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Farmarbeit Irland - Caren

 
Mein Jahr in Irland

Mein Entschluss nach Irland zu gehen, war recht spontan. Verschiedene Dinge, die ich nach dem Abi ausprobiert habe, haben nicht wirklich funktioniert oder waren nicht das Richtige. Als ich durch Zufall im Internet auf einen Erfahrungsbericht von jemandem gestoßen bin, der in Irland mit Pferden und Kindern gearbeitet hat, war ich von der Idee begeistert.

Das Anmeldeverfahren ist recht leicht und von meiner Agentur kam auch immer schnelle und weiterhelfende Antwort. Schon nach wenigen Tagen nach meiner Anmeldung, bekam ich einen Platzierungsvorschlag und ich war so begeistert und aufgeregt, dass ich gleich Zugesagt habe.

Und ich hätte keine bessere Entscheidung treffen können. Meine Familie war super und meine Zeit dort einfach nur wunderschön. Von den Agenturen in Deutschland und Irland bekam ich alle Informationen, wie ich ohne Probleme zu meiner Familie komme, sodass ich nicht hilflos am Flughafen durch die Gegend irrte. Als ich meine Gastmutter am Bus zum ersten Mal traf, war ich schon sehr nervös. Aber sie war super nett. Ihr Aussprache deutlich und immer hilfsbereit und geduldig, wenn ich nicht ganz verstand, wovon sie sprach. Allerdings brauchte ich einige Zeit, um mich an die Aussprache meines Gastvater zu gewöhnen. Er sprach wirklich schnell und zog Wörter zusammen, sodass ich mich manchmal fragte, ob der Satz wirklich schon zu Ende war. Man kommt in die Situation, in der man abwägt, ob man noch ein fünftes Mal nachfragt, oder einfach nickt und so tut, als wüsste man, wovon gesprochen wird.

Meine drei Gastgeschwister waren schon relativ groß, sodass ich mein Augenmerk mehr auf die Pferde gerichtet war. An meinem zweiten Tag wurde mir von meinem Gastvater und meiner Gastschwester alles im Stall und die Pferde gezeigt. Ich habe recht früh gemerkt, dass die Pferde in Irland einen ganz anderen Stellwert haben. Sie sind keine Kuscheltiere, sondern auch vor allem Arbeitstiere, die Leistung erbringen sollen. Natürlich lieben die Iren ihre Pferde und machen wirklich viel für sie, aber verhätschelt werden sie nicht.

Da meine Gastschwester viel Schule hatte, war es meine Aufgabe ihre Pferde zu trainieren und sie fit für die Tuniere zu halten. Ich war wirklich beeindruckt, was sie mit 12 schon alles drauf hatte und hatte großen Respekt vor ihr dafür. Ich reite Dressur, was in Irland verhältnismäßig wenig gemacht wird. Dort werden die Pferde mehr genutzt für´s Show Jumping, Cross Country oder auch die Fuchsjagd. So auch bei meiner Familie. Aber dass ich Dressur reite anstatt springe, war kein Problem und ich bin gut mit den Pferden klargekommen, die wirklich ein freundliches Gemüt hatten und gut erzogen waren. Man tüftelt etwas rum, verändert vielleicht etwas seinen Stil, passt sich ein klein wenig an und arbeitet an der Kommunikation. Aber vor allem lernt man wirklich eine Menge.

Mein Gastvater hat mir ab und zu auch etwas Springunterricht gegeben und mir angeboten, dass ich auch an Tunieren teil nehmen könnte, was ich mich allerdings nicht getraut habe. Über mein Jahr wechselte es, um wie viele Pferde ich mich kümmern sollte. Im Sommer waren wenige im Stall, im Winter alle. So wechselte es von 5 bis zu 9 Pferden, die mir nach und nach alle ans Herz gewachsen sind. Manche mehr, manche weniger, doch für dieses eine Jahr waren sie alle meine Jungs und Mädchen, mit denen ich so viel erlebt habe. Ich bin mit Jackoo so schnell über die Wiese geprescht, dass es mir am Anfang fast den Atem geraubt hat und ich später gar nicht mehr genug davon kriegen konnte. Bin mit meiner Gastschwester am Meer durch die Wellen galoppiert den Strand rauf und runter, mit ihr durch den Wald gedüst, war bei einer Fuchsjagd dabei und durfte sogar mit zur Dublin Horse Show. Musste mit ihnen manchmal endlose Diskussionen führen, wenn sie bockig oder dickköpfig waren, bin regelmäßig durch geschwitzt wieder abgestiegen, bin zweimal auch in den Matsch geflogen und habe mich manchmal auch ans Springen gewagt. Und auch, wenn man manchmal nicht die große Lust verspürt bei jedem Wind und Wetter in den Stall zu gehen oder sich aufs Pferd zu schwingen, waren sie doch ein großer Grund, warum mein Jahr in Irland so schön war und ich mich auch so wohl gefühlt habe.

