie und anderem Umfeld....
Natürlich freute ich mich auch sehr und so viel mir der Abschied von meinen Eltern nicht sehr schwer, es war ja auch keine ganz so lange Zeit.
Den Weg haben wir auch nicht gleich gefunden, obwohl das Haus im Tal liegt, aber wir wussten vorher nicht, dass das Dorf verschiedene Untergemeinden hat und so waren wir erst falschgefahren, sind aber dann dank Google Maps doch noch angekommen.
Mein Aufenthalt war in der französischsprachigen Schweiz in dem Kanton Wallis, also in der Region die bekannt für Weinanbau ist, der aber erst später geerntet wird und in der Nähe der Stadt Martigny (mit interessanten Museen und Innenstadt) in dem Dorf namens Fully.

Am ersten Tag beziehungsweise eher Abend kam ich erst um sechs Uhr an und so grillten wir noch und ich konnte danach meine Sachen auspacken.

Gleich vom ersten Tag an war meine Gastfamilie sehr gastfreundlich und sympathisch! Allerdings muss ich sagen, dass ich gerade zu Anfang viele Probleme mit meinem Französisch hatte, da ich zwar eigentlich in der Schule gut war, aber viele Vokabeln gefehlt haben gerade so für den Alltag und so war es schwierig bei Gesprächen z.B. beim Essen mitzukommen, da dann nicht immer darauf geachtet wurde, langsam zu sprechen.

Mein Zimmer war unter dem Dach des Hauses und war entgegen meinen Vorstellungen relativ groß und ich hatte sogar einen eigenen Fernseher und eine Couch. Das Badezimmer teilte ich mit der Großmutter, die in der zweiten Etage des Hauses wohnt.
Die Familie hat außer mir auch keine anderen Arbeiter, nur meine Gastmutter war für den Bauernhof zuständig, bekam aber Hilfe von ihrem Mann, dem zusätzlich ein Mechanikladen gehört und ihrer Mutter, die neben ihrer Arbeit immer versucht hat, noch etwas mitzuhelfen bei den Ziegen.

Nun zu den Tieren. Die Familie hat einen sogenannten Châtaignerai also Kastanienwald gepachtet, in dem 23 Ziegen immer von einem Parc zum nächsten gebracht werden. Zusätzlich haben sie auf ihrem Hof noch weitere Ziegen mit ihren Kleinen und auch noch Älteren.
Dann haben sie noch 4 Pferde und einen Hahn(der leider von einem Fuchs geholt wurde) und auf der Alm noch Kühe und Esel.
Im Haus und Garten haben sie Gänse,Hühner,Hasen,4 Hunde und 8 Katzen. Also schon eine ganze Menge :)
Außerdem hatte die Familie auch noch zwei Kinder, einen Jungen von 10 Jahren und ein Mädchen von 14 Jahren, mit denen ich eigentlich sehr gut klarkam, nur mit ihr hatte ich nicht so viele Gemeinsamkeiten und sie interessierte sich nicht sonderlich für mich und meine Heimat.

Sonst fanden es alle sehr interessant, etwas über Deutschland zu erfahren, sei es über Schulsystem, über Geographie,Alltag etc.
Ich lernte zudem auch einiges über die Schweiz und fand es interessant mal dort den Alltag und die Leute persönlich und nicht nur wie im Urlaub kennenzulernen. Einen wirklichen Kulturschock hatte ich trotz der ungewohnten Landschaft und Lebensweise usw. allerdings nicht und nach einer Woche hatte ich mich dann gut eingelebt und im Alltag zurechtgefunden.

Ich war auch zufrieden mit meinen Aufgaben beziehungsweise die Arbeit war zwar anstrengend aber manchmal hatte ich auch nicht so viel tun und mehr Freizeit und generell würde ich nicht überfordert. Ich musste zwar sehr viel putzen,aufräumen oder saubermachen, aber ich habe auch viel mit den Tieren gearbeitet.

Ich habe z.B. jeden Tag beim Füttern und Melken der Ziegen geholfen oder beim umquartieren und auch in der Käserei oft mitgeholfen. Zudem habe ich mich auch um die Gänse gekümmert und war auch bei vielen Arbeiten dabei z.B. Da sie gerade dabei sind ein neues Hofgebäude zu bauen auch mal da, dass Alte ausräumen.
Auch habe ich oft Zäune abgebaut oder aufgebaut.

Zudem ist die Familie auch zweimal die Woche auf den Markt gegangen, wo ich auch mitgeholfen habe, was aber eher schwer für mich war, da es einige Kundinnen gab, die nicht sehr freundlich waren und sehr schnell Französisch geredet haben....
Aber sonst hat mir auch das Spaß gemacht und ich konnte viel dazu lernen, da ich vorher noch nie etwas verkauft hatte.
Am Anfang hatte ich auch immer Angst etwas falsch zu machen, aber selbst wenn mir mal ein kleiner Fehler passiert war, blieb meine Gastfamilie stets freundlich und es war gar nicht schlimm.

Am Wochenende bin ich mit der Familie samstags nach Vevey auf den Markt gefahren, obwohl es freiwillig war und habe zuerst aufbauen geholfen und habe dann mir die Altstadt angeguckt oder auch einmal eine Schiffahrt über den Genfer See gemacht.
Den ersten Sonntag war ich den ganzen Tag nur zuhause und habe mich erholt von der doch etwas anstrengenden Arbeit und den zweiten bin ich alleine nach Martigny gefahren und habe dort die Stadt angeguckt und war im Freibad.

Einmal hat die Familie auch das original Walliser Raclette gemacht, was sehr viel besser mit dem selbstgemachten Käse schmeckt als das Raclette hier und es gab aber sonst weitgehend ähnliches Essen wie in Deutschland.
Insgesamt lässt sich also sagen, dass ich sehr zufrieden mit dem Aufenthalt war und als ich am Bahnhof stand, auch etwas traurig war, die ganzen Tiere und netten Leute hinter mir zu lassen, aber meine Familie hat mir auch die Option genannt, dass ich auf jeden Fall nochmal kommen kann, wenn ich möchte und ich bin mir sicher, dass ich vielleicht sogar im nächsten Sommer nochmal zu ihnen fahren werde....

Also traut euch den ersten Schritt zu machen, ihr werdet sehen, es ist eine ganz tolle Erfahrung und auch wenn man erstmal etwas oder auch sehr schüchtern ist :D und Probleme mit der Sprache hat (wie ich!), wird sich das mit der Zeit legen und ihr werdet am Ende länger bleiben oder sogar ein zweites Mal kommen wollen!

Eure Elischa


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