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Farmarbeit Irland - Sophie

 
Mein Aufenthalt in Irland

Ich musste relativ schnell eine Familie finden, ich hatte mich etwa 8 Wochen vor meinem angepeilten Ausreisetermin angemeldet, doch die Vermittlung durch Auszeit-weltweit ging schnell und völlig reibungslos, worĂŒber ich sehr froh war und immer noch bin. Auch meine Familie passte meiner Ansicht nach, sehr gut zu mir - sie waren alle sehr offen, gesprĂ€chig und freundlich. Ich wurde ein echtes Familienmitglied, sozusagen eine große Schwester fĂŒr „meine beiden Kleinen“. Meine Eigenheiten was Honig auf Brot (das kennen die Iren scheinbar nicht) und Singen wĂ€hrend des Wickelns anging, wurden mit Lachen angenommen. Da ich rundum zufrieden war, musste sich eigentlich niemand um mich kĂŒmmern, besucht wurde ich trotzdem, was sehr nett war und auch per E-Mail wurde nach meiner Zufriedenheit gefragt.

Einen Kulturschock erlitt ich nicht, zum einen weil die Iren sich meiner Meinung nach nicht völlig von den Deutschen unterscheiden und zum anderen weil meine Familie mir das „Einleben“ leicht machte. An Manches muss man sich trotzdem gewöhnen, aber deswegen bewirbt man sich schließlich in einem anderen Land. Das Schlimmste das mir passierte (was wohl auch zeigt wie schön mein Aufenthalt war) war ohne deutsches Brot zu leben. Doch Tost in jeder Variation und Bagels trösten ĂŒber vieles hinweg. Der irische Tee ist Geschmackssache - hĂ€lt aber selbst bei Wind und Nieselregen fit. Das es regnet kommt nicht selten vor, die Bilder aus England mit den vielen Regenschirmen stimmen aber meiner Erfahrung nach in Irland nicht. Aus zwei GrĂŒnden: Erstens blĂ€st der Wind einem (nicht nur) die trendigen Schirme von Dunnes um und Zweitens - und das ist das Gute: Das Wetter hĂ€lt nie den ganzen Tag - zumindest hab ich es nicht erlebt! Das heißt, selbst wenn es am Morgen dunkel und regnerisch aussieht, spĂ€testens am Abend scheint nochmal mit voller Macht die Sonne.

Die Menschen sind, jetzt dem englischen Bild entsprechend, schrecklich höflich - da kann der Deutsche noch was lernen. Das macht Spaß, auch wenn man am Anfang nie weiß, was man auf das "How do you do?" antworten soll. Über die Pubs und das urige irische Feeling wird viel gesagt, aber hat mal jemand erwĂ€hnt dass sie Samstag in jedem Dorf die tollste Lifemusik haben? Auch die Straßenmusikanten (Galway, Dublin...) sind genial! Und wer Guinness nicht mag sollte mal den Cider probieren :)

Irlands Landschaft ist schlechtweg atemberaubend und sehr vielseitig. Von schroffen Bergen bis zu weißen SandstrĂ€nden ist alles dabei. NatĂŒrlich trifft man auch die etwas trĂ€gen Schafe, die sich normalerweise an die Straßenordnung halten und brav am Straßenrand grasen. Das einem eine Elfe oder Fee begegnet, erscheint alles in allem gar nicht so abwegig – so romantisch sind die Szenerien.

Überrascht war ich auch, wie viele Au Pairs es in Irland gibt - sich einen Freundeskreis aufzubauen war leicht und sehr bereichernd! Auch um zu reisen oder um neue Erfahrungen, die man mit den Kindern gemacht hat auszutauschen, waren diese Freundschaften sehr angenehm. An sich ist es eine sehr große Aufgabe die Verantwortung fĂŒr ein oder mehrere Kinder zu ĂŒbernehmen. Eine Aufgabe die einem viel abverlangt, von der man aber auch sehr viel ĂŒber sich selbst und andere lernt. Und auch wenn es anstrengend wird – ich kann mich nicht an viele schönere Momente erinnern als den von „einer Kleinen“ angestrahlt zu werden, als sie gerade ihre ersten Schritte zu einem hin gemacht hat oder von meinem SchĂŒtzling zu hören, er wĂŒrde heute lieber nicht in die Vorschule gehen, sondern lieber einen Kuchen mit mir backen.

Ich bin sehr froh diesen erst einmal "kalten Sprung ins Wasser" gewagt zu haben - es hat sich mehr als ausgezahlt!

Eure Sophie



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