Man braucht am Anfang ein paar Wochen, um sich einzuleben und um heraus zu finden, was von einem erwartet wird. Es gibt diese kleinen fiesen Momente, in denen man sich fragt, was man eigentlich hier macht oder ob man sich vielleicht nicht zu viel zugetraut hat. Doch obwohl es für mich diese Momente gab, hatte ich nie wirklich Heimweh. Am Anfang haben die Pferde mir viel geholfen und als ich meine Familie gut kannte, habe ich mich wirklich heimisch gefühlt. Sie haben mich mit offenen Armen aufgenommen und mich wie ein Familienmitglied behandelt, meine schüchterne zurückhaltene Art akzeptiert und es mir nicht böse genommen, dass ich meistens nicht so gesprächig war.

Es war selbstverständlich, dass ich mit meinem Gastvater und Gastgeschwistern während der Movienight auf dem Sofa saß und endlos viel Popcorn futterte oder mir beim gemeinsamen Dinner lustige Geschichten und Erlebnissen erzählt wurden. Allgemein mochte ich die freundlich und humorvolle Art mit der sie miteinander umgegangen sind so sehr, dass man sich dort nur wohl und Willkommen fühlen konnte. Da meine beiden großen Gastgeschwister 12 und 15 waren und recht viele Termine hatte, habe ich viel Zeit mit meinem kleinen Gastbruder Fionn verbracht, der erst acht geworden war. Anfangs hatten wir noch einige Startschwierigkeiten, doch nach ein paar Wochen verstanden wir uns richtig gut. Dank ihm habe ich meine Lego- und Fußballfähigkeiten erweitert, kenne einige neue Kinderfilme und your-mum-jokes und kann jetzt Schach spielen. Ich habe in meinen ersten Wochen wirklich nicht gedacht, dass wir beide so gute Freunde werden würden und er mir so sehr ans Herz wachsen würde. Ihm habe ich auch Reitunterricht gegeben und er hat sich super weiter entwickelt. Ich war am Ende richtig stolz auf ihn.

In diesem Jahr habe ich auch gemerkt, dass es viele kleine Dinge sind, die einen glücklich machen. Wenn man die Kinder nur noch 2mal anstatt 5mal dazu auffordern muss, etwas zu machen, oder sie sich von sich aus zu dir setzten und dir was erzählen wollen. Wenn man sich so gut kennt, dass man schon Insiderwitze hat oder sie dir einfach sagen, dass sie dich mögen oder fragen, ob man nicht länger bleiben kann. Da geht einem das Herz auf.

Mittwochabends war immer AuPairtreffen in einem Pup in der nächstgelegenen Stadt. Meine Gastmutter brachte mich an meinem ersten Mittwoch gleich dahin und ich war schon nervös. Auf fremde Leute zuzugehen, gehört nicht unbedingt zu meinen Stärken. Aber diese Sorgen waren unbegründet. Ich wurde super aufgenommen, habe so viele verschiedene Leute kennengelernt und tolle neue Freunde gefunden, mit denen ich auch viel von Irland erkundet habe. Zu meinen Highlights gehören Dingle, wo mich das türkise Wasser und der schöne Strand an die Karibik erinnert hat, der Killarney Nationlapark, die Stadt Killarney, Ring of Kerry, die Cliffs of Moher, Galway mit den schönen Pubs und all den Schaustellern in der Innenstadt, Giant´s Causeway und The Old Head in Kinsale. Es gibt so viele schöne Dinge dort zu sehen an Landschaften und Städten, dass einem am Wochenende nicht langweilig wird. Und es ist auch alles gut mit Bus oder Bahn zu erreichen. Sonst bin ich mit Freunden in die Stadt gefahren, ein bisschen shoppen oder Essen gehen oder auch ins Kino. Mir gefiel es so gut in Irland, dass ich statt meiner zuerst geplanten sechs Monate einfach ein ganzes Jahr dort bei meiner Familie geblieben bin.

Man bekommt so viele schöne Erinnerungen. Wie lieb und gastfreundlich meine Gastfamilie zu meiner Familie oder Freunden war, die mich besucht haben. Wie viel Mühe meine Gastfamilie sich für mich gegeben hat und ich dank ihnen auch ein wunderschönes Weihnachtsfest hatte. Als meine Schwester mich besucht hat und wir ein ganzes Wochenende bei einem Tunier waren und auch im Lorry geschlafen haben. Als ich mit Fionn alleine war und wir eine Movienight hatten und soviel Süßigkeiten gegessen habe, bis uns schlecht war. Ich habe Irland, meine Gastfamilie und ihre Pferde ins Herz geschlossen und der Abschied war wirklich schwer für mich, an dem auch viele Tränen geflossen sind. Bei mir und meiner Gastfamilie. Aber ich weiß, dass ich jederzeit dort wieder Willkommen bin und musste auch versprechen, dass ich sie besuchen werde.

Mein Jahr in Irland war unglaublich und auch wenn es kitschig klingt, stimmt es doch: Man lernt sich selbst besser kennen, entwickelt sich weiter und wächst über sich hinaus. Für mich persönlich war Irland super, weil ich gelernt habe, dass man eigentlich überall sein Glück finden kann. Dass es überall Menschen gibt, die einen offen und freundlich aufnehmen und einen akzeptieren.

“A place is only as good as the people you know in it.” Die Menschen, die ich in diesem Jahr kennen gelernt habe, habe Irland für mich zu einem unglaublich guten Ort gemacht.


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