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Farmarbeit Schweiz - Julia

 
Arbeiten auf einer Alm in der französischen Schweiz

Durch „Auszeit-weltweit“ hatte ich die Möglichkeit, einen Monat auf einer Kuhalm im schweizerisch- französischen Juragebirge zu arbeiten. Die Alm befand sich auf über 1100 Metern Höhe, umgeben von Bergen, Wiesen und dem monotonen Läuten der zahlreichen Kuhglocken. Zur nächsten Stadt war es ein Fußmarsch von über einer Stunde. Durch diese abgelegene Lage bot sich mir die Möglichkeit, eine Auszeit vom Stadtleben zu nehmen.

Neben meinen Gasteltern, ihrem 5jähirgen Sohn und einem Gastarbeiter waren zahlreiche Kühe, drei Pferde, Katzen, Hühner und ein Hund Mitbewohner der Alm. Meine Gasteltern waren sehr nett und bestrebt, mir den Alltag auf der Alm näher zu bringen. Es gab natürlich viel Arbeit. Im Sommer wird das 80 Hektar große Grundstück zur Viehwirtschaft genutzt. Im Winter bietet die Alm Skifahrern die Möglichkeit sich bei Speisen und Getränken aufzuwärmen. Zu diesem Zweck werden bereits im Sommer Vorbereitungen getroffen wie zum Beispiel Früchte geerntet und konserviert sowie Milch homogenisiert oder zu Kondensmilch weiterverarbeitet. Diese Zutaten werden im Winter im Restaurant verwendet.

Meine Hauptaufgabe bestand darin, vormittags große Mengen Mirabellen, Pflaumen und Äpfel zu schneiden und einzufrieren und mich nachmittags um den kleinen Sohn der Familie zu kümmern. Außerdem übernahm ich kleinere Aufgaben im Haushalt und auf den Feldern. Vor allem Disteln und anderes Unkraut mussten regelmäßig entfernt werden. Besonders gut fühlte sich die Arbeit im hauseigenen Garten an. Hier konnte ich das Ergebnis meiner Arbeit immer wieder bewundern, denn dieser glich bei meiner Ankunft einem Unkrautparadies und nach ein paar Tagen harter Gartenarbeit einem gut angelegten Beet.

Es wurde ausschließlich französisch mit mir gesprochen, was jedoch durch meinen zurückliegenden langen Aufenthalt in Frankreich kein Problem darstellte. Ich konnte insbesondere durch die Zeit mit dem kleinen Jungen mein Vokabular bedeutend erweitern.
Meine Gastmutter ritt häufig mit ihrem Sohn und mir aus. Wanderungen in die umliegenden Berge und Wälder waren ebenfalls an der Tagesordnung. Bei diesen Ausflügen konnte ich mir viel Wissen über Kräuter, Pflanzen und deren Verwendung aneignen. Zum Beispiel sammelte ich Kümmel oder stellte aus Baldrian einen beruhigenden Kräutersud her. Durch die natürlich gesunde Ernährungs- und Kochweise meiner Gastgeber sammelte ich auch hier wertvolle Tipps für meine eigene Kochweise zu Hause.

Die 4 Wochen auf der Alm waren eine wunderbare Erfahrung für mich. Durch das Leben in der Natur und die fehlenden komfortablen Ablenkungsmöglichkeiten der Zivilisation erlebte man den Tag gefühlt langsamer und bewusster.


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