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Farmarbeit Irland - Alexandra

 
Hi what’s the craic?

Vor knapp 8 Monaten ging die große Reise meines Lebens los. Traurig da ich mich von meiner Familie, meinen Freunden und meinem alten Leben verabschieden musste, aufgeregt und gespannt aufs Neue und nervös, da ich ja quasi zu komplett fremden Menschen fliegen würde, stand ich am Flughafen und stieg ins Flugzeug nach Irland.

Mein Herz raste schon wie wild als der Pilot den Landeanflug ankündigte, da ich einfach riesige Angst vor der ersten Begegnung hatte. Was würde man sagen? Würde ich überhaupt einen Satz auf Englisch rausbekommen? Würde ein unangenehmes Schweigen aufkommen? Würden mich die Menschen mögen?

Zu dem Zeitpunkt konnte ich natürlich noch nicht wissen, dass mir die besten 7 Monate mit neuen Freundschaften und unglaublichen Erfahrungen meines bisherigen Lebens bevorstehen würden. 
Ich muss tatsächlich gestehen, dass das Abschied nehmen von meiner Gastfamilie, meinen Gastkindern, die ich so sehr liebe, meinen Kollegen und der gesamten Farm vor 2 Wochen noch viel schlimmer war, als das damals vor 8 Monaten in Deutschland.



Meine 7 Monate verbrachte ich auf einer „Activity Animal Petting & Event Farm“, also eher nicht die typische irische Milchfarm, was meine Zeit dort drüben auf der Grünen Insel aber auch so besonders machte. Unser Tierbestand reichte von Kleintieren wie Hasen über Nagetiere wie Ratten (ich weiß die meisten Mädchen oder Mütter die diesen Text gerade lesen, werden ein geekeltes Gesicht ziehen, aber Ratten sind wirklich süßer als man denkt und ich konnte selbst meine Mutter dazu bringen eine zu halten) bis hin zu großen Tieren wie Schafe, Ziegen, Lamas (ja ihr habt richtig gehört bzw. gelesen), Pferden und Eseln. Achja und da habe ich ja noch was vergessen – die Reptilien. Auch hier wird der ein oder andere zurück zucken, aber ich habe tatsächlich lernen dürfen Schlangen und dabei insbesondere Axel und Rose unsere beiden 2,5m großen Pythen zu lieben und ich habe meine Arachnophobie vielleicht nicht überwunden, aber zumindest bekämpft in dem ich unsere Tarantel Incy Winy für wenigsten eine kurze Weile gehalten habe. So viel zu den ersten meiner unglaublichen Erfahrungen dieses Aufenthaltes!


Ich versuche euch jetzt zunächst erst mal einen Einblick in meine tägliche Arbeit zu geben oder zumindest probiere ich soweit es möglich ist.
Mein Arbeitstag begann um halb 9 mit Frühstück. Ja die Iren sind ziemlich entspannt, wenn es um Arbeit geht. Die Schulen beginnen im Vergleich zu deutschen Schulen erst eine Stunde später und auch die meisten Jobs beginnen erst um 9.
Nach dem Frühstück ging es für mich ans sauber machen der unteren Etage. Das bedeutete Radio laut an und Geschirrspüler aus und einräumen, den Abwasch vom Dinner des letzten Tages sauber machen, rumfliegende Klamotten der Familie wegräumen, fegen und einmal die Woche den Fußboden wischen. Danach ging es für mich in die obere Etage, wo es mit Zimmer aufräumen meiner beiden Mädels, den Flur saugen, im Wohnzimmer klar Schiff machen und Wäsche waschen/trocknen/falten und bügeln weiter ging.

Hier möchte ich einmal ganz klar sagen, dass man sich auf Hausarbeit einstellen und auch auf Badezimmer putzen oder sonstiges vorbereitet sein sollte. Au Pair sein heißt in vielen Fällen nicht nur Kinderbetreuung, sondern auch Mithilfe oder teilweise auch alleiniges Schmeißen des Haushaltes, wenn die Kinder in der Schule sind. Natürlich gibt es einige Familien bei denen man Glück haben kann, nichts machen zu müssen, aber es kann wie gesagt auch der Fall sein. ABER lasst euch davon jetzt nicht abschrecken, denn wie ihr an mir seht, hatte ich trotz Haushalt die beste Zeit meines Lebens!

