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Farmarbeit Irland - Nadine

 
Hey!

Mein Name ist Nadine, ich bin 19 Jahre alt und habe nach dem Abi 7 Monate als Farmarbeiter und Au Pair in Irland verbracht.

Irland deshalb, weil meine Eltern schon immer mal auf die grüne Insel wollten und ich mir dachte, das ist gar keine schlechte Idee. Eigentlich hatte ich mich als Farmarbeiterin beworben, leider hat die irische Regierung dann allerdings beschlossen, dass Farmarbeit nur noch mit Ausbildung möglich ist. Selbiges dann, nachdem ich meine Bewerbung umgeschrieben hatte, was Arbeit in der Tourismusbranche angeht. Die letzte Möglichkeit war Arbeit als Au Pair auf einer Farm, ich habe meine Bewerbung also ein zweites Mal umgeschrieben- ich wollte zwar nicht unbedingt als Au Pair arbeiten, aber nach Irland wollte ich trotzdem gerne.

Es hat nicht lange gedauert, bis eine Familie für mich gefunden war. 3 Kinder, die 8, 11 und 13 Jahre alt waren, auf einer Milchfarm mit 80 Kühen. Die Betreuung durch Auszeit Weltweit in Deutschland war sehr gut und auch die Kommunikation mit der Gastfamilie hat gut geklappt.

Anfang September bin ich also in den Flieger nach Dublin gestiegen und von dort aus mit dem Bus nach Navan gefahren, wo mich mein Hostdad abgeholt und nach Slane gebracht hat- ein kleiner, geschichtslastiger Ort, der für riesige Konzerte am Slane-Castle berühmt ist.

Auf der Fahrt hat mir mein Hostdad bereits viel über die Familie und vor allem die Kinder erzählt, und dass die wichtigsten Regeln für mich Respekt und Vertrauen sind. Er wirkte sehr nett auf mich, und nachdem ich dann auch meine (ebenfalls sehr nette) Hostmum kennen gelernt hatte, war ich zunächst überglücklich. Mein Zimmer war recht groß und ich hatte ein altes, aber funktionstüchtiges Bad. Das Fenster war leider kaputt und es war ein wenig kühl, aber abgesehen davon war es so, wie ich es mir vorgestellt hatte.

Ich bin um 7 aufgestanden und habe mich von dem vorherigen Au Pair was das Frühstück angeht einweisen lassen, dann sind die Kinder aufgestanden. Am Anfang war noch alles sehr distanziert und ich war verwundert, weil fast niemand mit mir geredet hat.
Nachdem die Kinder dann weg waren, hat man mir meine täglichen Aufgaben erklärt- Frühstück machen, Kinder wecken, Kinder zur Schule schicken, Haus putzen und aufräumen, Hausaufgaben mit Kindern machen, mit Kindern joggen gehen, Abendessen machen. Das klingt nicht wirklich nach viel, und ich muss sagen, dass war es auch nicht.

Leider hatte ich das Problem, dass das älteste Kind- ein 13-jähriger Junge- größer als ich und auch deutlich selbstbewusster war. Nachdem das andere Au Pair dann abgereist war, musste ich feststellen, dass ich bei weitem nicht autoritär genug bin, um mich gegen die Kinder durchzusetzen. Auch mit der Hausarbeit war ich ziemlich überfordert, schließlich musste ich vorher noch nie den Haushalt von 7 Personen (es war noch eine Farmarbeiterin da) erledigen.

Ich war so verunsichert, dass ich nicht den Mut hatte, mich in die Gespräche der Familie einzumischen, und von selbst hat niemand mit mir geredet. Ich bin mir sicher, dass die Familie wirklich nett war, aber leider habe ich absolut nicht reingepasst und die Entscheidung, dass ich in eine neue Familie gehen sollte, ist bereits nach zwei Wochen gefallen.
Nach wenigen Tagen hatten Equipeople dann bereits eine neue Familie für mich gefunden. Sogar mit den guten Neuigkeiten, dass ich zu einem Teil auch auf der Farm mitarbeiten kann. Ich habe also meine Sachen gepackt und mich in den Bus zurück nach Dublin gesetzt, und von dort aus nach Waterford.

