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Farmarbeit Irland

 

Mein Aufenthalt in Irland

Achtung: Der Bericht ist lang, ich wei├č, aber bitte lest ihn ganz, sonst bekommt ihr einen falschen Eindruck.

Nach dem Abitur ein bisschen Pause vom Lernen? Ich dachte das sei genau das Richtige f├╝r mich, denn ich wollte noch etwas Zeit im Ausland verbringen. ├ťbersch├╝ttet von tausend Angeboten wie Auslandpraktika, Sprachreisen, AuPair und Work&Travel, entschied ich mich dann doch f├╝r den Farmaufenthalt. Nachdem ich also alle Bewerbungsunterlagen eingesendet hatte wurde ich von Alexandra Germeroth immer auf dem Laufenden gehalten und erhielt nach einigem Warten auch einen Vorschlag zu einer m├Âglichen Gastfamilie. Mir gefiel die Platzierungsbeschreibung eigentlich sehr gut, hatte nur etwas Zweifel, ob es genau das Richtige f├╝r mich w├Ąre, da es hie├č, dass die Familie Deutsch- und Englischsprachig sei. Nachdem ich mit ihnen allerdings Kontakt aufgenommen hatte und die Emails immer in Englisch geschrieben wurden, dachte ich es w├╝rde wohl vor allem Englisch gesprochen. Als ich am 16. November in Cahir nach langer Reise (Flug nach Dublin + 3h Busfahrt) ankam musste ich allerdings feststellen, dass mich mein Gastvater in Deutsch begr├╝├čte und auch dann immer Deutsch mit mir sprach. Kurz gesagt: die Familie war Deutsch und sprach untereinander auch Deutsch. Gl├╝cklicherweise hatte ich den ersten Monat noch Unterst├╝tzung von der Teilnehmerin, die vor mir in der Familie war, denn sie reiste erst am 18. Dezember ab. Daf├╝r war ich sehr dankbar, denn sie konnte mir in Ruhe zeigen, was zu beachten war bei der Arbeit mit den Pferden (Hunden & Katzen) und Kindern und ich konnte mich an den Tagesablauf und meine Aufgaben gew├Âhnen. Gleich am Anfang musste ich schon sehr anpacken; da wir ja zu zweit waren wurden uns die ganzen gr├Â├čeren Aufgaben, wie St├Ąlle komplett ausmisten, Sand schippen, Unkraut j├Ąten usw. auf erteilt. Nat├╝rlich war ich solche harte Arbeit nicht gew├Âhnt, aber es war eindeutig interessant auch mal zu erfahren, was es eigentlich bedeutet an seine k├Ârperlichen Grenzen zu kommen und nat├╝rlich hatte ich es von vorn herein auch nicht anderes erwartet, als ich mich f├╝r den Farmaufenthalt entschieden hatte. Mit der anderen Teilnehmerin verstand ich mich sehr gut und wir hatten bei den d├╝mmsten Aufgaben auch unseren Spa├č. Es war sehr gut einen Ansprechpartner vor Ort zu haben, der schon etwas Erfahrung gesammelt hatte. So konnte ich sie auch bzgl. des Englisch Sprechens fragen und erfuhr leider, dass sie das Gef├╝hl hatte kaum etwas gelernt zu haben, da sie nur zum Englisch Sprechen gekommen war, wenn sie sich mal ein paar Tage freigenommen hatte, um irgendwo hinzufahren (dazu muss man nat├╝rlich sagen: sie war auch Deutsch, denn die Familie redet mit nicht-deutschen AuPairs nat├╝rlich Englisch). Das Problem war auch, dass man wirklich etwas auf der Farm festsa├č, denn wir hatten kein Auto zur Verf├╝gung und der n├Ąchste Ort (Cahir), von dem auch Busverbindungen nach Dublin, Cork, Waterford,... abgingen, war 10km entfernt.