Gegen halb 1 ging es dann ans Lunch mit meinen Mitarbeitern, wobei ich das große Glück hatte, dass ich viele davon hatte, sie alle zwischen 16 und 26 waren und zu meinen besten Freunden wurden. Mit 8 Mann zusammen Mittag essen bedeutete immer riesen Spaß und eine große Teeparty.

Hier der nächste Irland Fakt: Es wird tonnenweise schwarzer Tee mit Milch und Zucker getrunken. Yummy -

Nach dem Lunch standen noch Kleinigkeiten im Haus an und danach ging es für mich auf die Farm zum Mithelfen. Die Zeit die ich auf der Farm geholfen habe, war meist meine Freizeit, aber ich habe es einfach geliebt zu helfen und habe deshalb meist jeden Tag Wind und Wetter getrotzt und war draußen am Mithelfen. Dort stand eigentlich jeden Tag etwas anderes an, da sich unsere Tiere aber auch jeden Tag anderen Mist ausgedacht haben. Ab und zu ging es ans Hasenfangen, die ausgebrochen sind und sich unter den Autos versteckt haben oder man stapfte Meilen über die immer grünen Felder um ein verlorenes Schaf oder eine verloren gegangene Ziege zu finden, es wurden Lämmer und Kitze geboren, die ab und zu Hilfe benötigten und und und. Gab es mal ein Tag an dem keines der Tiere Blödsinn im Kopf hatte, ging es ans ganz normale Stall ausmisten, Umweiden oder auch tierärztliche Maßnahmen, wie Schmiedtermine oder Wurmkuren geben. Fazit: Es war immer etwas los und ich habe sau viel gelernt, Spaß gehabt und tatsächlich herausfinden dürfen, dass ich nun Tiermedizin studieren möchte!
Hier möchte ich euch einen weiteren Tipp geben. Es ist nicht immer selbstverständlich, dass ihr zum Arbeiten auf der Farm richtig eingeteilt werdet. Mit Energie und Arbeitsbereitschaft und dem Willen mitzuhelfen und neue Dinge zu lernen, könnt ihr aber bestimmt viel auf eurer Farm helfen und Neues lernen!

Gegen späten Nachmittag kamen die Kinder aus der Schule. Meine Gastfamilie war typisch irisch gut mit Kindern bestückt, ganze 7 in meinem Fall. Zum Glück waren 5 davon gleichalt oder bereits älter als ich, weshalb ich nur meine beiden Mädels Heather (8) und Caroline (10) betreute. Ich hätte es nie für möglich gehalten, dass ich jemals Kinder (abgesehen von meinen eigenen später) so lieben würde. Natürlich gab es Momente in den man sich gestritten hat, was häufig daran lag, dass ich Mal streng durchgreifen musste oder die Kinder duschen sollten, aber größtenteils haben wir uns super verstanden. Wenn die Kinder nach Hause kamen ging es zunächst an die after homeworks, ganz zum Unwillen Heathers, aber was muss, das muss, wie wir so schön sagen. Dabei haben wir vor allem Lesen und Schreiben geübt, was meine eigene Rechtschreibung doch teilweise echt verbessert.
Wenn der schlimme Teil des Abends dann vorbei war, ging es ans Spielen oder Filme gucken. Ich hatte das große Glück mir für die Mädels nie einen großen Spielplan vorher aufstellen zu müssen. Wir sind einfach immer zusammen auf gute Ideen gekommen. Mal ging es raus zum Fangen spielen oder wenn wir alle müde und kaputt waren, haben wir es uns mit einem guten Film oder einer guten Serie auf dem Sofa gemütlich gemacht. Aber auch von eigen einstudierten Tänzen, über X-Factor spielen, Acrobatikübungen im Zimmer und Malwettbewerben bis hin zu Kekse und diverse andere Backwaren backen und ganz einfachem Kabbeln war alles dabei und uns wurde nie langweilig. Hier ein weiterer Tipp: Ich habe mich einfach versucht an meine eigene Kindheit zu erinnern und was ich damals selber gerne gemacht habe und das hat den Mädels größtenteils auch immer Freude bereitet.