Meine neue Hostmum Magarete und, mit 12 Jahren, ihre jüngste Tochter Shauna haben mich von der Bushaltestelle abgeholt. Ich war am Anfang etwas verwirrt, weil sich Margarete ganz normal mit mir unterhalten hat- nicht über die Arbeit und meine Pflichten, sondern mehr über meine Erwartungen. Ich glaube, es hat nicht länger als diese Autofahrt gedauert, bis ich sie ins Herz geschlossen hatte. Und auch Shauna war sehr nett.

Die Farm und die beiden Wohnhäuser lagen etwa 15 Minuten von Waterford entfernt und hatten eine sehr gute Busanbindung, weil die Straße nach Tramore nicht weit war. Dort angekommen habe ich bald meinen neuen Hostdad kennen gelernt. Und wieder hat das ganze sehr ungewohnt auf mich gewirkt, weil ich plötzlich so viel Aufmerksamkeit hatte, die mir in der anderen Familie gefehlt hatte. Eine vollkommen andere Erwartungshaltung, die auch die komplette Dauer meines Aufenthalts über geblieben ist.
Ich habe ein eigenes Appartment bewohnt, mit Küchenzeile und Wohnzimmer. Es war zwar schon ziemlich alt, das hat mich allerdings niemals gestört.

Den nächsten Tag, einen Sonntag, hatte ich frei und Zeit, um die Farm zu erkunden, und am Montags ging’s dann auch schon mit der Arbeit los. Die Arbeit auf der Farm begann um 6:30. Ich habe Kälber gefüttert (von denen es eine Menge gab, bei 140 Kühen, die alle einmal im Jahr kalben) und dann, nach dem Frühstück zwischen 8 und 9, meist den Melkstall geputzt und Tüten mit Trockenfutter, Soja oder Heu gefüllt. Wenn die Kühe draußen waren bin ich oft mit Eoin (23), dem ältesten Sohn von meinem Hostdad auf dem Quad in die Felder gefahren, um Kühe auf andere Felder zu bringen. Das hat für mich meistens eine Menge rennen bedeutet, weil Eoin mit dem Quad besser umgehen konnte und ich nebenher rennen musste, damit die Kühe nicht wieder zurück rennen. Es hat trotzdem viel Spaß gemacht, und obwohl ich zum Teil dumme Fehler gemacht habe und Eoin eine ziemlich eine ziemlich ungeduldige Person war, haben wir uns meistens gut verstanden.

Um 13 Uhr gab es dann Mittagessen, eigentlich immer Kartoffeln mit Karotten oder Kohl und Fleisch. Ich bin zwar Vegetarier, bin allerdings trotzdem immer satt geworden. Bestimmt auch wegen dem großartigen Nachtisch, Magarete hat nämlich eine ganze Menge gebacken.
Dann hatte ich zwei Stunden lang frei, danach habe ich bei der Hausarbeit geholfen, manchmal Shauna bei den Hausaufgaben, und dann zurück auf die Farm um nochmal den Melkstall zu putzen.
Danach gab es dann Abendessen, meistens Salat oder Pommes mit Baked Beans, aber immer ziemlich lecker. Am Anfang war die Arbeit noch sehr anstrengend, das ist mit der Zeit aber immer besser geworden. Mittlerweile fühle ich mich ohne die Bewegung unausgelastet, was mich glücklicherweise öfters zum Joggen bewegt.

An den Wochenenden hatte ich immer frei, worüber ich mich als Farmarbeiterin wirklich glücklich schätzen kann. Viele Andere, denen ich begegnet bin, hatte nur einen Tag in der Woche frei. Ich konnte also jedes Wochenende irgendwo ein Hostelbett buchen und mir alles anschauen, und wenn ich weiter weg wollte, habe ich auch oft noch den Freitag Abend frei bekommen. Bei mir in der Nähe habe ich leider keine anderen Arbeiter aus dem Ausland gefunden, mit denen ich mich hätte anfreunden können, einsam war ich aber trotzdem nie. Gerade in Irland lernt man überall schnell nette Leute kennen. Die Landschaft ist außerdem wunderschön und gerade für Leute, die gerne wandern, sehr zu empfehlen.

Ich habe oft Abends einfach nur dagesessen und mit mit meinen Gasteltern unterhalten, und gegen Ende habe ich mich dann auch wirklich wie zuhause gefühlt. Der Abschied ist schwer gefallen und ich denke sehr gerne an die Zeit dort zurück.

Vielen Dank an das Auszeit-Weltweit Team, das dieses einmalige Erlebnis möglich gemacht hat! =)

Nadine



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