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Farmarbeit Chile - Isabelle

 
Sprachkurs, Freiwilligenarbeit und Farm Stay in Chile

Im Flugzeug nach Santiago de Chile fand ich Anfang Oktober neben Kleidung, Zahnpasta und einer Kamera in meinem Koffer hauptsächlich große Erwartungen an die kommenden 5 Monate in einem mir völlig unbekannten Kontinent, die sich teils auch mit Ängsten mischten. Wie würden die Menschen sein – in meinem Sprachkurs, in meinem Haus, auf der Farm, im Kindergarten, die Chilenen allgemein? Wie würde ich überhaupt ohne ordentliche Spanischkentnisse am ersten Tag zur Sprachschule finden oder mich mit meinem Vermieter verständigen?

Die erste Woche war eine Herausforderung; aber auch eine Woche, in der ich die Hilfsbereitschaft, Geduld, Freundlichkeit und Offenheit der Menschen um mich herum mehr als je zuvor erfahren habe. Es stellte sich heraus, dass in meinem Haus hauptsächlich junge Studenten aus vielen verschiedenen Ländern wohnten, die mit ähnlichen Gefühlen nach Santiago gekommen waren und deswegen genau wussten wie und wobei sie mir helfen konnten. So fand ich mich schon am ersten Abend komplett mit Stadtplan, Metrokarte, Handynummer und Handy augestattet zwischen vielen interessanten Menschen bei meinem ersten typisch chilenischen Asado in unserem kleinen Innenhof wieder. Ich muss gestehen, dass mir bei der Verständigung anfangs sehr die Tatsache geholfen hat, dass in dem Haus auch zwei andere Deutsche wohnten. Trotzdem habe ich auch sehr schnell die Erfahrung gemacht, dass man sich mit Beinen und Händen – wenn man muss – besser verständigen kann als man vorher annimmt.

Diese Tatsache half mir auch erheblich in den ersten Wochen bei meiner nachmittäglichen Freiwilligenarbeit in einem Kindergarten. Dass ich den Kindern manchmal Geschichten vorlas, die ich selbst nicht verstand, störte sie nicht weiter. So manchen verstohlenen Blick von der Seite und so manche sich wiederholende Frage fing ich mir trotzdem anfangs ein: „Wo kommst du her?“ „Wo genau ist Deutschland, und was ist überhaupt Europa?“ „Und wieso sprichst du so Spanisch und nicht wie wir?“ Diesen ersten Annäherungen folgten wenige anstrengende und sehr viele schöne Tage, in denen ich die Kinder in mein Herz geschlossen habe. Besonders gefiel mir, dass sie alle Betreuerinnen „Tia“ (Tante) nannten. Im Laufe der 3 Monate, die ich in Santiago verbracht habe und auch dort im Kindergarten gearbeitet habe, brachten mir die Kinder beim Spielen, Lernen, Malen, Basteln und bei den Vorbereitungen für die große Weihnachts- und Abschiedsfeier meiner Gruppe ungewollt und spielerisch fast mehr neue Wörter bei als der allvormittägliche Spanischkurs.

Ohne den Spanischkurs allerdings hätte ich nicht so viele nette Jugendliche kennengelernt und nicht an so vielen gut und herzlich organisierten Ausflügen teilnehmen können. Durch die kleinen Klassen und den effektiven aber zugleich auch lockeren Unterricht verbesserte sich mein Spanisch schnell, und noch viel wichtiger: ich lernte Menschen aus allen Teilen der Erde mit allen nur vorstellbaren Motivationen Spanisch zu lernen kennen. In den Pausen und während der täglich organisierten Aktivitäten (sei es Rafting, Fußball im Park, Karaoke, Grillabende, Weinproben, Ausflüge in andere Städte am Wochenende, Stadttouren, Wandertouren,…) kam die Sprache schnell auf lohnenswerte Reisen in Chile und Südamerika – sowohl Pläne als auch Erfahrungen aus erster Hand.