Irland ist ein Land mit einer einzigartigen Kultur, immer freundlichen Menschen, atemberaubenden Landschaften und guten Cider und Guiness bei abendlichen Pubbesuchen! Ich habe mich in dieses Land verliebt, da die Menschen immer offenherzig sind und das Beste für dich wollen und man sich bei all den grünen Feldern und Wiesen einfach frei fühlen kann. Hier auf der Grünen Insel erlebt man einzigartig witzige Momente, wobei dir zum Beispiel ein Schaf mit seinem Lamm vor dem Auto herläuft und du erst einmal aussteigen musst, um es von der Straße zu lotsen. Aber abgesehen davon hat Irland eine Menge wunderschöner Landschaften zu bieten! Es wechselt von Steilküsten zu weichen Sandstränden zu hohen Bergen, auf denen im April Schnee liegt. Auf der Insel kriegst du das volle Programm! Da wanderst du einen kleinen Weg, um den Ausblick auf die andere Seite der Bucht zu genießen und gehst um eine Kurve und stehst auf einmal an 50 Meter hohen Klippen. Kleine Fischerdörfer wie Dingle sehen mit ihren bunten Häusern urig aus und versprühen einen irischen Charme. Kleine Dörfer und die Landschaften geben meiner Meinung nach sogar mehr her als die „großen“ Städte wie Dublin, Cork und Galway.

Ich habe mit AuPair Freunden viele Ausflüge mit dem Auto, was es doch sehr viel einfacher macht, um Dublin herum machen dürfen und auch mit meiner Mutter habe ich mir für meine letzten 2 Wochen an der Westküste ein Auto gemietet, da man flexibler von Ort zu Ort kommen kann, denn alles was auf der Karte nahe beieinander aussieht, sind doch einige Kilometer! Aber es werden auch genügend wirklich gute Bustouren zu den schönsten Stellen Irlands angeboten, an denen ich in Nordirland auch teilgenommen habe und die ich wirklich nur empfehlen kann! Man lernt nette Leute kennen, die Tour Guides erzählen einem viele Anekdoten und es ist super Stimmung im Bus!

Für mich ist es eigentlich grade unmöglich die Landschaften Irlands zu beschreiben, da man so etwas einfach selbst gesehen haben muss! Ich habe Blautöne des Meeres gesehen, die ich noch nie vorher gesehen habe, Gebirge die im Sonnenlicht lila scheinen, Grüntöne des Grases und des Waldes die man in Deutschland nirgendwo finden kann! Meine Kamera und ich habe schon eine Spiegelreflex mit, konnte häufig die Schönheit und die Vielfalt der Farben gar nicht einfangen, weshalb mir das immer nur in meinem Kopf in unglaublicher Erinnerung bleiben wird!
Wenn ich euch noch einmal einen weiteren Tipp geben kann: Wenn ihr rumreist, schließt euch nicht immer den großen Wegen, den großen Touristenattraktionen oder sonstigem an. Wenn ihr das Glück eines Autos habt, dann steigt aus, wo es gut aussieht und wandert mal einige Meter. Die Aussichten, die ihr dort bekommen werdet sind meist beeindruckender, als die, die meisten Touristen zu Sicht bekommen werden! Ganz nach dem Motto „Take the roads less travelled by“


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So zu guter Letzt noch ein paar kleine Tipps und Fakten, die euch bei der Vorbereitung vielleicht helfen könnten:
Nehmt regenfeste Kleidung mit! Ich weiß Regenhosen sehen uncool aus, für mich waren sie nehmen einem guten Paar Gummistiefel (ebenfalls sehr wichtig! Gummistiefel, dicke Boots oder sonstiges sind ein Muss!) das wichtigste Gut auf der Farm. Eine gute windfeste Regen- oder sogar Winterjacke sollte auch auf jeden Fall im Gepäck sein!