Nach langem Hin- und Her├╝berlegen entschied ich mich also, die Partnerorganisation von Auszeit-weltweit zu kontaktieren und ihr mein Problem zu schildern. Ich hatte in meiner Bewerbung ausdr├╝cklich betont, wie wichtig mir es ist Englisch zu sprechen und auch die irische Kultur kennenzulernen und daher war f├╝r mich die einzige L├Âsung: Du musst die Gastfamilie wechseln. Ich m├Âchte an dieser Stelle nochmal sagen, dass ich keinesfalls wegen der Familie an sich gewechselt habe, denn sie waren sehr nett, und auch nicht aufgrund der harten Arbeit, sondern lediglich, weil ich sehr Englisch-verr├╝ckt bin ;)
Ich erhielt sehr schnell auch eine Antwort und ein paar Tage sp├Ąter telefonierte ich noch einmal mit einer sehr netten Frau von der Partnerorganisation, die meine W├╝nsche sehr ernst nahm, sich genau dar├╝ber informierte, was ich wollte und mir versicherte, dass sie sich um eine neue Gastfamilie und einen Ersatz f├╝r mich bem├╝hen w├╝rde. Ich musste nur erst mit meiner Gastfamilie dar├╝ber reden... Das Gespr├Ąch verlief aber sehr gut und sie verstanden auch meinen Wunsch zu wechseln.

Weihnachten verbrachte ich noch bei der alten Gastfamilie (so hatte ich mir das auch vorgestellt, da ich nicht in einer Gastfamilie Weihnachten feiern wollte, die ich erst seit ein paar Tagen kannte) und an Silvester nahm ich mir dann zum ersten Mal ein paar Tage frei. Am 31. Dezember traf ich mich mit meiner neuen Gastmutter, mit der ich zuvor auch schon einmal telefoniert und Emails geschrieben hatte, damit wir meine Aufgaben und Pflichten in ihrer Familie besprechen konnten. Ich war begeistert, als sie mir erz├Ąhlte, dass ich die Wochenenden unter normalen Umst├Ąnden eigentlich immer frei h├Ątte, es viele andere Teilnehmer in der Gegend g├Ąbe und ich ein Auto h├Ątte.

Meine Tage in Dublin waren mit Sicherheit ein Highlight meines Auslandaufenthaltes. Ein Freund kam mich ├╝ber Silvester besuchen und an Neujahr reisten noch zwei Freundinnen von mir an. Es war sch├Ân mal wieder andere Leute um sich rum zu haben und etwas von Irland zu sehen, wozu ich in den 1 1/2 Monaten davor ja nicht wirklich gekommen war. Am 4. Januar kehrte ich wieder auf die Farm zur├╝ck und einigte mich mit der Familie, dass ich am 15. Januar wechseln w├╝rde.
Das Leben bei meiner neuen Gastfamilie war ein Traum und ein wirkliches Kontrastprogramm zu meinen Erfahrungen davor. Ich hatte ein wundersch├Ânes Zimmer mit eigenem Bad, das sonst niemand benutzte. Ich war in der N├Ąhe von Dublin und konnte jederzeit mit dem Bus "in die Zivilisation" fahren. Au├čerdem hatte ich das Auto. Schon in der ersten Woche nahm mich meine Gastmutter mit zu einer ihrer Freundinnen im Nachbarort, die auch eine Teilnehmerin hatte. Wir verstanden uns auf Anhieb sehr gut und sie kannte auch schon andere Leute aus dem Umkreis und so hatte ich sehr schnell meine 4 M├Ądels zusammen, mit denen ich am Wochenende Ausfl├╝ge unternehmen konnte und mich unter der Woche auch mal abends oder an freien Vormittagen treffen konnte. ├ťber diese Kontakte kam ich dann auch darauf in Dublin einen Sprachkurs anzufangen, den ich dann 2 Mal w├Âchentlich f├╝r jeweils 2 Stunden besuchte. Es war so genial und einfach genau das, was ich wollte: Mehr Englisch sprechen/h├Âren/lernen! Die Stunden haben sehr viel Spa├č gemacht, die Lehrer waren lustig, die Mitsch├╝ler nett, die Lerngruppen klein und generell das Lernklima sehr gut. Ich w├╝rde wirklich jedem empfehlen, der in der N├Ąhe von Dublin t├Ątig ist die Sprachschule Englishour (-> http://www.englishour.ie/ ) zu besuchen. Es ist keine Zeit- oder Geldverschwendung und selbst mit sehr guten Englischkenntnissen kann man dort noch viel lernen, da es verschiedene Kurse je nach Sprachlevel gibt.