Eigentlich hatte ich anfangs eingeplant, nur in der Woche zwischen Weihnachten und Silvester zu reisen. Doch da mich und drei in der Sprachschule neu gewonnene Freundinnen die Erzählungen einiger Mitschüler so sehr beeindruckten, fing ich schon nach 2 Wochen in Chile an, meine erste Reise mit den Mädels zu planen. Nach San Pedro de Atacama sollte es gehen – an den trockensten Ort der Welt. Mit all den Tipps und Tricks der schon dorthin Gereisten und der Unterstützung der Agentur vor Ort war die Planung nur halb so schwer wie wir vorher angenommen hatten. Also verbrachten wir über ein verlängertes Wochenende im November fünf Tage in einer uns gänzlich neuen Landschaft. Die vielen Touren ließen uns kaum Zeit dazu, zu glauben was wir sahen und erlebten: einmalige Landschaften und Naturschauspiele, die man nur in Chile bestaunen kann.

Die Reise begeisterte uns so sehr, dass wir kaum zurück in Santiago schon die nächste Tour planten. Diesmal sollte es ein anderes Land Südamerikas sein: Peru. Obwohl Cusco und der Machu Picchu unter den Schülern der Sprachschule nicht ganz so bereist war wie San Pedro de Atacama und sich die Planung wegen des internationalen Flugs, der anderen Währung und der weiteren Entfernung schwieriger gestaltete, hatten wir doch Ende November alles soweit organisiert, dass wir die Reise antreten konnten. Früher dachte ich immer, dass der Machu Picchu auf all den Fotos so unwirklich aussieht, dass es ihn gar nicht geben kann. Doch dann davor zu stehen, die alten Ruinen zu bewundern und den Wayna Picchu zu erklimmen, ist jede Stunde im Bus wert. Auch den Unterschied der Traditionen und der Mentalitäten zwischen Peru und Chile zu erleben, war faszinierend.

Nach diesen beiden wundervollen Reisen hatte sich die Frage nach einer weiteren Reise erledigt, und so verbrachte ich Weihnachten gemütlich mit Freunden in Santiago - auch wenn trotz wochenlangem Weihnachtsliederhören im Supermarkt und Weihnachtsgebäck leider wegen 30 Grad und fehlendem Schnee keine richtige Weihnachtsstimmung aufkommen wollte. Ins neue Jahr rutschte ich wie fast die Hälfte aller Chilenen in Viña del Mar an der Küste. Das Feuerwerk über dem Meer und die ausgelassene Stimmung auf den Straßen waren einmalig.

Neues Jahr – neue Umgebung. Das hieß es für mich nach 3 spannenden Monaten in Santiago. Ich packte meine Koffer in der Großstadt, setzte mich in den Bus und stieg auf dem Land in Melipilla wieder aus. Um nicht nur die Stadt und Firmen kennenzulernen, hatte ich mich im Vorfeld dazu entschieden die letzten beiden Monate meines Aufenthalts auf einer Farm bei einer chilenischen Familie zu verbringen. Vor allem dorther habe ich mein nun sehr chilenisch klingendes Spanisch und vor allem dort habe ich viel erfahren über Chile, seine Geschichte, seine Traditionen, sein typisches Essen, seine Persönlichkeiten und die Mentalität der Chilenen. Obwohl die Arbeit natürlich körperlich anstrengender war als in Santiago, habe ich mich dank der dort arbeitenden Jugendlichen und der netten Familie, bei der ich gewohnt habe, sehr wohl und aufgehoben gefühlt.

Wenn ich nun nach 5 Monaten Chile leider fürs Erste den Rücken kehre, schaue ich in meinen Koffer und finde neben Mitbringseln für Familie und Freunde, Manjar und einen Poncho aus Peru viele Freundschaften rund um die Welt, ein solides Spanisch mit dem ich mich im Alltag sehr gut verständigen kann, Erfahrungen die meine Erwartungen übertroffen haben und ein wahnsinnig gutes Rezept für einen leckeren Pisco Sour.

Vielen Dank, liebes Team für die Organisation dieser einzigartigen Erfahrung!

(Isabelle über ihre Erfahrungen mit dem Programm unserer Partner)



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