Das Klischee, dass es in Irland viel regnet kann ich nicht 100% unterstreichen. Es regnet zwar viel, aber ich finde nicht unwesentlich mehr als in einem deutschen Winter, was aber auf jeden Fall stimmt und man drauf vorbereitet sein sollte, ist, dass man an einem Tag alle Jahreszeiten erleben kann. Es gab Tage an denen auf einen Hagelsturm, der schönste Sonnenschein folgte oder es in Nächten im März, in denen ich noch im Pulli draußen rumgelaufen bin, 30 cm Neuschnee gab. Seid also auf alles vorbereitet, allerdings könnt ihr einen Regenschirm, sofern ihr nicht gerade einen Städtetrip macht, echt zu Hause lassen, da der Wind ihn euch eh um die Ohren fliegen lassen wird.

Nehmt euch eine Wärmflasche mit! Iren haben die Angewohnheit, die Heizung erst anzustellen, wenn wir Deutschen schon mit eingefrorenen Füßen im Bett liegen! Dazu sind alte Farmhäuser häufig nicht allzu gut isoliert, weshalb es mal abseits des Wohnzimmers mit Kamin kalt werden kann.
Seid einer neuen Kultur mit anderen Sitten und anderem Essen offen gegenüber. Seitdem ich aus Irland wieder zurück bin, esse ich viel mehr Sorten an Gemüse, habe gelernt Fisch zu mögen, bin zum typischen Porridgefrühstücker geworden und habe viele neue Rezepte und Kochtipps von meinem Host Dad mitnehmen dürfen.

Versucht auch dem Englisch gegenüber offen zu sein. Mir fiel es zum Glück von Anfang an überhaupt nicht schwer mich zu verständigen und mit der Zeit sind auch die Nachfragen einiger Vokabeln weniger geworden. Ich kann euch aber nur ans Herz legen, so schwer es auch fällt, so wenig wie möglich Deutsch zu lesen, zu schreiben oder zu sehen, weil ihr dann noch besser und tiefer in das Englische eintauchen könnt. Ich habe dadurch bereits in meinem 2. Monat angefangen komplett auf Englisch zu denken und ab meinem 3. Monat habe ich bereits auf Englisch geträumt. Für mich ist es jetzt 2 Wochen nach meiner Rückkehr immer noch merkwürdig, wenn mich auf der Straße jemand auf Deutsch anspricht und in Gastronomien fange ich auch häufig an einfach Englisch mit den Kellnern zu reden. Gebt euch also ganz der neuen Sprache hin, wenn ihr ein richtiger Teil Irlands werden wollt.

Meine Zeit in Irland war unvergesslich, ich bin an vielen Herausforderungen gewachsen und selbstständiger geworden. Ich habe Erfahrungen machen dürfen, die mich für mein gesamtes Leben prägen werden, ich habe Dinge gesehen, die nur ich so in Erinnerung behalten werde, was ein tolles Gefühl ist, da jeder Mensch auch mal Erlebnisse machen muss, die nur man selbst so gemacht hat und die einen persönlich noch einzigartiger machen!

Ich werde immer mit einem riesen Lächeln auf diese Zeit zurück gucken, da es, wie bereits mehrfach erwähnt, die beste Zeit meines bisherigen Lebens war und ich um nichts auf der Welt diese 7 Monate missen wollen würde!

Für mich war es absolut die richtige Entscheidung mich bei Auszweit-Weltweit zu bewerben und ich kann dieses Angebot jedem ans Herzen legen, der gerne mit Neugierde und einem offenen Herzen an neue Dinge herangeht und ein Interesse daran hat Irland und seine Kultur kennen zu lernen!

See you later!

Eure Alex



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