In meiner neuen Gastfamilie war ich also sehr gl├╝cklich. Mit den Gasteltern verstand ich mich sehr gut und vor allem mit der Gastmutter habe ich oft einfach auch mal stundenlang gequatscht. Die Kinder (3 & 5 Jahre alt) hab ich sehr schnell liebgewonnen, auch wenn es am Anfang etwas schwierig war den 3-j├Ąhrigen daran zu gew├Âhnen, dass haupts├Ąchlich ich da war und nicht Mummy oder Daddy. Aber Geduld zahlt sich dann eben doch aus, wenn man sp├Ąter gesagt kriegt "I will miss you when you go home." oder er aufgedreht um einen rumh├╝pft und dabei singt "I love you I love you I love you I love you". Kinder sind einfach etwas tolles und so ist es die Arbeit auch wert. Wie kann man ihnen denn noch b├Âse sein, dass sie den Cranberry juice ├╝ber den ganzen K├╝chenboden, den man zuvor erst gewischt hatte, verteilt haben, wenn sie dann so etwas sagen?

Um zuk├╝nftigen Teilnehmern schon einmal einen kleinen Einblick zu geben, was so meine Aufgaben waren, werde ich jetzt mal kurz meinen Tagesablauf schildern: Morgens sollte ich meist so viertel nach acht unten sein. Es wurde gefr├╝hst├╝ckt und dann half ich die Kinder anzuziehen oder r├Ąumte schon einmal die Sp├╝lmaschine vom Vortag aus. Um zwanzig vor neun fuhr ich dann mit den zwei Kindern los, brachte sie zur Schule und kam dann wieder heim (oder fuhr danach manchmal auch noch kurz einkaufen). Zu Hause hatte ich dann Zeit das Haus auf Vordermann zu bringen: Aufr├Ąumen, Betten der Kinder machen, Sp├╝lmaschine einr├Ąumen, W├Ąsche waschen, kehren/saugen und wenn der Boden ganz schlimm aussah auch mal nass wischen. Einmal die Woche kam allerdings auch eine Putzfrau, sodass ich nie das ganzen Haus putzen musste. Meist hatte ich dann, bevor ich die Kinder wieder von der Schule abholen musste, noch etwas Freizeit (ca. 1/2 bis 1 Stunde je nachdem, wie viel anstand und wie schnell ich fertig war). Die Zeit nutze ich dann um irgendwelche anderen Dinge zu machen, die mir auffielen oder um mit den Hunden rauszugehen. Nicht selten backte ich auch schnell noch etwas oder musste Hausaufgaben f├╝r den Sprachkurs machen. Nachdem ich die Kinder abgeholt hatte, passte ich auf sie auf, spielte ich mit ihnen, ging mir ihnen raus in den Garten oder zu der Farm des Gastvaters, wo sie gerne spielten. Manchmal machten wir auch etwas Gartenarbeit zusammen. Einmal fuhr ich mit ihnen in den Zoo und ein andermal machten wir einen Ausflug mit der Gastmutter in den Phoenix Park. Im Januar hatte ich die Kinder dann meist bis vier oder f├╝nf Uhr nachmittags, dann kam die Gastmutter zur├╝ck von der Arbeit. Im Februar hatte sie dann jedoch Mutterschaftsurlaub und so war sie den ganzen Tag zu Hause. Somit musste ich nachmittags dann nicht mehr alleine auf die Kinder aufpassen. Im M├Ąrz kam dann das Baby und daher folgten ein paar sehr arbeitsreiche Tage. Sobald das Baby dann vom Krankenhaus nach Hause gekommen war hatte ich nat├╝rlich auch manchmal die Windeln zu wechseln, sonst blieb allerdings alles ziemlich beim Alten.

