Werde Pionier> >>>Werde Pionier! <<<
Vorbereitungsseminare For ALL European citizens!
Katalog anfordern
Telefon: 0221 67780490
Mail: info@auszeit-weltweit.de


Farmarbeit Schweiz - Pauline

 
Erfahrungsbericht Almaufenthalt Schweiz 23.05.-12.06.15 Pauline

Mitte November bin ich erstmalig auf die Auszeit-weltweit-Seite gestoßen. Vom Fernweh gepackt, hatte ich zugegebenermaßen etwas wahrlos das Internet durchforstet und kam bald auf die ansprechend gestaltete Homepage der zugehörigen Organisation. Schnell wurde klar, dass für mich, da ich erst sechzehn Jahre alt bin, als Land für einen Auslandsaufenthalt nur die Schweiz in Frage kommt. Nachdem ich mich lange mit der Seite, den Programmen, der Organisation, den Erfahrungsberichten, vor allem aber den nötigen Voraussetzungen für solch einen Trip beschäftigt hatte, und nicht zuletzt die Eltern zu Rate gezogen wurden, habe ich mich Anfang Januar des fraglichen Jahres für einen Arbeitseinsatz auf einer Alm in der französischen Schweiz angemeldet - gewissermaßen auf „den letzten Drücker“. Ich Umso begeisterter war ich von der schnellen Bearbeitung seitens des Auszeit-Teams, und wie schnell sich eine Bauernfamilie für mich interessierte.

Ich bekam die Unterlagen mit den ersten Informationen zugeschickt, mit der Mitteilung, dass ein persönliches Telefonat gewünscht sei. Nach mehrmaligen Fehlversuchen (die Nummer sei. Laut Auskunft, nicht vergeben) klappte es dann doch noch. Obwohl das französische Telefonat nicht ganz leicht war, konnten wir uns gut verständigen und über die wichtigsten Dinge austauschen. Somit war bald klar, dass ich Ende Mai für drei Wochen im Kanton Fribourg auf ihrer Alm helfen würde. Bis dorthin standen die Familie und ich per E-Mail in Kontakt.

Für die Rückfahrt buchten wir ein Zugticket von der nächstgrößeren Stadt bis zu meinem Wohnort, die Anreise haben wir selbst übernommen. Samstags sind wir in die Schweiz gefahren. Bis zu der angegebenen Adresse, welche die Partnerorganisation übermittelt hatte, gelangten wir dank Navi problemlos. Dabei handelte es sich jedoch um den Wintersitz der Familie im nächsten Dorf; die telefonische Wegbeschreibung von dort zur Alm auf 1430 Metern Höhe war jedoch recht komplex. Nach 45-minütiger Suche half uns schließlich ein freundlicher Einheimischer und wir kamen am Ziel an. Hier hatte es Mitte der Woche noch geschneit, und das „Chalet“ ohne Elektrizität und Heizung erwies sich zunächst als recht kalt. Die Stube wird mit einem Holzofen geheizt, auf dem auch alle Speisen zubereitet werden, bei Bedarf (z.B. zum Betreiben der Melkmaschine) wird ein Stromgenerator zugeschaltet.

Ich wurde herzlich willkommen geheißen, habe mein kleines Zimmer im Obergeschoss (welches, wie der Großteil der restlichen Räume, über dem Stall liegt) bezogen und durfte nach dem Abendessen bereits helfen, die ersten Gäste der kleinen Wirtschaft zu bedienen.
Insgesamt lässt sich der Tagesablauf wie folgt beschreiben: Nach dem Aufstehen und dem Frühstück alleine oder mit der Familie wurden tägliche Arbeiten wir Stube säubern, Vorräte auffüllen, Gästetoilette putzen, Kleintiere (Hühner, Hasen, Puten) füttern, Terasse vorbereiten, Kuchen backen, etc. durchgeführt. Ab ca. 12h kamen ab und an Gäste vorbei, welche bewirtet wurden. Unter der Woche hielt sich der Andrang in Grenzen, einzig an
Sonn- und Feiertagen herrschte reges Treiben, sodass dann auch ein- bis zwei andere Hilfskräfte aus dem Dorf zur Unterstützung kamen.

Zeiten, in denen gerade keine Gäste da waren, habe ich oft einen Spaziergang rund ums Chalet unternommen. Da pro Woche ein freier Tag vorgeschrieben ist (für mich bedeutete das also zwei insgesamt), deren Umsetzung sich aber hier etwas schwierig gestaltet, bin ich für einen Tag mit verschiedenen Verkehrsmitteln in die nächstgelegene Stadt Bulle gefahren. Das hat dank der Vorbereitung meiner Gastfamilie, der Bahnhofsauskunft und vor allem der vielen hilfsbereiten Menschen gut geklappt. Die Tage ließen sich also flexibel einsetzen; so bin ich auch einen Tag früher abgereist. Das war mit dem Zugticket nicht ganz einfach, deshalb ist es besser, sich vorher genau über die Möglichkeiten, Wünsche und Vorschriften diesbezüglich zu informieren.

Ich habe also hauptsächlich geputzt, gespült und die Kleintiere versorgt. Letzteres, ebenso Dinge wie Kuchen backen und der Kundenservice haben mir besonders gefallen. Da ich mich freiwillig dafür entscheiden hatte, bei meinem Aufenthalt Französisch zu sprechen, war auch dies eine Bereicherung für mich (und, anders als man meinen könnte, muss man so eine Spache nicht perfekt beherrschen, um einen Gast zu bedienen. Im Gegenteil, die meisten sind beeindruckt und auch nachsichtig, wenn es mal nicht auf Anhieb klappt!).

Ein besonderes Erlebnis ist die Ankunft der insgesamt knapp 200 Rinder, welche die Familie über den Sommer auf und um die Alm hütet. Leider muss ich sagen, dass ich mich zwar für den Einsatz auf der Alm, ausdrücklich mit den Tieren, beworben hatte, nun jedoch mehr im Haushalt und Service arbeitete - entgegen der anfänglichen Auskunft meiner Gastfamilie. Vor allem das Bedienen der Kunden macht mir zwar durchaus Spaß, entspricht jedoch nicht meinem Anliegen bei diesem Almaufenthalt. So kann kann ich jedem nur raten, sich so genau wie möglich bei der Organisation, vor allem jedoch bei der Gastfamilie direkt über die konkreten Aufgabenbereiche und Tätigkeitsschwerpunkte zu informieren, sowie die Möglichkeiten, eigene Ideen und Wünsche einzubringen!

Dann ist eine solche Reise, in meinem Fall die regionalen Produkte, das Selbermachen der „Tommes“ (spezielle Frischkäsesorte, hier aus Kuhmilch), die atemberaubende Landschaft und vor allem die unglaubliche Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Einheimischen auf jeden Fall eine einzigartige Chance und wertvolles Erlebnis – menschlich, sprachlich, persönlich.

Viel Freude bei eurer eigenen Auszeit!

Pauline



Sei mehr als ein Tourist, hinterlasse Spuren!
Triff uns