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Farmarbeit Irland - Klara

 
How are you?

Ich heiße Klara und bin 19 Jahre alt. Im Sommer 2013 habe ich mein Abitur gemacht und wollte vor dem Studium gerne ins Ausland. Da es aber etwas gedauert hat, bis ich mich entschieden hatte wohin und als was und ich deshalb ein wenig spät dran war, habe ich gleich der ersten Familie zugesagt und bin am 1. Dezember nach Dublin geflogen, wo die ganze Familie mich am Flughafen abgeholt hat.
Mit der Betreuung durch Auszeit-weltweit und den Partnern vor Ort war ich sehr zufrieden, regelmäßig haben sich beide Agenturen nach meinem Wohlbefinden erkundigt und ich wurde sogar einmal in Irland besucht.

Ich war bei einer sehr netten Familie mit zwei Kindern, John (3) & Therese (6) in den irischen Midlands im County Offaly untergebracht. Ich hatte mein eigenes kleines Zimmer und musste mir das Bad mit der Familie teilen, was sicherlich am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig war, aber das ging auch vorbei. Meine Gasteltern, Gerard & Lorraine, waren mir von Anfang an sehr sympathisch, was mir die Eingewöhnung sehr erleichtert hat.


Ich wohnte zwar auf einer Milchfarm, meine Aufgaben bestanden aber nur aus Kinderbetreuung und Haushaltsführung, d.h. die Kinder den ganzen Tag beschäftigen (bei den Hausaufgaben helfen, spazieren gehen, backen, spielen etc.), kochen, aufräumen saugen, putzen, Wäsche waschen… 
Mit den Kindern hatte ich freie Hand, da ich mich mit den Eltern so gut verstanden habe, was mir vieles erleichtert hat. Trotzdem war es erstmal schwer herauszufinden, wie weit ich gehen kann, wenn die Kinder immer weiter gehen. Mit dem kleinen John kam ich gleich sehr gut klar, Therese war sehr kritisch mir gegenüber und ließ sich nicht gerne was sagen, was für mich oft schwer war. Aber je länger ich dort war desto sicherer wurde ich im Umgang mit den Kindern und so habe ich meistens einen Weg gefunden. 
Die Familie hat mich auch in ihr Familienleben integriert und wir haben so manchen Sonntagsausflug zusammen gemacht.

Einen Kulturschock in Irland hatte ich nicht, eher als ich wieder zurück nach Deutschland kam. Die Iren sind ein unglaublich nettes Volk, was mich oft fasziniert hat. So grüßt man auf dem Land als Autofahrer grundsätzlich jeden Fußgänger, der Busfahrer lässt den Bus voller Passagiere einfach mal laufen während er aussteigt, um was zu besorgen, man spricht jeden mit Vornamen an (sogar die Ärztin, die ich einmal aufsuchen musste, hieß einfach nur Denise) und man kann sich überall mit jedem unterhalten (vorzugsweise über das Wetter ☺)! Ein weiteres Phänomen ist, wie ich finde, dass mehr als 90% der Iren ihre Amtssprache nicht beherrschen und dass die ganze Bevölkerung die gleiche Sorte Tee trinkt; dieser hat noch nicht mal einen Namen, man nennt ihn einfach tea.

Auch die Landschaft in Irland ist einfach wunderschön und sehr vielseitig, von den saftig grünen Wiesen über die kargen, braunen Berge in Connemara oder die Steinwüsten in den Burren zu atemberaubenden Klippen und weißen Sandstränden.
Ich hatte das Glück, dass ich sehr schnell Kontakt mit anderen AuPairs aus der Gegend geknüpft habe, die ebenso reiselustig waren wie ich. So habe ich Silvester und so manchen Tag in Dublin verbracht und war übers Wochenende in Waterford, Belfast, Sligo und Killarney. Außerdem haben mich meine Mutter und Schwester am Ende bei meiner Familie abgeholt und wir sind noch 12 Tage durch Irland gereist, bevor wir dann zusammen wieder zurück nach Deutschland sind.

Am Ende meiner Reise kann ich sagen, dass es sich wirklich gelohnt hat, den Sprung ins kalte Wasser zu wagen! War es am Anfang noch mehr eine Notlösung für mich, wollte ich am Ende nicht mehr weg von der grünen Insel und ihren netten Bewohnern. Ich habe nicht nur mein Englisch verbessern können sondern auch meinen Horizont erweitert und eine Idee bekommen, was ich mit meinem Leben anfangen möchte.

Auf jeden Fall ganz bald zurück nach Irland!


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