Einmal erhielt ich auch einen kurzen Besuch von der Partnerorganisation, die sicher gehen wollten, dass bei mir alles in Ordnung ist und kurz ein Wort mit dem Gastvater wechselte. Das fand ich sehr nett, weil man merkte, dass sie sich wirklich bem├╝hen.
Ich habe in der Zeit in Irland wirklich sehr viel dazugelernt und f├╝hlte mich vor allem in meiner zweiten Gastfamilie sehr wohl. Ich hatte nie das Gef├╝hl ausgenutzt zu werden, wurde immer auch gefragt, ob es in Ordnung w├Ąre, wenn ich dies und das tun w├╝rde, wurde diversen Freunden und Bekannten vorgestellt und lernte fast die ganze riesige Familie kennen. Sie versuchten sich immer danach zu richten, wenn ich W├╝nsche ├Ąu├čerte bez├╝glich freier Tage oder Ausfl├╝gen und gaben mir auch Tipps f├╝r sehenswerte Ziele.

Allgemein kann ich also sagen, dass ich meine Zeit in Irland ├Ąu├čerst genossen habe, viele Erfahrungen gesammelt, sehr nette Leute kennengelernt und sch├Âne Orte gesehen habe. Ich w├╝rde auf jeden Fall wieder hingehen!
F├╝r alle, die nach County Meath oder in der N├Ąhe von Dublin gehen w├╝rde ich empfehlen: fahrt unbedingt mal an einem Wochenende (oder auch nur f├╝r einen Tag) nach Glendalough, der See ist wirklich wundersch├Ân (vor allem nat├╝rlich toll, wenn es sonnig ist und man auch etwas am Ufer liegen kann). Au├čerdem ist ein Trip nach Trim Castle auf jeden Fall lohnenswert. In Dublin solltet ihr das Dublinia (das Viking und Medieval Museum) nicht verpassen, vor lauter Penny's, Topshop, River Island, New Look und und und auch nicht die kleinen 2nd hand/ vintage Shops in Temple Bar vernachl├Ąssigen, da findet man auch echt nette (oft nat├╝rlich auch sinnlose) Dinge. Shoppen in Dublin's Henry und Grafton Street ist ein Muss, sowie das Trinity College. Mit dem Bus oder Auto kommt man auch bequem nach Blanchardstown, wo man nat├╝rlich auch super shoppen kann, oder auch mal ins Kino gehen (Achtung: teuer!) oder gegen├╝ber vom Einkaufszentrum im Leisureplex bowlen.

Ich w├╝nsche allen zuk├╝nftigen Teilnehmern viel Spa├č! Genie├čt eure Zeit, die Iren sind echt ein fr├Âhliches und nettes Volk. Man brauch wirklich keine Angst haben, dass man sich nicht schnell einlebt, denn es gibt immer Leute, die einem gerne weiterhelfen ;) Und ganz wichtig: Wenn euch etwas nicht gef├Ąllt, tut etwas dagegen (kontaktiert die Partnerorganisation oder auch Auszeit-weltweit, die mir immer nette Emails geschrieben haben und sich bem├╝ht haben, dass mein Aufenthalt ein Erfolg f├╝r mich wird), denn sonst kommt ihr heim und denkt ihr h├Ąttet x Monate im Ausland verschwendet.


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